Grenzen von Leib und Leben

Januar5Dienstag

Datum/Uhrzeit

5. Januar 2016, 19.00

Ort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus, Wilsdrufferstr. 2, Dresden, Deutschland. Zur Website ›

mit

Prof. Dr. Klaus Wiegerling, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe

Typ

Vortrag

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Grenzen in Zeiten der Entgrenzung"

Veranstaltungsnr.

B01-050116-1

Die Geschichte Europas ist auch eine Geschichte von Grenzverschiebungen, von Kriegen um Vorherrschaft und Territorien. Doch scheint der fest umgrenzte Territorialstaat ein inzwischen überholtes Modell zu sein. Im Zeitalter der Digitalisierung verbreiten sich Informationen und Ideen in rasantem Tempo - nahezu ungehindert. Die Internationalisierung der Politik, die Globalisierung der Handels- und Finanzströme oder politische Systemumbrüche stellen unser grundlegendes Verständnis von Grenzen in Frage. Die aktuelle Flüchtlingskrise führt uns die weitreichende Bedeutung dieses Themas vor Augen.
Die schwindende Bedeutung territorialer Grenzen berührt die Verfasstheit der Staaten selbst. Zum einen lassen sie sich nicht mehr in gleicher Weise sichern, wie dies bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts selbstverständlich war. Zum anderen hat das Gefühl der „Entgrenzung“ Auswirkungen auf die sozialen und kulturellen Aspekte unseres Zusammenlebens. Da sich Identität in der Erfahrung des Anderen ausbildet, konstituiert sich auch die Identität von Nationen aus der Wahrnehmung eines Gegenübers. Es verändern sich also nicht nur die geografischen und politischen Verhältnisse, sondern auch Einstellungen, Vorstellungen und Weltbilder. Wie gehen wir damit um?
Welche Rolle spielen Grenzen für die heutige Gestalt Europas und gewinnen sie angesichts der aktuellen Konflikte mit Russland wieder an Bedeutung? Wo liegen die Grenzen von Staatlichkeit und wie gehen Gesellschaften mit der Zuwanderung aus anderen Kulturen um? Gibt es grenzenloses Wachstum? Wo endet der medizinische und technische Fortschritt?
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wollen wir die vielfältigen Dimensionen des Begriffes „Grenzen“ gemeinsam mit namhaften Referenten erschließen. Zu den Vorträgen mit anschließender Diskussion laden wir Sie recht herzlich ein.

Prof. Dr. Klaus Wiegerling absolvierte ein Studium der Philosophie, Komparatistik und Deutschen Volkskunde an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Von 1983 bis 2001 war Wiegerling freischaffend tätig. Anschließend folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim SFB-Projekt Nexus der Universität Stuttgart am Institut für Technikphilosophie und Wissenschaftstheorie und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Seit 2013 arbeitet Wiegerling nun als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse.


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