Wasserknappheit in Tunesien – Neue Strategien zur Optimierung der Ressourcen

5. Veranstaltung der Debattenreihe „Rencontre de Tunis“

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Der vergangene Sommer galt als einer der trockensten in der Geschichte Tunesiens. Die Konsequenzen des ausbleibenden Regens mussten vor allem die Bewohner trockenen Regionen im Süden des Landes tragen. Aus diesem Grunde präsentierten die Konrad-Adenauer-Stiftung und Sigma Conseil eine gemeinsame Studie zum Thema Wasserknappheit in der südtunesischen Stadt Zarzis.

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Photo de groupe de gauche à droite, M. Hassen Zargouni, M. Néjib Trabelsi, M. Mosbah Helali, Mme Raoudha Gafrech, M. Ameur Horchani et M. Slim Jaoued
Cover: Wasserknappheit in Tunesien – Neue Strategien zur Optimierung der Ressourcen

    Hassen Zargouni, Präsident von Sigma Conseil, stellte zu Beginn der Diskussion die Ergebnisse der Studie dar. Ein Großteil der Teilnehmer konstatierte, dass Tunesiens Zukunft maßgeblich von einem besseren Wassermanagement abhängen wird. Als Hauptursache der Wasserknappheit wurde neben dem ausbleibenden Regen auch die Verschwendung im Tourismusbereich. Gleichzeitig wurde von fast der Hälfte der Befragten bemängelt, dass die beiden Behörden des Wassermanagements, SONEDE und ONAS, sich intransparent und wenig den Bürgerwünschen entsprechend verhalten würden.

    Mosbah Helali, Direktor der SONEDE, reagierte auf die präsentierten Ergebnisse mit einer Erklärung, dass man durch die aufgebrauchten Wasserreserven diesen Sommer unpopuläre Entscheidungen wie beispielsweise Rationierungen vornehmen musste und von daher das Ergebnis nicht überraschend sei. Gleichzeitig sei seine Behörde derzeit dabei, eine Strategie für die kommenden Jahre zu entwickeln, die der tunesischen Bevölkerung weniger wehtun wird. So werden derzeit mehrere Entsalzungsanlagen im Land gebaut, deren Effizienz allerdings von Frau Raoudha Gafrej, einer Expertin für Ressourcenpolitik, stark angezweifelt wurde.

    Ameur Horchani, ehemaliger Staatssekretär für Wasserfragen, warf ein, dass die Wasserproblematik in Südtunesien schon immer existiert hat und man dort daher traditionell vom fruchtbaren Norden abhänge. Gleichzeitig solle man sich an anderen Ländern mit denselben Problemen orientieren. Als Vorreiter nannte er Australien.

    In der darauffolgenden Diskussion mit dem Publikum wurde angemerkt, dass man die tunesische Bevölkerung weiterhin sensibilisieren solle, um großflächiger Wasserverschwendung vorzubeugen. Gleichzeitig zeigten sich die Referenten vorsichtig optimistisch, das vorhandene Problem langfristig zu lösen, da Tunesien in Ressourcenfragen immer innovativ gehandelt habe und sich die Forschungseinrichtungen und Ingenieure den neuen Herausforderungen sicher stellen würden.

    Autor

    Slim Jaoued

    Serie

    Veranstaltungsberichte

    erschienen

    Tunesien, 20. Oktober 2017

    Kontakt

    Dr. Holger Dix

    Leiter des Länderbüros Tunesien/Algerien

    Dr. Holger Dix
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