Freiwilliges Soziales Jahr im Politischen Leben

Ein Jahr lang hinter den Kulissen

In vielen der zahlreichen Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Deutschland arbeiten neben dem festen Mitarbeiterstab so genannte Freiwillige. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Politischen Leben (FSJP) erhalten Jugendliche die Möglichkeit, über ein Jahr in die Arbeitsabläufe der Stiftung miteingebunden zu werden, sich persönlich weiterzuentwickeln und beruflich zu orientieren. Ein Erfahrungsbericht.

Mein Weg zur KAS

Als ich im Jahr 2016 auf mein Abitur zusteuerte, wusste ich nicht recht, wie es nach der Schule für mich weitergehen sollte. Wie viele meiner Freunde durchstöberte ich die Studienportale, doch der direkte Weg zur Universität reizte mich überhaupt nicht. Eines Tages hörte ich von der Möglichkeit eines Freiwilligendienstes in der Politik. Ich machte mich gleich daran, entsprechende Stellen in meiner Umgebung zu suchen und gelangte letztendlich zur Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Dortmund.

Meine Aufgaben

Im Regionalbüro angekommen wurde ich gleich zu Beginn umfassend geschult, um schnellstmöglich in die Arbeitsabläufe miteingebunden werden zu können. Die Aufgaben, die in den nächsten 12 Monaten folgten, hätten vielfältiger nicht sein können. Ich half mit bei der Vor- und Nachbereitung unserer Veranstaltungen sowie dessen Durchführung, war für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und wurde zudem in organisatorische Angelegenheiten wie Strategieentwicklung und Haushaltsplanung miteinbezogen. Darüber hinaus lernte ich den Verwaltungsapparat kennen, der unerlässlich ist, wenn man wie die KAS mit öffentlichen Geldern arbeitet.

Meine Erfahrungen

In der Zeit meines FSJPs lernte ich mein eigenes Bundesland kennen, vom Rheinland bis ins Münsterland war ich in allen Regionen unterwegs. Insbesondere meine Heimat, das Ruhrgebiet in seiner Geschichte und Struktur, erschloss sich mir auf eine viel intensivere Art und Weise. Außerdem konnte ich mit der KAS in alle politischen Institutionen vom Stadtrat bis zum Europaparlament vor Ort eintauchen und habe mein Verständnis von Politik, Demokratie und Parteien um ein vielfaches erweitern können.

Dank des breiten Portfolios der Arbeit von Schulveranstaltungen über Seminare bis hin zu Diskussionen mit bekannten Persönlichkeiten hatte ich viele wertvolle Begegnungen und Erfahrungen. Sei es durch das Halten eines Einführungsvortrages vor Teilnehmerinnen des Frauenkollegs, der Begleitung einer Studienfahrt nach Berlin oder dem Besuch beim Bundesparteitag der CDU. Langweilig wurde es nie.

Das wirklich Nachhaltigste im ganzen Jahr war die umfassende Verantwortungsübernahme für einige Veranstaltungen. Den kompletten Prozess von ersten Gesprächen bis hin zur Realisierung des Projekts mitzusteuern war viel mehr, als ich vom FSJP erwartet hatte und gleichzeitig das, was mich am meisten herausforderte.

Mein Träger

Getragen und begleitet wird das FSJP in ganz NRW durch die so genannten Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste, kurz ijgd, welche dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angehören. Die ijgd vermitteln die Einsatzstellen und stehen den Freiwilligen beratend zur Seite. Insgesamt fünf Mal ging es mit dem Träger auf je eine Seminarwoche, bei der alle Freiwilligen zusammenkamen, die im politischen Bereich arbeiteten. Dazu zählen neben der KAS, auch Umweltschutzorganisationen, kommunale Einrichtungen oder Landtagsfraktionen. Die Seminare dienten neben dem Erfahrungsaustausch auch immer der Arbeit an einem konkreten Leitthema im politischen Spektrum, welches wir als Gruppe eigenständig auswählen und ausgestalten konnten. Die Seminare trugen zur Selbstorganisation bei und schufen viele interessante Freundschaften.

Mein Fazit

Nach nun einem Jahr blicke ich auf eine sehr spannende Zeit meines bisherigen Lebens zurück. Meine Erfahrungen haben mich persönlich außerordentlich weitergebracht und meine Vorstellungen für die Zukunft wurden gefestigt. Das Jahr, in dem ich auch so einiges mitbekam, was sich hinter den Kulissen der Politik abspielt, hat mir vor allem gezeigt, dass die Berufspolitiker auch bloß mit Wasser kochen. Es hat mir zudem vor Augen geführt, dass für eine lebendige Demokratie das Engagement der Bürger unerlässlich ist. Dahingehend möchte ich mich auch weiter im politischen und gesellschaftlichen Bereich engagieren. Ich habe gelernt, mich selbst zu organisieren und verantwortungsvoll in einem Team zu arbeiten.

Mein Dank

Letztlich bedanken möchte ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Regionalbüro, die mir nie das Gefühl gaben "nur der FSJler" zu sein, sondern mich von Anfang an voll ins Team integrierten. Das entgegengebrachte Vertrauen weiß ich sehr zu schätzen. Ich werde das Jahr in allerbester Erinnerung behalten und der Konrad-Adenauer-Stiftung weiterhin verbunden bleiben.

Jonas Vogt

#nextchapter Berlin

Jonas Vogt, Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahres im Politischen Leben 2016/2017, hat in Konrad Adenauer einen guten Weggefährten gefunden.

Ansprechpartner

Beate Kaiser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin Frauenkolleg

Beate Kaiser
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Fax +49 231 1087777-7