Herausforderungen der uruguayischen Wirtschaft

Fachkonferenz :: aktuelle und zukünftige Herausforderungen der uruguayischen Wirtschaft

Rund 70 Teilnehmer kamen am Mittwoch, dem 6. September, zu einem Expertengespräch zur uruguayischen Wirtschaft. Das Forum wurde in Kooperation mit dem Zentrum für Entwicklungsstudien (Ced) im Rahmen der uruguayischen Landwirtschaftsschau Expo Prado organisiert.

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Augustina Carriquirry, Projektkoordinatorin bei der Kas in Montevideo begrüßte die Redner Isaac Alfie, den ehemaligen Wirtschaftsminister Uruguays, Javier de Haedo, den ehemaligen Wirtschaftsstaatssekretär und Ignacio Munyo, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Business School der Universität von Montevideo.

Augustina Carriquirry, Projektkoordinatorin bei der Kas in Montevideo begrüßte die Redner Isaac Alfie, den ehemaligen Wirtschaftsminister Uruguays, Javier de Haedo, den ehemaligen Wirtschaftsstaatssekretär und Ignacio Munyo, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Business School der Universität von Montevideo.

Agustina Carriquiry, Projektkoordinatorin der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Montevideo, begrüßte die Redner Isaac Alfie, ehemaliger Wirtschaftsminister Uruguays, Javier de Haedo, ehemaliger Wirtschaftsstaatssekretär, und Ignacio Munyo, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Business School der Universität von Montevideo.
Isaac Alfie betonte, dass es der uruguayischen Wirtschaft besser gehe als vorerst angenommen. Von knapp 40.000 in den vergangenen Jahren verlorenen Arbeitsplätzen hätten zuletzt 5000 zurückgewonnen werden können. Insgesamt mache diese aber kein Plus bei tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus. „15 von 22 Sektoren verzeichnen dennoch kein Wachstum“, kritisierte Alfie. Des Weiteren wies der ehemalige Wirtschaftsminister auf die große Abhängigkeit von China hin: „Fast 84 Prozent unserer Exporte gehen nach China und 12 Prozent nach Brasilien“, bemerkte der Ökonom. Gravierend seien die mit 35 Prozent sehr hohen Staatsausgaben. „Dies ist das Niveau der USA, aber bei viel kleinerem Bruttoinlandsprodukt“, analysierte Alfie.

„In der Wirtschaft gibt es Gesetze wie in der Physik“, erklärte der frühere Wirtschaftsstaatssekretär Uruguays Javier de Haedo. Doch in Uruguay verzerrten zu viele Privatinteressen oder ideologische Argumente das Funktionieren der Wirtschaft. „Wenn Unternehmen keine Arbeitnehmer entlassen können, werden auch keine neuen Firmen eröffnet“, bemerkte er mit Blick auf die linke Arbeitsmarktregulierung der vergangenen Regierungsperioden. Darüber hinaus erklärte Javier de Heado, dass Verzerrungen im Wirtschaftssektor auch durch verspätete steuerliche Anpassungen produziert würden. „Der aktuelle Wachstumsimpuls ist nicht nachhaltig, sondern kommt allein von extern“, kritisierte Ignacio Munyo der Universität von Montevideo. Die Inflationsrate von 11 Prozent sei innerhalb eines Jahres durch den Fall des Dollars und dessen relative Stabilität auf knapp die Hälfte gesunken. Dennoch sei Uruguay im weltweiten Vergleich ein sehr teures Land und könne keinesfalls über Nacht günstiger werden. Auch hier teilte Munyo die Meinung seines Vorredners de Heado, dass Unternehmen aufgrund der hohen Kosten kein weiteres Personal einstellen könnten.

Die drei Experten des Forums schlussfolgerten, dass Uruguay zwar ein gutes Finanzpolster besitze; die Zukunftsaussichten aber aufgrund des Haushaltsdefizits und der Wechselkursverzögerungen durchaus nebulös und mit Sorge zu betrachten seien.

Serie

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erschienen

Uruguay, 14. September 2017