Lokalpolitikerinnen bei der Umsetzung von Frauenrechten stärken

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Action for Development führte in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Workshops in Pallisa und Apac durch, um lokale Bezirksabgeordnete bei der effektiven Umsetzung und Vertretung von Frauenrechten und -interessen auszubilden und zu ermutigen.

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Gruppenarbeit Pallisa

Obwohl eine umfangreiche Rechtsgrundlage für die Gleichstellung von Frauen in der ugandischen Gesellschaft besteht und in den letzten Jahren ein Zuwachs an Frauen in politischen Führungspositionen zu beobachten war, können lokale Regierungsvertreter nur begrenzte Erfolge in der Vertretung der Interessen von Frauen in Kernbereichen wie den Sektoren Bildung, Landwirtschaft und Gesundheit verbuchen.

Um Frauen mit den notwendigen Fähigkeiten und Diskussionsplattformen auszustatten, haben Action for Development und die Konrad-Adenauer-Stiftung Frauen in Bezirksräten ermutigt, Ausschüsse zu gründen. Diese Ausschüsse dienen der Vernetzung von Frauen verschiedener politischer Parteien, um gemeinsam an Brennpunktthemen für Frauen und Mädchen in Uganda zu arbeiten. Zur Stärkung der Ausschüsse wurden in den Bezirken Pallisa und Apac Workshops durchgeführt, um Mentoring und Training für die Ausschussmitglieder zu ermöglichen. Erstmals wurden dabei auch männliche Abgeordnete mit einbezogen.

Die Teilnehmenden in Pallisa und Apac begannen den Workshop mit einer Einführung in das Konzept von Gender sowie die Rechtsgrundlage von gesellschaftlicher Gleichberechtigung, woraufhin sie in einer Gruppenarbeit Unterschiede in der Behandlung von Frauen und Männern und negative Folgen dieser Ungleichbehandlung identifizierten. Unter den genannten Aspekten war die Bevorzugung von Jungen bei Zugang zu Bildung und sozialen Führungspositionen, eingeschränkte Land- und Besitzrechte von Frauen und mangelnder Respekt für politische Stimmen und Meinungen von Frauen. In Pallisa stellten die Teilnehmenden außerdem heraus, dass Männer in einigen Kontexten von geschlechtsbezogener Gewalt benachteiligt seien, da Frauen bei psychosozialer Unterstützung bevorzugt würden und Anzeigen von Männern gegen Frauen selten ernst genommen würden.

Nach Vorträgen zu Gender Mainstreaming und Möglichkeiten, die Interessen von Frauen bei der Budgetplanung zu berücksichtigen, gründeten die Frauen in Pallisa den Frauenausschuss ihres Bezirks für die aktuelle Legislaturperiode. In weiteren Trainingseinheiten wurden die Teilnehmer mit dem Women’s Manifesto vertraut gemacht, ein politisches Dokument der Frauen in Uganda, welches Schlüsselthemen wie Frauenbildung, die Gesundheit von Frauen und die Beteiligung von Frauen in politischen Prozessen beinhaltet. Darüber hinaus wurden Ratschläge zu Lobbying und Mechanismen der Interessenvertretung sowie der Nutzung von Netzwerken wie Frauenausschüssen gegeben.

Eine Vorführung des Films “Speak Out” führte zu einer Diskussion der darin enthaltenen Themen Ressourcenallokation, Rechenschaftspflicht und Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen. Eine Trainingseinheit zur Nutzung von Medien und anderen Kommunikationsformen wurde gefolgt von einer Einführung in das Schreiben von Berichten und die Ausformulierung von Aktionsprogrammen.

Die Frauenausschüsse, unterstützt von ihren männlichen Kollegen, setzten daraufhin ihr neu erlangtes theoretisches Wissen in die Praxis um und formulierten einen Aktionsplan. Für Problematiken wie Landbesitz von Frauen, hohe Raten von Müttersterblichkeit und ungleichem Zugang zu Ressourcen enthielt der Plan präzise Zielsetzungen, mögliche Aktionen, Zielgruppen und Handlungszeiträume. Somit wurden einige der zu Beginn des Workshops identifizierten Problembereiche von den Workshopteilnehmern direkt strategisch adressiert.

Sowohl während der Diskussionen als auch im Zuge der Gruppenarbeiten erkannten die Teilnehmenden die Vorteile einer Einbindung männlicher Kollegen in die Dialoge und die Arbeit an. Der neue Ansatz des Workshops, männliche Politiker als Teilnehmer mit einzubeziehen, wurde als sehr inklusiv gelobt und als erfolgreiches Mittel zur Realisierung von Gender Awareness unter Politikern und Politikerinnen sowie zur verbesserten Umsetzung von Fraueninteressen auf lokaler Regierungsebene gewürdigt. Dieser Aspekt wurde auch von Ehrengast des Workshops in Pallisa, dem Vorsitzenden des höchsten Gremiums des Bezirks, hervorgehoben, welcher den Workshop offiziell beendete.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 2. März 2017