Wie gestaltet sich die Zukunft Afrikas?

Vorstellung des Buches "Making Africa Work"

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Dies ist die Frage, die das Buch „Making Africa Work“ der Konrad-Adenauer-Stiftung und der südafrikanischen Brenthurst Foundation versucht zu beantworten. Am 11. September 2017 stellten die vier Autoren, Greg Mills, Jeffrey Herbst, Dickie Davis und der ehemalige nigerianische Staatspräsident Olusegun Obasanjo, ihre Synthese vor Experten und Journalisten nach mehreren Stationen in Subsahara-Afrika auch in Tunesien vor.

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SEM Obasanjo lors de son allocution de bienvenue

Nach den Begrüßungsworten von Dr. Holger Dix erläuterte der stellvertretende Direktor des tunesischen Think Tanks „ITES“, Mehdi Tej, die verpassten Chancen Tunesiens, die regionale und internationale Integration Tunesiens voranzutreiben. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, dass diese Versäumnisse in Zukunft nachgeholt würden und sich Tunesien als Vermittler zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden wiederfände. Dr. Greg Mills, Direktor der Brenthurst Foundation, bekräftigte ihn in seinen Wünschen und legte den Teilnehmern das große Potenzial des afrikanischen Kontinents dar, welches allerdings durch fehlende ausländische Investitionen kaum ausgeschöpft werden könne. Präsident Obasanjo beschloss die Vorstellung des Themas mit seinen Erfahrungen als Staatschef des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes. Er betonte die Notwendigkeit ganzheitlicher Entwicklung in den Bereichen Nahrungsmittelzugang, Bildung, Gesundheitsfürsorge und Behausung gemeinsam mit der Sicherstellung von Arbeitsplätzen.

Der lebhafte Austausch zwischen Autoren und Experten zeigte, dass die Beziehungen zwischen Tunesien und seinen südlichen Nachbarn mindestens die gleiche Bedeutung wie Anstrengungen um eine gute Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn verdient hätte. In der Debatte wurde schnell klar, dass Tunesien eine zentralere Position in der nachhaltigen Entwicklung des afrikanischen Kontinents einnehmen sollte. Angesichts der Tatsache, dass rund 40% der globalen Mittel für Entwicklungshilfe afrikanischen Staaten zukommt, wurde deren Effizienz und Kompatibilität diskutiert. Dabei wurde seitens der Autoren unterstrichen, dass es ein Überangebot an Entwicklungshilfe gebe und vergleichsweise wenige pointierte Projekte der Empfänger. Das gegenwärtige System sei unter anderem durch Mängel an Evaluierung und Transparenz gekennzeichnet. Die Autoren sprachen sich gegen die Zuwendung von finanziellen Mitteln an Staaten aus, welche ihrer Good Governance-Verpflichtung nicht nachkämen.
Ein Teilnehmer kritisierte, dass ein beträchtlicher Anteil der finanziellen Entwicklungsmittel direkt an Beratungsunternehmen im Geberland zurückgehe. Die Rolle der Entwicklungshilfe würde darüber hinaus dadurch relativiert, so die Autoren, dass Rücküberweisungen aus dem Ausland jene bereits übertreffen würde.
Auf die Zweifel, ob es in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage Platz für eine Entwicklung Afrikas gebe, folgte das Plädoyer, dass dies unter Implementierung der notwendigen wachstumsfördernden Maßnahmen möglich sei. Dabei wurde die Notwendigkeit eines geeigneten Investitionsklimas unterstrichen, um angesichts steigender Löhne in Asien die vielversprechendsten Renditen für zukünftige Investitionen bieten zu können. Dabei spiele vor allem Afrikas Status als durchschnittlich jüngster Kontinent eine erhebliche Rolle. Im Kontext von Terror, Radikalisierung und Migration bekräftigt ein Experte, dass eine nachhaltige Lösung dieser Herausforderungen nur die Behebung ihrer Ursachen und damit der Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen sei.

Eine musikalische Darbietung des südafrikanischen Musikers Robin Auld und Dr. Greg Mills beschloss die Buchvorstellung.

Autor

Lukas Kupfernagel

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Tunesien, 11. September 2017

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Kontakt

Dr. Holger Dix

Leiter des Länderbüros Tunesien/Algerien

Dr. Holger Dix
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Fax (00216) 70 018 099
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