Gesundheitswirtschaft als Standort- und Imagefaktor einer Region

Januar22Montag

Datum/Uhrzeit

22. – 23. Januar 2018

Ort

Mercure Parkhotel Krefelder Hof, Uerdinger Str. 245, Krefeld, Deutschland. Zur Website ›

mit

Prof. Dr. Josef Hilbert; Erwin Rüddel MdB u.a.

Typ

Fachkonferenz

Die Gesundheitswirtschaft in ihren Komponenten medizinische und pflegerische Versorgung, Medizintechnik, Gesundheitshandwerk sowie Wellness u.a. hat einen wachsenden Anteil am Bruttosozialprodukt. Dies jedoch lokal in unterschiedlicher Ausprägung.

Hintergrundinformationen:

Gesundheitswirtschaft definiert sich in ihrem Kern als stationäre und ambulante Versorgung von Kranken und Pflegebedürftigen. Träger der Versorgung sind öffentliche (z.B. Kommunen und die Länder), frei-gemeinnützige (z.B. Kirchen und Wohlfahrtsverbände) sowie private Anbieter (einschl. niedergelassener Ärzte). Der Marktanteil zwischen den Akteuren hat sich sowohl bei Krankenhäusern als auch bei den Angeboten der stationären und ambulanten Pflege über die Jahre deutlich verschoben. Bezogen auf die Krankenhäuser relativiert sich der sinkende Anteil der öffentlichen Träger, wenn man die Anzahl der Betten betrachtet. 48 % der Betten werden auch heute noch in öffentlichen, d.h. auch kommunalen Einrichtungen bereit gestellt. Die Anzahl der Krankenhäuser hat sich deutlich reduziert, wohingegen die Anzahl der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen gestiegen ist. Der Anteil privater Träger ist in allen Versorgungsarten (Krankenhaus, stationäre/ambulante Pflege) deutlich gestiegen, frei-gemeinnützige Träger können sich am Markt behaupten. Der sehr geringe Anteil der Kommunen an den sozialen Diensten und Einrichtungen resultiert aus dem Subsidiaritätsprinzip, das anderen Trägern Vorrang einräumt (Quelle: IAQ Uni Essen). Die Kommunen haben jedoch mittels der sog. verbindlichen Bedarfsplanung (s. beispielhaft für unseren Veranstaltungsort Krefeld) die Möglichkeit der Steuerung über Umfang und räumliche Verteilung des Angebots. Im Bereich der ambulanten ärztlichen Versorgung treten Kommunen mit Medizinischen Versorgungszentren seit Kurzem erstmals als Anbieter in der Gesundheitswirtschaft auf und sollen diese Rolle in Zukunft möglichst verstärkt wahrnehmen >>.

Die Gesundheitswirtschaft ist darüber hinaus sehr facettenreich und umfasst z.B. lt. Bundesverband der Deutschen Industrie BDI (2013) in ihrem Kernbereich Krankenhäuser, Pflege und Arztpraxen (s.o.) sowie darüber hinaus Apotheken, das Kur- und Bäderwesen und Physiotherapie. Im Bereich der Hersteller und Lieferanten sind zu nennen: Medizintechnik, Teile von IT und neuen Medien, von Logistik und Vertrieb, Teile der Ernährungsindustrie, der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Baugewerbes, der Biotechnologie sowie die pharmazeutische Industrie. In einem erweiterten Bereich zählen nach BDI zur Gesundheitswirtschaft Gesundheitsberatung, Ambient Assisted Living, Wellness, Sportartikel, Fitness, Mundhygiene, Individuelle Gesundheitsleistungen, Brillen, alternative Medizin, OTC-(nicht verschreibungspflichtige)-Arzneimittel, sog. Functional Food, Nahrungsergänzungsmittel, Gesundheitstourismus, Rehabilitation, Bücher, Zeitschriften.

Überblicks-Graphik des Bundeswirtschaftsministeriums: Wachstumsraten der Gesundheitswirtschaft im Vergleich zur Gesamtwirtschaft

Der Ausschuss Gesundheitsregion Niederrhein der IHK Mittlerer Niederrhein als ein Beispiel der Vernetzung gesundheitswirtschaftlicher Akteure - Ziele: Effizienz, Transparenz und Bekanntheit, Innovationsförderung, Personalentwicklung und -sicherung, Betriebliches Gesundheitsmanagement


Beiträge der Referenten / vorgestellte Positionen und Institutionen:

Die Wachstumsstärke der Gesundheitswirtschaft ist maßgeblich abhängig von den Finanzmitteln, die in diesen Sektor fließen. Im Krankenhausbereich tragen die Krankenkassen die unmittelbaren Kosten des Aufenthalts der Patienten, Investitionen sind Ländersache. Letztere sind jedoch bundesweit zu gering, so Erwin Rüddel, MdB. >>

Auf der web-Seite des Forschungsschwerpunkts "Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität" des IAT finden Sie eine weitere Auflistung dessen, was die breit gefächerte Branche Gesundheitswirtschaft ausmacht.

19 Gesundheitsregionen bundesweit, sowohl im ländlichen Raum als auch in den Metropolen, sind Mitglied im Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen.

Folien zum Vortrag von Prof. Dr. Josef Hilbert, Geschäftsführender Direktor Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen

Die Städtische Seniorenheime Krefeld vereinen in ihrem Angebot stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote sowie Hilfen für Zuhause und sind damit ein gewichtiger Akteur in der Krefelder Gesundheitswirtschaft.

Eingaben des Bundesrats zur Sicherung einer quartiersnahmen Unterstützung von in der eigenen Häuslichkeit versorgten pflegebedürftigen Menschen durch Öffnung stationärer Pflegeeinrichtungen zur Leistungserbringung im Quartier vom 12.9.2016, PSG III >>

Folien zum Vortrag von Jörg Schmidt, Geschäftsführer Städtische Seniorenheime Krefeld

Die Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen existiert seit 2001 und bildet sich aus der Wertschöpfungskette Dentaltechnik, Medizintechnik, Rehabilitations- und Orthopädietechnik, Dienstleistung und Beratung, Forschung und Bildung, Marketing und Vertrieb, Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen.

Städtisches Krankenhaus Brilon, Mitglied der Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen: Beispiel für eine innovative, IT-gestützte, nachstationäre Versorgung hilfebedürftiger Menschen >>

Folien zum Vortrag von Nadine Paschmann, Geschäftsführerin Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen


Veranstaltungen der KommunalAkademie im Themenfeld Gesundheit und Pflege:

"Barrierefreier Wohnraum - Stand und Ausblick" März 2017

"Die Rolle der Kommunen bei der Betreuung Hilfs- und Pflegebedürftiger - die Pflegestärkungsgesetze" Juli 2016

"Die Rolle der Kommunen bei der Betreuung Hilfs- und Pflegebedürftiger - die Pflegestärkungsgesetze" Juni 2016

"Die neue Rolle der Kommunen im - öffentlichen - Gesundheitswesen" Nov. 2015

"Die generationengerechte Stadt – Barrierefreiheit weiter denken" Kommunalkongress Okt. 2015

"Wohnort-nahe, Sozialraum-orientierte Versorgung und Betreuung Hilfs- und Pflegebedürftiger" Juni 2015

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