Stärkung des Etat civil in Togo

Erfolgreicher Abschluss des Projekts PACTE

Auch verfügbar in Français

Am 30. September 2016 endete offiziell das Projekt „Promotion de l’Accès aux Actes de l’état civil à Tous“, mit dem sich das Regionalprogramm Politischer Dialog Westafrika (PDWA) der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der Dachverband der togoischen Zivilgesellschaft (Concertation de la Société civile, CNSC) sechs Monate lang für die Stärkung des Etat civil in Togo eingesetzt hatten. Beide Partner zeigten sich hochzufrieden mit den Ergebnissen des Projekts.

Bild 1 von 4
Projekt PACTE Togo

Hintergrund

Zahlreiche Länder des frankophonen Westafrikas stehen vor dem gleichen Problem: Große Teile ihrer Bevölkerungen sind nicht im Besitz offizieller Papiere und können daher nicht oder nur eingeschränkt ihre staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten wahrnehmen. Auf 75 Prozent der Togoer im wahlfähigen Alter trifft dieser Umstand zu. Für den demokratischen Konsolidierungsprozess, die nationale Kohärenz und die Transparenz von Wahlen stellt dieser Umstand eine große Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund riefen das Regionalprogramm PDWA und der Dachverband der togoischen Zivilgesellschaft CNSC das Projekt PACTE ins Leben. Als am 08. April 2016 in Lomé der offizielle Startschuss für PACTE gegeben wurde, waren das politische und gesellschaftliche Interesse sowie die Erwartungen bezüglich der gemeinsamen Initiative KAS und CNSC groß http://www.kas.de/westafrika/de/publications/44879/.

Ergebnisse

In den folgenden Monaten wurde ein intensiver Dialog mit Behörden und Ministerien geführt, um Unterstützung und eine Erleichterung bei der Beantragung offizieller Papiere zu erreichen. Im Rahmen von Aufklärungskampagnen wurde die Bevölkerung für die Notwendigkeit sensibilisiert, Geburten offiziell registrieren zu lassen und Ausweisdokumente zu beantragen, um aktiv an politischen Prozessen und dem bürgerlichen Leben teilhaben zu können. Darüber hinaus wurden Multiplikatoren ausgebildet, die eine fortwährende Wirkung über das Ende des Projekts hinaus sicherstellen sollen. Bei der abschließenden Besprechung waren sich die verantwortlichen Vertreter von KAS und CNSC einig, dass das Erreichte die selbst gesteckten Ziele des Projekts übertreffe. Die Wirkung des Projekts, so der Leiter der CNSC, Koffi KEPOMEY, gehe weit über die Zahl der neu ausgestellten Ausweisdokumente hinaus. Durch die Radiospots, Fernsehsendungen und die Ausbildung von Multiplikatoren sei eine Breitenwirkung erzielt worden, die der erste Schritt hin zu einer Bewusstseinsänderung in der togoischen Bevölkerung sein könne. Der intensive Dialog mit den betroffenen Behörden und Ministerien sei fruchtbar gewesen und habe gezeigt, dass es durchaus einen politischen Willen gebe, das große Problem des schwachen Etat civil in Togo zu beheben. Dr. Valentin Katzer, Trainee der KAS im Regionalprogramm Politischer Dialog Westafrika, lobte das große Engagement und die Professionalität der CNSC. In Bezug auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die partnerschaftliche Zusammenarbeit besitze das Project PACTE einen Modellcharakter. Zudem bestehe die berechtigte Hoffnung, dass auch andere Länder der Region, in denen sich die Problematik des schwachen Etat civil mit ähnlicher Intensität stelle, von den positiven Erfahrungen von PACTE profitieren werden.

Autor

Dr. Valentin Katzer

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Abidjan, 18. November 2016