Aufbau von Synergien zwischen Parteien und Zivilgesellschaft zur konstruktiven Repräsentation der Jugend in der Politik

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Am 10. März 2017 hat das University Forum on Governance in Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer Stiftung einen Runden Tisch an der Makerere University in Kampala organisiert. Die Diskussion zielte darauf ab, die Initiativen von politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Einforderung einer fairen Repräsentation der Jugend in politischen Debatten zu reflektieren.

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Henry Kasacca

Dies folgt der Erkenntnis, dass die nationale Politik und Development Papers die Probleme der Jugend immer weniger effektiv bewältigen können. Die Diskussion wurde von ausgewählten Jugendrepräsentanten von unterschiedlichen politischen Parteien, der Zivilgesellschaft und student leaders der Makerere University besucht. Die Diskussion wurde von einem Vortrag über die Repräsentation von den Interessen der ugandischen Jugend durch zivilgesellschaftliche Organisationen und politische Parteien eröffnet, der von Henry Kasacca, dem Executive Director des Dialogue & Democracy Trainings Centres, gehalten wurde. Sein zentrales Argument ist, dass sinnvolle und lang anhaltende Partizipation und Repräsentation der Jugend in der nationalen Politik und Entwicklung am besten durch politische Parteien erreicht werden kann.

Er führte darüber hinaus an, dass es die Rolle von Zivilgesellschaft sein sollte, die Öffentlichkeit zu mobilisieren und ziviles Wissen über unterschiedliche soziale Programme anzubieten. Des Weiteren wurde angebracht, dass die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen zunehmend als destabilisierender Faktor für den Demokratisierungsprozess angesehen wird. Dies liegt daran, dass diese Organisationen das Bedürfnis nach Demokratie bei der Bevölkerung geweckt haben, ohne dafür den nötigen institutionellen Rahmen für die zunehmende Demokratisierung zu schaffen. Diese Feststellung soll dabei nicht die Bemühungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen wegwünschen, sondern eher zu angemessenen Anstrengungen für den Aufbau von institutionellen Rahmenbedingungen (politischen Parteien) aufrufen, die für die Interessenvertretung der Öffentlichkeit wichtig sind.

Auf der anderen Seite haben Teilnehmer der Diskussion angemerkt, dass die Parteien lediglich saisonabhängig repräsentieren, da sie nur vor den Wahlen aktiv sind und es danach still um sie wird. Diese Arbeitsweise wird als ineffektiv beschrieben, da die Öffentlichkeit ein konstantes Eintreten für ihre Interessen benötigt. Zusätzlich wurde angemerkt, dass die Ideologien der unterschiedlichen Parteien wenig mit den Interessen junger Menschen gemeinsam haben. Nicht zu vergessen ist, dass es für die ugandische Jugend schwierig ist, den politischen Parteien zu vertrauen, da die Parteien daran scheitern, ihre Ideologien effektiv bei der Jugend zu verbreiten.

Weiterhin wurde seitens der politischen Parteien angeführt, dass fehlende Managementfähigkeiten und ineffektive Strukturen sie daran hindern, das Vertrauen von Geldgebern zu gewinnen, die ihre Initiativen finanzieren könnten. Der Mangel dieses Vertrauens zwingt die Parteien dazu, mit geringen Mitteln zu arbeiten, was zu beschränkten Möglichkeiten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben führt. Zwischen diesen Argumenten haben Teilnehmer der Veranstaltung darauf aufmerksam gemacht, dass Synergien zwischen politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen geschaffen werden müssten, um Bemühungen um eine effektive Repräsentation der Jugend in politischen Debatten nutzbar zu machen. Die politischen Parteien müssen sich nicht nur vor und während der Wahlen, sondern konstant für die Jugend einsetzen, um so kontinuierlich Aufmerksamkeit von den Entscheidungsträgern einzufordern. Zivilgesellschaftliche Organisationen sollten mit den politischen Parteien zusammenarbeiten, um politische Institutionen zu schaffen, die die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Demokratie aufnehmen können, die weiterhin aufgrund ihrer zivilgesellschaftlichen Aktivitäten wachsen werden.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 14. März 2017