„Gute Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen“ – Eine Illusion in Uganda?

Vor einem Jahr wurden bei dem größten Gipfeltreffen aller Zeiten in New York 17 nachhaltige Entwicklungsziele für 2030 verabschiedet. Eines davon ist Ziel 8: Gute und menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen. Dies scheint für Uganda eine der wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahr(zehnt)e zu adressieren – die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Wie sieht es derzeit aus in Uganda, dem Land mit einer der jüngsten Bevölkerungen der Welt? Wie versucht die Regierung, Jobs für junge Menschen zu kreieren? Und ist die Zielsetzung, bis 2030 Arbeitsplätze für alle zu schaffen, wirklich realistisch?

“Wir haben einen entscheidenden Moment in der Menschheitsgeschichte erreicht.“ So eröffnete UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seine Rede anlässlich der offiziellen Verabschiedung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ in New York vor etwa einem Jahr, am 25. September 2015. Im Beisein von über 150 Staats- und Regierungschefs wurde die Agenda einstimmig verabschiedet und damit für alle 193 UN-Mitgliedsstaaten gültig. 17 ambitionierte Ziele mit insgesamt 169 Unterzielen („Sustainable Development Goals“ – Nachhaltige Entwicklungsziele) lösen die im Jahr 2000 verabschiedeten acht Milleniums-Entwicklungsziele, die 2015 ihren Zielhorizont erreicht haben, ab dem Jahr 2016 ab und werden die Arbeit der internationale Gemeinschaft in den nächsten 15 Jahren prägen. Dabei sollen die vorhergehende Arbeit und die Ziele des Milleniumsgipfels fortgeführt werden. Für die Nachhaltigen Entwicklungsziele habe sich die UNDP (die Entwicklungsorganisation der UN – United Nations Development Programme) außerdem darum bemüht, die Meinungen von Menschen weltweit anzuhören und durch die „My World Survey“ zu erfassen um sie in das Programm einzuspeisen, so Paul Ladd, Direktor der UNDP für die Agenda 2030. Außerdem wurden Privat-wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissen-schaft in die Vorbereitung miteinbezogen. Ein besonderer Schwerpunkt wird erstmals auf Nachhaltigkeit in den drei Dimensionen Soziales, Wirtschaft und Umwelt gelegt, und eine Einteilung in „Geber und Nehmer“ oder eine Kategorisierung in „Erste, Zweite und Dritte Welt“ wurde bewusst vermieden – ein Zeichen für das Verständnis einer gemeinsamen Verantwortung zum Erreichen der Ziele. Dies ist eine klare Abkehr von der all-gemeinen Wahrnehmung, dass die Milleniums-Entwicklungsziele Ziele für Entwicklungsländer waren, die von sogenannten ‚Erste-Welt-Ländern‘ finanziert wurden. Die Nachhaltige Entwicklungsziele für 2030 hingegen schließen explizit Ziele für traditionelle ‚Geber-Länder‘ ein, besonders in den Be-reichen nachhaltiger Konsum, erneuerbare Energien und Klimaschutz.

The country report was written by Anna Hoffmann (Administration and Finance) and Franziska Link (Intern 2016) at the KAS country office for Uganda and South Sudan.

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Serie

Länderberichte

erschienen

Uganda, 9. Dezember 2016