Ein praxisorientiertes Training zu konfliktsensitivem Journalismus in und um Arua herum

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In der vergangenen Woche erarbeitete Irene Dawa gemeinsam mit dem Cross Border Network (CBN) und 20 Teilnehmern aus der West Nile Region die Techniken und Tricks des konfliktsensiblen Journalismus.

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CBN

Das CBN ist ein neu gegründetes Netzwerk von ugandischen und südsudanesischen Journalisten, das Medieninhalte mit Fokus auf Flüchtlingen, Aufnahmegemeinschaften, humanitäre Organisationen und Binnenvertriebene erarbeitet und teilt. Die Zusammenarbeit mit CBN ist eine unserer vielen Aufgaben, um das konstruktive zivilgesellschaftliche Engagement in der südsudanesischen Diaspora in Uganda aktiv zu fördern.

Mit dem Training fördert CBN sein Ziel, sein Netzwerk zu erweitern und das Reporting-Know-How von Journalisten und Medienhäusern in der Region auszubauen. Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wurde vom 11. bis 14. Juli in Arua ein Medien-Training durchgeführt.

Hannington Ochan, ein bekannter südsudanesisch-ugandischer Journalist, eröffnete das Training, indem er den Teilnehmern CBN vorstellte und die Grundregeln festlegte. Ihm folgte Donnas Ojok, der KAS-Programmmanager, der die Bedeutung einer freien und unvoreingenommenen Berichterstattung zur Entwicklung einer informierten Bürgerschaft betonte. Anschließend begann der Hauptteil des Trainings mit einer interaktiven Präsentation von Irene Dawa, Friedens- und Konfliktberaterin, die zuvor mit Gemeinden im Südsudan und später mit Flüchtlingen in Uganda zusammengearbeitet hatte. Sie stellte wichtige Merkmale eines konfliktsensiblen Journalisten dar: immer auf dem neuesten Stand sein, ständig lesen und den Nachrichten folgen, möglichst viele Informationen erhalten, objektiv sein und nicht Partei zu ergreifen sowie investigativ unterwegs zu sein und die richtigen Fragen zu stellen. Während ihrer Präsentation konnten die Teilnehmer Fragen stellen und ihr eigenes Wissen teilen.

Danach gab Irene Dawa einen Überblick über die Hauptakteure und ihre möglichen Interessen im regionalen Konflikt. Die Gruppe verknüpfte ihren theoretischen Input mit ihrer eigenen Erfahrung. In kleinen Gruppen diskutierten sie mögliche Konflikte zwischen Flüchtlingen und den Aufnahmegemeinschaften, benannten Schlüsselakteure und gaben Anregungen, wie die Konflikte gewaltfrei gelöst werden können. Oft entstehen Streitigkeiten um die Verteilung und Nutzung knapper Ressourcen wie Wasser, Brennholz und Land. Diese Konflikte werden zusätzlich durch unterschiedliche kulturelle Werte sowie Sprachbarrieren angeheizt. Am Nachmittag stellten die Gruppen ihre Ergebnisse vor, die sich mit den Herausforderungen des Zusammenlebens zwischen Gastgemeinschaft und Flüchtlingen befassten. Gleichzeitig stärkte Donnas Ojok die Kontakte der KAS zum Youth Social Advocacy Team (YSAT), einer Gruppe junger Flüchtlinge und Gastgemeinschaftsmitglieder, die eine Plattform für konstruktiven Dialog über Frieden und nationale Identität im Südsudan bieten und damit den bevorstehenden Besuch einer Flüchtlingssiedlung für den nächsten Tag vorbereitete.

Diese Exkursion in das Rhino Camp Refugee Settlement füllte den gesamten zweiten Trainingstag und gab den Journalisten die Möglichkeit, mit Flüchtlingen zu interagieren und Erfahrungen und Geschichten aus erster Hand über den Flüchtlingscampus zu sammeln. Die Reise wurde ermöglicht durch die ständigen Bemühungen von Jane Angom Mujoma, Hauptkoordinatorin von CBN.

Nach einer Einführung durch den Kommandanten besuchte die Gruppe den ersten Kontaktpunkt für neu angekommene Flüchtlinge in der Region, dem Empfangsbereich. Hier gaben die Menschen Einblicke in ihre Reise und kommunizierten klar ihre Erwartungen. Danach ging die Reise mit dem Besuch dauerhafter Siedlungen weiter. Die Journalisten hatten die Möglichkeit, mit verschiedenen Gemeindemitgliedern zu sprechen und mehr über ihr tägliches Leben und ihre Bedürfnisse zu erfahren. Vor allem der Bedarf an Lebensmitteln war stark angestiegen, da es an den meisten Orten länger als zwei Monate nicht geregnet hat und dadurch die Ernte gefährdet ist. Darüber hinaus waren niedrige Beschäftigungsaussichten und wenig höhere Bildungsmöglichkeiten limitierende Faktoren, die von den Flüchtlingen aufgezeigt wurden. Diese schwierigen Umstände wurden durch Konflikte zwischen den Flüchtlingen und den Aufnahmegemeinden, aber auch nur innerhalb der Flüchtlingsgruppen verschärft. Ein kürzlicher Zusammenstoß zwischen Mitgliedern der verfeindeten südsudanesischen Stämme Dinka und Nuer, die zu Vertreibungen führten, veranschaulichte dies. Nachdem sie diese letzte Konfliktstelle besucht hatten, kehrten die Journalisten mit Taschen voll berührender Geschichten und aufschlussreicher Berichte nach Arua zurück.

Am Morgen des letzten Trainingstages teilten die Teilnehmer ihre Übungsgeschichten und erhielten wertvolles Feedback von ihren Kollegen und Irene Dawa. Am Nachmittag gab Hannington Ochan ein kurzes Training zur mobilen Berichterstattung. Er teilte die Anwendung, die er verwendet, mit den Teilnehmern und erklärte sie ihnen. Das Training wurde mit einer Feedbackrunde abgeschlossen. Die Eindrücke und Kommentare der Teilnehmer wurden gesammelt und werden bei der Ausarbeitung der zweiten Schulung in Zusammenarbeit mit CBN verwendet.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uganda, 17. Juli 2018

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