Dritter Jährlicher Jugendkongress findet in Kampala statt

Bei der Veranstaltung von UNIFOG und KAS diskutieren 60 Anwesende über politische Teilhabe junger Menschen in Uganda

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Das University Forum on Governance (UNIFOG) hat gemeinsam mit der KAS Uganda von 30. Juni bis 2. Juli 2016 die dritte Jährliche Nationale Jugendkonferenz an der Makerere Universität in Kampala veranstaltet. 60 motivierte und einflussreiche jugendliche Führungskräfte aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und dem Privatsektor kamen zusammen, um über das diesjährige Thema zu diskutieren: „Über die Wahlen hinaus: Nachhaltiges und konstruktives politisches Engagement von Jugendlichen fördern“.

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The Commissioner for Youth in the Ministry of Gender, Labour and Social Development, Mondo Kyateka

In seiner Willkommensrede skizzierte Michael Mugisha, der Technische Direktor von UNIFOG und Dozent an der Makerere Universität, die diesjährigen Veranstaltungen und aktuelle Geschehnisse, die die Themenwahl der Konferenz beeinflussten. Dazu gehören die unerwartet hohe Beteiligung von jungen Menschen bei den erst kürzlich stattgefundenen Wahlen, bei denen junge Menschen bis 30 Jahre 44% der Wählerschaft ausmachten, außerdem der große Anteil junger Menschen in der Bevölkerung und das daraus resultierende starke Interesse, mehr in politische Prozesse im Land einbezogen zu werden.

Der Leiter des Auslandsbüros der KAS in Uganda, Mathias Kamp, veranschaulichte in seiner Präsentation die demographische Lage im Land anhand beeindruckender und teils erschreckender Zahlen: Uganda gehört zu den jüngsten Ländern der Welt, wenn man das Durchschnittsalter betrachtet, doch nur jeder vierte Jugendliche bis 30 Jahre hat einen Job. Er betonte außerdem, wie Bildung, Unternehmertum und Arbeit zusammenhängen und gab den Anwesenden einige kritische Fragen mit auf den Weg, die im Laufe der Konferenz noch ausgiebig diskutiert werden sollten: Wie kann man den Landwirtschaftssektor attraktiver für junge Arbeitskräfte gestalten? Wie können Unternehmer so ausgebildet werden, dass sie nachher mit ihren Ideen Arbeitsplätze schaffen? Wie kann die Arbeit der vielen verschiedenen Initiativen von jungen Menschen im Land besser koordiniert werden?

Eine der Höhepunkte war die Podiumsdiskussion, die den Willkommensworten der Organisatoren folgte. Die vier TeilnehmerInnen stellten sich den Fragen und der Kritik aus dem Publikum. Daphine Arinde, Mitglied des Young Leaders Think Tank for Policy Alternatives, zitierte Harold Lasswell, der Politik so definiert: „Wer bekommt was, wann und wie?“ und forderte dazu auf, über die Wahlen hinaus Jugendliche mehr an Politik teilhaben zu lassen. Sie mahnte, dass das volle Potential von jungen Führungskräften nur ausgeschöpft werden könne, wenn diese ein effektives Mentoringprogramm durchlaufen und so dazu ausgebildet werden, später in der Politik erfolgreich aktiv zu sein.

Der Abgeordnete für Jugend im Ministerium für Genderthemen, Arbeit und Soziale Entwicklung, Mondo Kyateka, begegnete Fragen und Kritik humorvoll und nannte als größte Herausforderung in Uganda die extrem hohe Geburtenrate im Lande, die bei fast 6 Kindern pro Frau liegt.

Isabella Akiteng, eine Vertreterin der Jugendlichen, verdeutlichte ihre Leidenschaft und ihren Enthusiasmus für jugendliche Führungskräfte in der Zivilgesellschaft. In ihrer Rede betonte sie die Unzufriedenheit mit dem zunehmenden Individualismus, der die zivilgesellschaftlichen Organisationen von jungen Menschen zerstört. Sie kritisiert, dass in immer mehr Organisationen die Mitglieder nur Geld machen wollen, statt nach ihren Idealen zu streben.

Ivan Rugambwa, Journalist, und Lillian Aber, Vorsitzende des National Youth Council, stimmten Akiteng darin zu, dass es tatsächlich nötig sei, dass entsprechende Organisationen revolutionäre Maßnahmen durchlaufen und betonten, dass auch junge Menschen auf dem Land und die Basismitglieder in die Entscheidungen miteinzogen werden.

Am letzten Tag der Konferenz reflektierten die Teilnehmenden nochmal über die Diskussionen des Vortages und lauschten einem spannenden Vortrag von Yusuf Kiranda, Mitgründer von UNIFOG, der über Herausforderungen und Perspektiven von jungen Menschen in der zukünftigen Entwicklung Ugandas sprach. Kiranda ermutigte die Anwesenden, in bestimmten Bereichen mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Allerdings gab es auch einige Gegenstimmen aus dem Publikum, die argumentierten, dass jegliches Engagement aus der Opposition einfach abgeblockt worden sei.

Ein weiterer Höhepunkt der Konferenz war der Besuch der neu ernannten Ministerin für Jugend und Kinder, Florence Nakiwala Kiyingi, die die Konferenz mit ihrer Rede beendete. Sie bedankte sich zunächst bei UNIFOG und KAS für ihr unermüdliches Engagement für die Partizipation Jugendlicher und betonte ihren Willen, eng mit den Anwesenden zusammenzuarbeiten, und einen grundlegenden positiven Wandel im Leben der UganderInnen zu fördern. Sie stellte ihr Engagement noch vor Ort und Stelle unter Beweis, indem sie einige Teilnehmende zu einem Treffen in ihrem Büro einlud, um dort über relevante Themen zu beraten. Mathias Kamp bedankte sich bei der Ministerin, für die die Konferenz die erste Plattform zum aktiven Austausch mit Jugendlichen in ihrer Rolle als Ministerin war.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 30. Juni 2016

Participants
Mathias Kamp presents an overview of Uganda's youth demographics
Minister for Youth, Florence Nakiwala Kiyingi
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