Strategie zur nachhaltigen Entwicklung der Regionen
Innovationen, Investitionen, Partnerschaft
Juni21Donnerstag
Veranstaltung ausgebucht
Datum/Uhrzeit
21. – 22. Juni 2012
Ort
Kyzylorda, Kasachstan
mit
Dr. Günter Dill
Typ
Seminar
Seminar für Unternehmer und Kommunalpolitiker zur Aufklärung über die Möglichkeiten der Partizipation im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung und zur Strategieentwicklung einer regionalen Wirtschaftsförderung
bereitgestellt von
Länderbüro Kasachstan
Die KAS zum ersten Mal in Kyzyl Orda (Südwestkasachstan) Mit der Veranstaltung „Strategie für die nachhaltige Entwicklung der Region: Innovation, Investition, Partnerschaft“ zum Thema Kommunale Selbstverwaltung und Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen zeigte die KAS erstmalig im Südwesten des Landes Präsenz. Der Verwaltungsbezirk Kyzylorda umfasst eine Fläche von ca. 240.000 KM2 vergleichbar der Größe der ehem. Bundesrepublik Deutschland und zählt zu den am wenigsten entwickelten Gebieten Kasachstans. Neben den reichen Ölvorkommen ist es vor allem wegen seinem von Russland gepachteten Weltraumbahnhof Baikanur bekannt. Infrastrukturmaßnahmen wie der Ausbau des Straßennetzes (u.a. die Fertigstellung der Westeuropa-Westchina Handelsstraße) sollen die Grundlage für die lokale und regionale Wirtschaftsentwicklung legen. Reformen finden hier langsamer statt als in den Ballungsgebieten der Großstädte. Im Gespräch mit Abgeordneten der Majlis, die auf Einladung der KAS bei der Veranstaltung in Kyzyl Orda teilnahmen, und dem Akim (des Verwaltungsbezirk Kyzylorda) am Vorabend der Veranstaltung ging es um die Entwicklungsdefizite, aber auch um die Entwicklungsfortschritte in der Region. Zu den Herausforderungen zählen u.a. die postsowjetisch geprägte Mentalität der Bürger, die vom Staat alles erwarten aber selbst nicht wissen, wie sie sich einbringen können, noch über ein Bewusstsein für marktwirtschaftliche Mechanismen besitzen. Das Prinzip der Subsidiarität ist vielen Bürgern fremd und man vertraut stattdessen auf eine staatlich gelenkte Umverteilung. Erste Reformansätze konnten am gleichen Tag bei dem Besuch eines Dorfes (Aul) mit ca. 1.500 Einwohnern sowie bei der Eröffnungszeremonie eines Brückenbaus besichtigt werden. Das Dorf erhielt kürzlich ein neues Kulturzentrum und Veranstaltungsgebäude, sowie eine sehr repräsentative und einladende Grünanlage im Zentrum, die den Einwohnern verbesserte Bedingungen für Gemeinschafts- und Kulturpflege ermöglichen. Die sich im Bau befindliche Brücke wird zukünftig den dortigen Einwohnern der Region den lokalen Handel wie auch die Wege zu den Verwaltungseinrichtungen erleichtern und die Strecken bis auf ein zehntel verkürzt. Bis zur Fertigstellung der Brücke müssen sie jedoch einen Umweg von über 100 km in Kauf nehmen. An der Veranstaltung selbst nahmen kasachische Kommunalpolitiker im Umkreis von über 500 km, Unternehmer kleiner und mittelständischer Betriebe sowie Vertreter von kleinen und kleinsten Dörfern, sowie aktive Bürger, Journalisten und NGO-Vertreter teil. Über 100 Teilnehmer nutzen die im Anschluss der Vorträge stattfindenden Diskussionen für die Thematisierung der Entwicklungsprobleme. Viele größere Betriebe seien ineffizient bzw. würden noch nach altem Sowjetmuster arbeiten. Alte Arbeitsstrukturen verhindern Reformen. Nur die kleinen Dienstleistungsbetriebe wie z.B. Restaurants und Friseure wie auch auf dem Bazar zeugen von erfolgreich stattgefundenen Reformprozessen. In anderen Regionen des Landes ließen sich Reformen erkennen, nur nicht hier in Kyzylorda. Es wurde sogar kritisch gefragt, ob dies evtl. am Akim liegen würde? Früher gäbe es mehr Einwohner als heute und man würde eine zunehmende Abwanderung insbesondere der jüngeren Generation feststellen können. Die Arbeitsgruppen des Nachmittags nutzen die Gelegenheit die Themen und angerissenen Probleme der Vorträge des Vormittags zu vertiefen.

Vortrag des ehem. stellv. Justizministers Herrn Zhakip Assanov und derzeitiger Majlis Abgeordneter der Regierungspartei Nur Otan zum Entwicklungsprogramm der Regierung für die Regionen



