„Die Lage ist ausweglos“

Weiterhin keine Lösung für die Côte d´ Ivoire in Sicht

Der Machtkampf in Côte d'Ivoire geht weiter. Ein Vermittlungsversuch der Staatschefs von Benin, Sierra Leone und den Kapverdischen Inseln im Auftrag der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas ist am Dienstag gescheitert. Die Delegation hat den abgewählten, aber weiter amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo erfolglos aufgefordert, sein Amt an den Wahlsieger Alassane Ouattara abzugeben. In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur schätzte der Leiter des Regionalprogramms Politischer Dialog Westafrikas der Konrad-Adenauer-Stiftung, Klaus Loetzer, die Lage in Côte d'Ivoire unterdessen als „ausweglos“ insbesondere für die Bevölkerung ein. Diese leide, während das Land auf einen Bürgerkrieg zusteuere, der schlimmer sein werde als 2002 bzw. 2005.

Für Loetzer sind die unvereinbaren Positionen beider Lager in Teilen nachzuvollziehen. So könne man nicht sicher sagen, dass Ouattara tatsächlich der neue Präsident der Côte d'Ivoire sei. Nicht nur der Verfassungsrat des Landes, der Gbagbo unterstütze, sondern auch die Wahlkommission, die Ouattara zum Sieger erklärt hatte, sei parteiisch. Nur zwei ihrer Vertreter würden Gbagbo „nahe stehen“. Loetzer: „Es war eine politische Entscheidung der internationalen Gemeinschaft, dass Ouattara der Präsident ist.“

Nach der Präsidentenwahl Ende November war Oppositionspolitiker Ouattara zum Sieger erklärt worden. Doch Gbagbo weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen, und ließ sich erneut vereidigen. Seitdem kommt es in dem westafrikanischen Land immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen bereits mehr als 170 Menschen ums Leben kamen.

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Interview mit Klaus Loetzer (mit freundlicher Genehmigung von Deutschlandradio Kultur)

Wahlen in Côte d´Ivoire 2010

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