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Praktikum in Montevideo

„Uruguay hat etwas magisches, jedoch muss man es erstmal erlebt haben um es wirklich zu kennen“ war eines der ersten Dinge, die man mir sagte, als ich zu Frühlingsbeginn in Montevideo ankam und nach drei Monaten kann ich bestätigen, dass der uruguayische Charme weit über der Cumbia-Musik, dem beliebten Mate-Getränk und dem doch sehr friedlichen Lebensstil hinausgeht.

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Johanna Praktikum

Montevideo ist für südamerikanische Verhältnisse eine ungewöhnlich ruhige Stadt und man muss sich erstmal an das einzigartige Zeitgefühl gewöhnen, jedoch hat sie dafür andere Eigenschaften, die nicht so leicht in anderen Hauptstädten zu finden sind. Architektonisch ist die Stadt beeindruckend, da sie von Neoklassizismus, Art Deco, Art Noveau aber auch von zeitgenössischen Gebäuden und Kolonialbauten geprägt ist. In der Luft hängt etwas Nostalgisches, Musikalische Töne des Tangos und Candombes füllen die Bars und Cafés der Altstadt, und die freundliche, offenherzige Stimmung der Uruguayos ist im wahrsten Sinne des Wortes ansteckend – vor allem an der Rambla, der 22km Strandpromenade entlang des Rio de la Platas, verspürt man die besondere buena onda Uruguays.

Auch im Büro der KAS begrüßten mich meine neuen Mitarbeiter mit offenen Armen und Energie an meinem ersten Arbeitstag. „Bienvenida a su KASa“ hieß es auf einem Plakat im Eingang und in der Tat fühlte ich mich innerhalb kürzester Zeit sehr wohl in dem dynamischen Team, da ich gleich in das Büro integriert und in die Arbeit mit eingezogen wurde. Mit Hilfe meiner Mitpraktikantin, die mich schon im Voraus ausführlich über die Arbeitsdynamik informierte, wurde ich sehr schnell eingearbeitet und konnte innerhalb kurzer Zeit einen Großteil der Aufgaben selbstständig übernehmen. Die Arbeit war interessant und vielfältig, da das kleine Team immer wieder neue Projekte und Ideen hat, um die zwei Programme der KAS zu fördern. Inhaltlich durfte ich an den aktuellen Themen der Stiftung mitwirken, stand immer wieder vor neuen Herausforderungen und lernte von Tag zu Tag aufs Neue. Neben der Vor- und Nachbearbeitung von Events half ich mit Übersetzungsarbeiten und erweiterte meine Computerkenntnisse durch die tägliche Wartung der Datenbank und die Nutzung von verschiedenen Softwares.

Ein Highlight der Büroaufgaben war für mich insbesondere die Mitarbeit an der politischen Kommunikationsplattform „Diálogo Político“ des Regionalprogrammes „Parteienförderung und Demokratie in Lateinamerika“.„Diálogo Político besteht aus einer Online-Plattform in der Autoren und Korrespondenten aus ganz Lateinamerika aktuelle politische und gesellschaftliche Themen und Entwicklungen analysieren, diskutieren und debattieren. Während meines Praktikums war ich für die Erstellung und Versendung des wöchentlichen Newsletter verantwortlich, und hatte außerdem die Aufgabe die Datenbank und die internationale Reichweite der Plattform zu vergrößern. Dies fand ich besonders bereichernd, da ich somit persönlichen Kontakt zu dem Redaktionsteam aufbauen und meine eigenen Ideen in die Arbeit einbringen konnte.

Fast wöchentlich begleitete ich das Team auf verschiedene Veranstaltungen in Montevideo zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen und nahm auch an Workshops in Kooperation mit der Partnerpartei Partido Nacional im Inland von Uruguay teil. Dies gab mir die Möglichkeit das kleine Land am Rio de la Plata inhaltlich fast vollends kennenzulernen und mein Wissen über die „Rioplatenses“ zu bereichern. Zum anderen erhielt ich die Möglichkeit zur Teilnahme an zwei Campus Veranstaltungen des Netzwerkes „SomosLAKAS“, bei denen jeweils über 40 Nachwuchspolitiker zusammenkamen, um ihre politischen Kenntnisse zu erweitern. Die Motivation und Lebensfreude der engagierten Teilnehmer faszinierten mich und ich lernte viel durch unsere gemeinsamen kulturellen und politischen Gedankenaustäusche.

Allerdings gab es auch außerhalb der anspruchsvollen Arbeitsstunden unter der Woche immer Zeit für Theater- und Galeriebesuche, Mate-Treffen, Asados oder Spaziergänge an der Rambla - langweilig wurde es nie, und Montevideo erstaunte mich immer wieder aufs Neue. Ich habe fantastische Menschen während meiner Zeit hier kennengelernt, gewann viele neue Freunde und habe sowohl auf der professionellen wie auch auf der persönlichen Ebene viel dazugelernt. Wie ihr seht lohnt sich ein Praktikum bei der KAS. Bewerbt euch – bereuen werdet ihr es nicht!

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Uruguay, 1. Dezember 2017