Frauen sollten nicht geduldig sein

AUF DER NATIONAL CONVENTION FOR WOMEN IN POLITICS FORDERTEN FRAUEN GLEICHBERECHTIGUNG IN ALLEN LEBENSBEREICHEN

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In den vergangenen Jahren hat sich in Uganda in Sachen Gleichberechtigung schon einiges getan, allerdings ist das nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere in der Politik sind Frauen in Uganda noch unterrepräsentiert.

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Mädchen und Frauen in Uganda werden nach wie vor oft benachteiligt – vor allem in politischen Angelegenheiten. Zwar gibt es eine Frauenquote im Parlament, aber darüber hinaus ist es für Frauen sehr schwer, gewählt zu werden. Die National Convention for Women in Politics, organisiert von Action For Development (ACFODE) in Partnerschaft mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), bot den Teilnehmerinnen aus allen Teilen des Landes die Gelegenheit, über ihre Herausforderungen und Ziele zu diskutieren.

Mathias Kamp, Landesbeauftragter der KAS Uganda und Süd Sudan, sprach in seiner Willkommensrede darüber, dass Frauen in Uganda immer noch mit anderen Maßstäben gemessen werden als Männer. Er rief dazu auf, dass die Frauen ihr Schicksal in die Hand nehmen und für ihre Rechte kämpfen: „Bitte, seid nicht geduldig! Der Fakt, dass Uganda immer noch patriarchisch ist, bedeutet nicht, dass wir abwarten müssen, bis sich das ändert.“ Vielmehr sollen sie hartnäckig bleiben, und strategisch versuchen, ihr Ziel zu erreichen. Regina Bafaki, Executive Director von ACFODE, riet, die Veranstaltung zu nutzen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, „um Uganda zu einem gerechteren Land zu machen.“

Anschließend gab Rita Aciro, Generaldirektorin von Uganda Women‘s Network (UWONET), einen kurzen Überblick über das Women’s Manifesto 2016-2021 – eine Publikation, die mehr Rechte für Frauen in Gesundheit, Besitz, Bildung, Wirtschaft und Politik fordert. Eine Teilnehmerin wünschte sich: „Ich habe Töchter und ich will, dass sie die gleichen Rechte haben wie Männer.“

Probleme sahen die Teilnehmerinnen vor allem auch im Umgang mit den Medien. Über Frauen in der Politik werde oft nicht berichtet, vor allem auf der lokalen Ebene. Frauen müssten die Medien teilweise bestechen, um in den Nachrichten aufzutauchen. Margaret Sentamu, Geschäftsführerin von UMWA, sah dieses Problem auch in der Podiumsdiskussion und forderte, dass Frauen lernen müssen, wie Medienhäuser funktionieren, um sie zu verstehen und sich den richtigen Umgang mit ihnen anzueignen. Wichtig sei auch, dass man wirklich etwas zu sagen habe. „Ihr müsst schon wissen, worüber ihr redet. Kennt eure Fakten, seid vorbereitet und hinterlasst Eindruck. Dann kommen die Zeitungen und Sender in Zukunft zu euch.“

Zum Abschluss der Konferenz sollte jeder Tisch zwei Lösungen präsentieren, wie sich die Zukunft der politischen Frau in Uganda verbessern kann. Zusammenarbeit und –halt unter den Frauen wurde dabei öfter genannt. „Wir sind alle Frauen, wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu bekriegen“, forderte eine Teilnehmerin. Vorherrschende Meinung war außerdem, dass Frauen aufhören müssen, sich und ihre Körper zu sexualisieren und so auf Stimmenfang zu gehen. Man müsse das Selbstvertrauen von Frauen stärken, so dass sie offensiv mit Männern um politische Ämter konkurrieren können und erfolgreich Wahlkampf betreiben. So dass in Zukunft mehr Frauen aktiv in der Politik mitwirken können.

Bericht: Anne Fleischmann

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Uganda, 28. Juni 2016

Plenary discussion
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