Eine Plattform für politisches Engagement an der Makerere Universität schaffen

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Nach der erfolgreichen ersten Debatte um die Uni-Präsidentschaft am 26. März, haben die KAS, Unifog und die Wahlkommission der Studentenwahlen am 2. März eine zweite Debatte in der Main Hall der Universität durchgeführt. Die Unterstützung dieser Events dient der Unterstützung von verantwortungsvollen jungen Führungspersönlichkeiten in Universitäten, da diese oft später zu nationalen Führungspersönlichkeiten heranwachsen.

Dieses Jahr bewarben sich 14 Kandidaten um das Amt des Präsidenten der Studentenschaft an der Makerere Universität, wobei lediglich drei Frauen kandidieren. Die Debatte war in vier Sessions eingeteilt. In der ersten hatten alle 14 Kandidaten die Chance ihr Wahlprogramm vorzustellen, in der zweiten beantworteten sie Fragen des Moderators, die dritte diente der gegenseitigen Befragung der Kandidaten und in der vierten hatten schließlich Zuschauer der Debatte Gelegenheit ihre Fragen an die Kandidaten zu richten. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem bekannten Journalisten und NTV Uganda Broadcaster Joel Senyonyi.

In der ersten Runde der Debatte hatten alle Kandidaten drei Minuten Zeit, um ihre Ziele für die Präsidentschaft zu verdeutlichen. Die Kandidaten sprachen darüber, wie sie die Herausforderungen für Studenten an der Makerere Universität lösen wollen. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf die Studentenfürsorge und die unfaire Handhabung von Gebühren an der Universität, wobei zum Ausdruck kam, dass die Kandidaten das Management der Universität für unzureichend und zu weit entfernt von den Studenten empfinden. Aus diesem Grund komme es auch immer wieder zu Studentenprotesten. Die Verbesserung von Studentenvorsorge und Sicherheit an der Uni sowie mehr Partizipation in den Entscheidungsprozessen sind dabei die Hauptziele der Kandidaten.

In der zweiten Runde der Debatte bat der Moderator die Kandidaten Fragen zu nationalen Fragen zum Thema Jugend in Politik und Entwicklung zu beantworten. In der ersten Debatte war es hauptsächlich um Fragen der Universitätspolitik gegangen.

Bezüglich der größten Herausforderungen für die nationale Demokratie, sagte Kandidat Kato, das eine enge Verknüpfung von der führenden Partei NRM und der Regierung die Verbreitung von Demokratie vor Probleme stelle, da die Partei nicht demokratisch organisiert sei. Er forderte eine Trennung von Parteipolitik und Staat sowie die Schaffung von fairen Spielräumen für die Parteien in Uganda. Währenddessen verlangte Agadi die Schaffung von mehr Plattformen für die Jugend, damit sie sich konstruktiv in der nationalen Politik beteiligen könnten. Er betonte, dass solche Plattformen die jungen Menschen in Uganda bisher nicht effektiv repräsentieren und die Jugend besser in die Strukturen des Parlaments und der Politik eingebunden werden müsse.

Kandidatin Lakisa hob hervor, dass die patriarchale Natur der Gesellschaft hinterfragt werden müsse und dass Frauen vermehrt in die Politik Ugandas eingreifen sollten. Ebenfalls über Gendergleichberechtigung sprechend, sagte Sambwa, dass Frauen sozial so lange benachteiligt gewesen seien und dass die Dominanz der Männer nun enden müsse.

Als ein junger Anführer, der die Herausforderungen der jungen Ugander versteht, argumentierte Bukomeko für einen Wandel der Bildungscurricula, um mehr praktische Fähigkeiten an Universitäten unterrichten zu lassen. Seiner Meinung nach könne dies zu vermehrter unternehmerischer Tätigkeit der Jugend führen und so das Problem der extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit lösen. Auf die Frage der Rolle von Parteien an der Universität antwortend, erklärte Kato, dass die Politik an der Universität von der nationalen Politik beeinflusst sei und dass Studenten sich in Parteien engagieren sollten, weil sie die eine große Rolle in der demokratischen Entwicklung Ugandas spielten

Die dritte Runde der gegenseitigen Befragung der Studenten drehte sich hauptsächlich um die Ideen der einzelnen Kandidaten bezüglich der Fürsorge für Studenten und dem geplanten Versuchen der Reform von Unimanagement und anderen Organen der Universität. Die Fragen der Zuschauer schließlich drehten sich um die Herangehensweise der Kandidaten an alltägliche Probleme und Herausforderungen der Universitätsstudenten, wie zum Beispiel die schlechten Bedingungen der sanitären Anlagen und einigen Administrativen Problemen bei der Graduierung von Absolventen.

Report von Ayub Kiranda; Übersetzung Elena Thie