In Côte d'Ivoire droht ein Bürgerkrieg
Interview mit Klaus Loetzer
Angesichts der andauernden innenpolitischen Krise in Côte d'Ivoire ist der westafrikanische Staat in der Region zunehmend isoliert. Nachdem die 15 Mitgliedstaaten der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas bereits jegliche Zusammenarbeit mit der Côte d´Ivoire ausgesetzt hatten, so lange Staatschef Laurent Gbagbo die Macht nicht an den gewählten Präsidenten Alassane Ouattara übergibt, drohen nun der UN-Sicherheitsrat und die Europäische Union indirekt mit Sanktionen.
Der Leiter des Regionalprogramms Politischer Dialog in Westafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung, Klaus Loetzer, sprach sich in einem Interview mit der Deutschen Welle gegen Sanktionen aus. Die Folgen einer wirtschaftlichen Isolation würden nicht die Machthaber treffen, sondern die Bevölkerung. Dadurch würde Gewalt begünstigt werden. Loetzer: „Die Aussichten sind sehr schlecht. Das Land steuert auf einen Bürgerkrieg zu.“
Eine friedliche Einigung scheint derzeit wohl ausgeschlossen, da Gbagbo laut Loetzer, in der Vergangenheit bewiesen habe, dass er nicht bereit sei, „die zweite Geige“ zu spielen. Um solchen vorprogrammierten Konflikte wie jetzt in Côte d´Ivoire vorzubeugen, könnte Loetzer sich vorstellen, die unterschiedlichen „Nationalitäten eines Landes“ wählen zu lassen: „Ich sehe momentan keine andere Lösung.“
Informationen zur aktuellen Entwicklung in der Côte d´Ivoire finden Sie in unserem Wahlportal oder im Meldungsticker (s. Links "Zum Thema")
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Interview mit Klaus Loetzer (mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Welle)