"Führung birgt Verantwortung, nicht nur Möglichkeiten" - The Young & Emerging Leaders Fellowship

Auch verfügbar in English

Am 25.-26. Februar 2017 starteten Y&ELP und das LéO Africa Institute ein Stipendienprogramm, um aufstrebenden, leidenschaftlichen Führungspersönlichkeiten Werte wie Selbstentwicklung, Integrität, soziale Verantwortung und sozioökonomischen Wandel zu vermitteln.

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Fellowship Mitglieder

Die Gruppe bestand aus motivierten jungen Frauen und Männern aus Uganda, Kenia und Ruanda aus unterschiedlichsten Professionen, die leidenschaftlich bemüht sind, die Interessen und das Image Afrikas in der Welt zu fördern und sich mit Fragen der Armut, des Klimawandels, der Arbeitslosigkeit und der sozialen Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Das Bewusstsein und die Fähigkeit zur kritischen Reflexion der individuellen Privilegien unter den Teilnehmern waren hoch und ein dauerhaftes Thema während des gesamten Seminars. Die Veranstaltung umfasste verschiedene Methoden wie Diskussionen, Workshops und Übungen, die von mehreren engagierten Seminarleitern von Y&ELP, dem LéO Africa Institute sowie externen Gästen wie Robert Kabushenga, dem CEO von Vision Group, angeleitet wurden.

Um den Teilnehmern eine Vorstellung von „Leadership“ zu vermitteln, nutzten die Seminarleiter Beispiele und Texte von verschiedenen afrikanischen Visionären, die ihre Verantwortung dazu verwendeten, Veränderungen zu bewirken und dauerhafte Vermächtnisse aufzubauen. Die Tagung zielte darauf ab, die Ideen und Visionen der Teilnehmer mit dem Allgemeinwohl und der Verbesserung der Lebensumstände anderer zu verbinden. Als weiteres Highlight wurde das Konzept des „servant leadership“ thematisiert, das auf individuellem Bewusstsein, Selbstwertgefühl und Identität fußt. Das Fazit eines Teilnehmers: "Führung birgt Verantwortung, nicht nur Möglichkeiten".

Intensive Lektüre und abschließende Reflexionen inspirierten das kritische Denken der Teilnehmer zu Themen wie Panafrikanismus und den Balanceakt von Idealismus und Realpolitik. Auch vereinfachte westliche Narrative über Afrika und der Kampf der Medien und Künste, diese einseitige Geschichte zu konfrontieren, wurden kritisch diskutiert. Die umstrittene Frage kam auf, an welchem Punkt bestimmte afrikanische Länder zu ihren eigenen Kolonialisten wurden.

Die Sitzung über Eigenwahrnehmung und kritisches Denken von Hashim Mulungwa ermöglichte es den Teilnehmern, über ihre individuellen Stärken und Schwächen nachzudenken. Vor allem die Bedeutung des Scheiterns wurde hervorgehoben, um neue Erfahrungshorizonte zu erschließen. „Scheitert oft, scheitert gut, scheitert produktiv und verlasst eure Komfortzone", betonte der Moderator – „findet eure Schwäche, arbeitet an ihr und findet die Nächste“. Eine reflektierte Eigenwahrnehmung und die Fähigkeit, sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen, stärke einen flexiblen Geist und die Kapazität, offen für neue Ideen und Ansätze zu bleiben.

Das zweitägige Seminar erfuhr in der Abschlussbetrachtung äußerst positive Resonanz sowohl vonseiten der Teilnehmenden als auch der Seminarleiter. Durch informelle Aktivitäten, wie eine geführte Wanderung durch den Kasenge Wald sowie Erzählungen und eine Kurzfilmvorführung, wurde den Teilnehmern über die fachliche Komponente des Seminars hinaus auch die Möglichkeit gegeben, sich persönlich kennenzulernen und als Gruppe zusammenzuwachsen.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 1. März 2017