Symposium mit Hartmut Koschyk

Zur Zukunft der Ungarndeutschen

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Am 19. Januar, dem Gedenktag für die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen, organisierte das Auslandsbüro Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen im Haus der Ungarndeutschen in Budapest ein Symposium mit Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

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Haus der Ungarndeutschen

Das Symposium fand im Haus der Ungarndeutschen mit ca. 70 Teilnehmern statt.

Auf der Veranstaltung nahmen etwa 70 Gäste aus dem Bereich Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Vertreter der ungarndeutschen Verbände teil. Ziel des Symposiums war es, vor allem mit jungen Ungarndeutschen die Zukunftsmöglichkeiten der deutschen Volksgruppe in Ungarn zu erörtern.

Nach Begrüßungen durch Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, richtete seitens der ungarischen Regierung der zuständige Staatssekretär ein Grußwort an die Teilnehmer. Miklós Soltész, Staatssekretär für die Beziehungen zu den Kirchen, zu den Volksgruppen und zur Zivilgesellschaft im Ministerium für Humanressourcen, betonte, dass es der ungarischen Regierung nicht nur darum gehe, dass die Nationalitäten im Lande ihre Identität bewahren, sondern auch darum, dass sie in ihrer Heimat auch eine Zukunft hätten. Er verwies auf die zweisprachigen Kindergärten (278) und Grundschulen (291) sowie auf die 39 zweisprachigen Schulen der Sekundarstufe.

Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, war der Redner des Abends. Er unterstrich, dass es neben den rechtlichen Voraussetzungen auch eines „gesellschaftlichen Klimas“ bedürfe, damit die Nationalitäten auch eine Zukunft hätten. Der Bundesbeauftragte betonte auch die Notwendigkeit, in der Europäischen Union konzeptionell den Minderheitenschutz zu stärken. In diesem Zusammenhang lobte Hartmut Koschyk die Nationalitätenpolitik Ungarns und betonte die Vorbildfunktion auch für andere Länder.

Im Anschluss moderierte Monika Ambach, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums, eine Diskussionsrunde mit dem Gast aus Deutschland und jungen Vertretern ungarndeutscher Organisationen. Mit dabei waren Kinga Gáspár, Mitglied der Vollversammlung des Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), Mitglied des Jugendausschusses der LdU und seit Herbst 2014 Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Emil Koch, Mitglied der Vollversammlung der LdU und Vorsitzender des Jugendausschusses der LdU, Tekla Matoricz, Vorsitzende der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) sowie Gábor Werner und Eva Priegl, Vertreter des Vereins für Ungarndeutsche Kinder. Ein kleiner Empfang im Haus der Ungarndeutschen schloss die Veranstaltung ab.

Eingebettet war das Symposium in ein zweitägiges Besuchsprogramm, in dessen Rahmen der Bundesbeauftragte u.a. mit Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen, Gergely Gulyás, Vizepräsident der Ungarischen Nationalversammlung und Vorsitzender des Gesetzgebungsausschusses, Imre Ritter, Fürsprecher der Ungarndeutschen in der Ungarischen Nationalversammlung und Dr. Erzsébet Szalayné Sándor, Stellv. Ombudsfrau für die Rechte der Nationalitäten in Ungarn, zusammen traf.

Autor

Bence Bauer, LL.M

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Ungarn, 20. Januar 2015

Kontakt

Frank Spengler

Leiter des Auslandsbüros Ungarn

Frank Spengler
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Fax +36 1 487501-1