Libanon: Zerreißprobe zwischen Flüchtlingsansturm, Syrien-Konflikt und innenpolitischer Krise

Vortrag von S.E. Fuad Siniora Premierminister a.D. des Libanon

November10Dienstag

Datum/Uhrzeit

10. November 2015, 18:00 – 21:00

Ort

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Tiergartenstr. 35, Berlin, Deutschland. Zur Website ›

Typ

Gespräch

Vor dem Hintergrund der europäischen und deutschen Dimension der Flüchtlingskrise stehen bei der Veranstaltung die erschwerten Rahmenbedingungen im Fokus, mit denen sich der Libanon als Hauptaufnahmeland von Flüchtlingen konfrontiert sieht.

Bereitgestellt von

Logo: Konrad-Adenauer-StiftungAkademie Berlin

Der Libanon ist seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs Aufnahmeland von mehr als 1,2 Millionen Flüchtlingen. Ungefähr ein Drittel seiner Bevölkerung sind daher bereits Flüchtlinge während neue Flüchtlingsströme Tag für Tag in das Land kommen, sodass das Land mittlerweile an die Grenzen seiner Kapazitäten stößt. Ebenso sehen sich die staatlichen Institutionen des Libanon und zivilgesellschaftliche Gruppen vor der Herausforderung, wachsendes soziales, ethnisches und religiöses Konfliktpotential zwischen Flüchtlings- und Aufnahmegesellschaft zu entschärfen. Zudem sieht sich der Zedernstaat mehr und mehr der sicherheitspolitischen Bedrohung durch den angrenzenden Syrienkonflikt und einer hiervon ausgehenden Konfessionalisierung der Region ausgesetzt.

Hierzu kommt eine andauernde innenpolitische Krise. In den stockenden Verhandlungen über die Wahl eines neuen Präsidenten haben sich die beiden großen politischen Lager seit Mai 2014 immer weiter voneinander entfernt. Ausgelöst durch die „Müllkrise“ gingen zuletzt Zehntausende Libanesen im Protest gegen die politischen Parteien und den Stillstand des parlamentarischen Systems auf die Straße.

Vor dem Hintergrund der europäischen und deutschen Dimension der Flüchtlingskrise stehen bei der Veranstaltung die erschwerten Rahmenbedingungen im Fokus, mit denen sich der Libanon als Hauptaufnahmeland von Flüchtlingen konfrontiert sieht. Diese machen eine entschiedene Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und Deutschlands zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vor Ort und zur langfristigen Eindämmung von Fluchtursachen in der Region insgesamt notwendig. Fuad Siniora, sunnitischer Muslim, und derzeit stv. Vorsitzender der Partei Future Movement studierte an der American University of Beirut Business Administration und arbeitete u.a. für die Citibank und die libanesische Zentralbank. Er diente später als Minister in fünf aufeinanderfolgenden Kabinetten (1992-2004) unter Rafik Hariri und von 2005 bis 2009 als Premierminister des Libanon.

Die Veranstaltung wird simultan deutsch-englisch gedolmetscht.

Hinweis:

Bitte melden Sie Ihre Teilnahme über den folgenden Onlinelink an. Bitte vergessen Sie nicht, vor Ort bei der Anmeldung in der Akademie einen Lichtbildausweis vorzulegen.

Programm:

Begrüßung
Dr. Hans-Gert Pöttering
Präsident des Europäischen Parlaments a.D. / Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

Vortrag
S.E. Fuad Siniora
ehem. Premierminister des Libanon / Vorsitzender Future Movement

Anschließende Diskussion

Moderator:
Peter Rimmele
Leiter KAS-Länderbüro Libanon u. KAS-Rechtstaatsprogramm Naher Osten

Schlusswort
Dr. Gerhard Wahlers
Stellvertretender Generalsekretär / Leiter Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit, KAS

Empfang und Eröffnung der Ausstellung Ganz nah aber weit genug - Flüchtlinge im Libanon

Die Fotoausstellung ist ein Kooperationsprojekt des KAS-Auslandsbüros Libanon mit der Journalistischen Nachwuchsförderung (JONA) der Stiftung. Fotografiert und konzipiert wurde die Ausstellung von zehn Stipendiaten, die am Rande ihrer Medientrainings vor Ort Flüchtlingslager besucht und mit Politikern, Vertretern der Zivilgesellschaft und Journalisten gesprochen haben.

Ganz nah aber weit genug - der Trailer

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S.E. Fuad Siniora, Premierminister a.D. des Libanon | Foto: wikimedia

S.E. Fuad Siniora, Premierminister a.D. des Libanon | Foto: wikimedia

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Referent im Team Naher Osten und Nordafrika

Dr. Malte Gaier
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