Zugang zu sauberer Energie durch Klimafinanzierung

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Wie kann der privatwirtschaftliche Sektor für die Finanzierung sauberer Energie in Uganda mobilisiert werden? 25 Experten, mit verschiedenen sektoralen Bezugspunkten wie Energie, Finanzen, Klimawandel und Kommunikation, diskutierten diese und weitere elementare klimapolitischen Fragen in einer Roundtable-Diskussion am 03.05.2017 in Kampala.

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Paneldiskussion

Ein erster Schritt hierfür ist eine verbesserte und numerisch gestiegene Ankopplung ugandischer Haushalte an das Stromnetz. Beispielhaft hierfür steht, dass im Jahre 2014 gerade einmal 20% der Haushalte eine solche elektrische Anbindung aufweisen konnten, wie die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) feststellt hat. Auch wenn die Zahl kontinuierlich steigt, bleibt die prozentuale Versorgung sehr niedrig. Dies verhindert weiterhin ein signifikantes wirtschaftliches Wachstum.

Um diesem Problem begegnen zu können, bedarf es einer weitergehenden Diskussion, mit diesen Worten eröffnete Donnas Ojok, KAS-Programmmanager, seine Eingangsrede. Jeder einzelne müsse Verantwortung übernehmen und in diesen Prozess integriert werden, folgerte er. Um dies weiter zu unterstützen, arbeitet die Konrad-Adenauer-Stiftung eng mit ACTADE (African Center for Trade and Development) zusammen. „Es beginnt bei jedem Einzelnen“, resümierte Donnas Ojok. „Was unternimmt unser Land, um die Vereinbarungen des Paris Klimaabkommens umzusetzen?“, fragte Susan Nanduddu, Executive Director von ACTADE, als Einführung in die Diskussionsrunde. Ohne die Privatwirtschaft an Bord, sei dies nicht zu schaffen, folgerte Sie. Die ugandische Regierung habe sich besonders auf vier Aspekte konzentriert. Als entscheidend für die Umsetzung der Ziele sieht die Regierung an: eine effektivere Nutzung von Biomasse als Energiequelle, eine verbesserte Vermarkung von erneuerbaren Energien, die zielfördernde Nutzung von hydrologischer Energie und die Unterstützung des modernen Energiesektors. Ohne eine Einbeziehung der Privatwirtschaft seien diese Ziele jedoch nicht erfolgreich umzusetzen, so Ihre Mahnung und Überleitung in die Paneldiskussion. Mit Abdulla Kyezira von der Uganda National Renewable Energy and Energy Efficiency Alliance, eröffnete ein Vertreter der Solarenergie das Panel. Diese Form der Energienutzung sei: „Ein Weg, nicht jedoch die Lösung“, so Kyezira. Das nicht stetige Nutzungspotenzial aufgrund nicht kontinuierlicher Sonnenstrahlung, führe dazu, dass Investitionen in andere umweltfreundliche Energiequellen sinnvoller erscheinen. Ihm anschließend stellte die Uganda Energy Credit Capitalization Company ihr System der Mikrofinanzierung vor. In Kooperation mit der KfW, der Postbank und der Finacial Thrust Bank werden Kleinstkredite an Haushalte und kleine Unternehmen vergeben, damit sich diesen eine Möglichkeit biete, in erneuerbare Energien zu investieren. So könne eine ausgedehntere Verbreitung sauberer Energien finanziert werden. Die Komponente der vorhandenen Geldmittel wurde deutlich differenzierter betrachtet. Es gebe kein Mangel an Mittel, es bedürfe eines bessren und koordinierten Systems der Verteilung. Auch John Ssemulema nahm diesen kritischen Ansatz auf und integrierte ihn in seine Ausführungen. Gerade durch die Einführung des globalen Green Climate Funds, sei die monetäre Ausstattung erheblich verbessert worden. Er stellte auch klar, dass es nicht an privaten Akteuren mangeln würde, welche aktives Interesse an Investitionen im Bereich sauberer Energieerzeugung zeigen. Vielmehr gebe es keine Koordination zwischen diesen Unternehmen und der öffentlichen Hand, welche sich für die Auftragsvergabe verantwortlich zeichne. Es forderte für eine wirkliche Verbesserung der Finanzierung eine Plattform, auf welcher offen und transparent Aufträge vergeben werden können. So könne sichergestellt werden, dass potenzielle Gelbgeber und die zu unterstützenden Projekte zueinander finden. Das Potenzial, welches die Energiegewinnung durch Biomasse gerade in Uganda nachweislich hat, unterstrich David Ebong von Board of Director of Clean Energy Partnership Africa (CEPA). Nahezu jeder Haushalt in Uganda könne, durch die gegebenen strukturellen Bedingungen, Energie durch Biomasse erzeugen. Dieses Potenzial müsse besonders auch für solche Haushalte ausgeschöpft werden, welche nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, schlussfolgerte Ebong.

In der folgenden Plenardiskussion pflichteten die Diskutanten besonders den beiden nachdrücklichsten Kritikpunkten bei. So bedürfe es einer verbesserten Verwendung der vorhandenen Mittel zur Finanzierung sauberer Energie und der Implementierung einer transparenten Plattform für den Austausch zwischen Staat und Privatsektor. Die Diskussionsrunde förderte darüber hinaus weitere Kritikpunkte und Denkanstöße zutage. Nach Ansicht vieler Teilnehmer müssten gerade auch Bereiche wie ein sauberer Personennahverkehr und eine nachhaltige Nahrungsindustrie mehr Beachtung erfahren. Die Abschlussdiskussion zeigte deutlich, dass nicht das Ziel verfolgt wurde, allgemeingültige und abschließende Lösungen für die aufgeworfene Frage zu liefern. Es ging vielmehr darum Ideen und Standpunkte auszutauschen, um eine weitergehende Diskussion zu fördern. Mathias Kamp, KAS-Länderrepräsentant, schloss die Veranstaltung mit der Verweis, dass diese Diskussion nur ein Zwischenschritt sein könne, auf einem Weg hin zu einer größeren und vertiefteren Konferenz. Ziel ist es, die Zahl der an das Stromnetz angeschlossenen Haushalte weiter zu steigern, so Kamp. Hierfür werde die Konrad-Adenauer-Stiftung weiterhin eng mit ACTADE, einem engagierten und starken Akteur im Kampf gegen den Klimawandel in Uganda, zusammenarbeiten.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 8. Mai 2017