Von der Scham zu neuem Selbstbewusstsein: Erfolgsgeschichte eines Jungunternehmers

Néstor Días erzählt seine Geschichte vor uruguayischen Unternehmern

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Seine Liste an gewonnenen Preisen für sein junges Unternehmertum ist beeindruckend. Néstor Días aus Cordoba, Argentinien, inspiriert mit der Geschichte, wie er aus der Armut heraus auf eigenen Füßen zu stehen kam, jährlich vor tausenden jungen Menschen. Mit seinem Vortrag zur Überwindung der Armut schloss die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. ihren Veranstaltungszyklus mit dem uruguayischen Unternehmerverband Acde.

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ACDE 5.10.2017

Fernando Rachetti, Präsident von ACDE, Néstor Díás, und David Brähler der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Seine Geschichte ist eine von schwierigen Kindheitsverhältnissen und sozialen Problemen. Als junger Vater, der die Schule verließ, um Geld zu verdienen, erwischte ihn die Wirtschaftskrise Anfang der Nullerjahre, in der er mit Frau und zwei kleinen Kinder in einer Garage unterkam. „Armut tut weh. Sie ist mehr als nur ein materieller Mangel, sondern ein Zustand der Hoffnungslosigkeit“, erklärte Días. Als er durch Zufall an einen Sack Stoffreste kam, nähte er Babysocken für seine Kleinen in der kalten Garage. „Die restlichen Babysocken verkauften wir wie durch ein Wunder auf einem Markt. Von da an durchwühlte ich den Müll der Krankenhäuser Cordobas, wo ich meine „Rohstoffe“, die Stoffreste, fand.“ Als ein Krankenhaus ihm den Zugang verwehrte, erkämpfte er sich nicht nur ein Bleiberecht, sondern sogar einen Platz für einen Verkaufsstand im Eingang des Krankenhauses. „Ich habe damals gelernt, wie wichtig ist es, nicht beim ersten Mal aufzugeben“, bemerkte der Jungunternehmer unter Tränen. Als er bei einer Stiftung zur Förderung von Jungunternehmern die Teilnahme an einem Kurs gewann und sein Business'Plan eine Gruppe Investoren überzeugte, wendete sich das Blatt zum Besseren. „Sehr oft brachten wir viele Opfer, ohne wirklich Ergebnisse zu erzielen“, so Días. „Es reicht als Unternehmer nicht, einfach nur erfolgreich zu sein, sondern man muss über sich selbst hinausgehen und mit anderen in Beziehung treten“, resümierte der Argentinier. Eine gute Tat könne das Leben vieler Menschen verändern. Ein Handschlag und ein ermutigendes Wort entwickelten sich oft viral, ohne dass man das Gute absehen könne, dass es bewirke.

Der Austausch mit den Teilnehmern stellte die Bedeutung von zivilgesellschaftlichen Initiativen neben rein staatlichen Maßnahmen heraus. Das „Mut-machen“ und „Zwischenmenschliche“ seien zentrale Faktoren bei der Befähigung von jungen Menschen, die eigene Zukunft trotz schlechter Ausgangsbedingungen in die Hand zu nehmen. Das Beispiel von Néstor Días sei ein wichtiger Leuchtturm, neben vielen anderen Leuchttürmen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die es weiter zu stärken gelte.

In Motivationsgesprächen im Liceo Jubilar und Liceo Providencia in sozial schwachen Stadtteilen sowie bei der Telefónica-Movistar-Stiftung sprach Días im Rahmen seines Besuchs in Montevideo vor Schülern und machte deutlich, wie wichtig es sei, an die eigenen Träume zu glauben und sich nicht von Rückschlägen davon abhalten zu lassen.

Autor

David Brähler

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uruguay, 5. Oktober 2017