Islam und Zivilgesellschaft: Integration durch Reformation?

Gemeinsames Symposium des Muslimischen Forums Deutschland und der KAS Hamburg

April28Freitag

Datum/Uhrzeit

28. – 29. April 2017, 14.00 - 14.00 Uhr

Ort

Politisches Bildungsforum Hamburg der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., HanseContor Esplanade, Stephansplatz 2-6, Hamburg, Deutschland

mit

Ahmad Mansour, Psychologe und Autor u.a. von "Generation Allah"; weitere Referenten gemäß dem untenstehenden Programm. Tagungsleitung: Rudolf van Hüllen

Typ

Symposium

Fachtagung zur Einordnung eines modernen Islam im zivilgesellschaftlichen Kontext

Veranstaltungsnr.

B20-280417-1

Das nachstehende Symposium findet als gemeinsames Projekt des Muslimischen Forum Deutschland (MFD) und des Politischen Bildungsforums Hamburg der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) statt, mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Akademie im Rheinland. Vonseiten des MFD zählt die Tagung zur Veranstaltungsreihe „Islam und Reformation. Ein inner- und interreligiöser Dialog über Glaube, Pluralismus und Zukunft des Zusammenlebens“ und wurde vom Arbeitskreis „Gesellschaftlicher Friede und innere Sicherheit in Deutschland: Muslime und Nichtmuslime im Dialog“ konzeptionalisiert. Inhaltlich geht es uns Kooperationspartnern um Folgendes:

Religiöse Ungleichheit und oft damit einhergehende kulturelle Differenz können Konflikte hervorbringen, auf die die Zivilgesellschaft vorbereitet werden muss. Es reicht nicht, Gleichheit und Toleranz zu betonen und - wenn es sein muss - mit den Mitteln des staatlichen Gewaltmonopols durchzusetzen. Es fehlen Gesichtspunkte und Regeln, wie mit kultureller Differenz zu verfahren ist, wenn sie in einem übergreifenden gemeinsamen (zivilgesellschaftlichen) Lebenszusammenhang ausgetragen wird. Dazu gehört eine entwickelte und im Bewusstsein aller Betroffenen mental verankerte Kultur der Anerkennung von Differenz. Unverzichtbar für eine solche Kultur ist ihre Begründung auf den historischen Errungenschaften der Zivilgesellschaft, also auf den für sie maßgebenden universalistischen Normen, die die Behandlung von kultureller Differenz strikt an das Gleichheitsprinzip und an das Toleranzgebot binden. Es muss sich um eine Anerkennung unter Gleichen handeln. Das bedeutet für den Modus dieser Anerkennung, dass sie dem Gesichtspunkt der Wechselseitigkeit verpflichtet sein muss. Es handelt sich folglich um eine Kultur, in der der Gesichtspunkt wechselseitiger Anerkennung von Differenz das Verhältnis unterschiedlicher Zugehörigkeiten regelt und gesellschaftliche Solidarität begründet. Letztere ist das Fundament der Integration.

Wenn es gerade religiöse Elemente sind, die heutzutage kulturelle Differenz zum Regelungsproblem machen, muss da nicht auch ein Impuls zur Anerkennung aus der Religion selbst kommen? Im Falle der in Deutschland lebenden Muslime stellt sich die Frage nach ihrem Beitrag zur Schaffung einer Kultur konstruktiver Kritik und wechselseitiger Anerkennung. Dies stellt die islamische Theologie vor eine kolossale Herausforderung. Im Rahmen des Hamburger Symposiums werden Muslime und Nichtmuslime sich der Frage widmen, wie religiöse Erneuerungen und zeitgemäße Hermeneutik sakraler Quellen des Islam unter Einbeziehung von Möglichkeiten und Grenzen zivilgesellschaftlichen Engagements zur Bewältigung dieser Herausforderung beitragen können. Das Tagungsprogramm im Einzelnen:

Freitag, 28. April 2017

Bis 13.30 Uhr Anreise und Beziehen der Hotelzimmer

14.00 Uhr Come-Together im Politischen Bildungsforum Hamburg der KAS, mit Imbiss

14.30 Uhr Eröffnung, Begrüßung und inhaltliche Einführung

  • Dr. Karolina Vöge (zugesagt), Landesbeauftragte für Hamburg der Konrad-Adenauer-Stiftung, und Rudolf van Hüllen (zugesagt), Extremismus-Fachmann und Tagungsleiter
  • Ahmad Mansour (zugesagt), Autor und Vorsitzender Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland (MFD), sowie Aladdin Sarhan (zugesagt), Vorstandsmitglied des MFD
  • Jörgen Klußmann (zugesagt), Studienleiter bei der Evangelischen Akademie im Rheinland

15.15 Uhr Panel I: Keynotes

  • Moderation: Dr. Karolina Vöge

Religion und Zivilgesellschaft: Idee eines Verhältnisses

  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörn Rüsen (zugesagt), Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen

Der Islam und die Freiheit des Menschen

  • Prof. Dr. Abdel Rady Abdel Mohsen Radwan (zugesagt, Einreise offen), Islamwissenschaftler an der Universität Kairo

16.45 Uhr Diskussion im Plenum (mit Prof. Rüsen und Prof. Radwan)

17.30 Uhr Kaffeepause

18.00 Uhr Panel II: Religiöse Ungleichheit und kulturelle Differenz

  • Moderation: Dr. Marwan Abou Taam (zugesagt), MFD

Islam und Reformation: Anmerkungen aus einer vergleichenden Perspektive

  • Dr. Michael Kreutz (zugesagt), Islamwissenschaftler aus Bochum

Vielfalt als Herausforderung: Fallbeispiel Libanon

  • Dr. Thomas Scheffler (zugesagt), Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin

19.30 Uhr Diskussion im Plenum (mit Dr. Kreutz und Dr. Scheffler)

20.15 Uhr Ausklang des ersten Symposiumtages beim gemeinsamen Abendessen im Bildungsforum

Samstag, 29. April 2017

9.00 Uhr Panel III: Islamistische Feindbilder als Herausforderung

  • Moderation: Evin Jakob (zugesagt), MFD

Vom Vorurteil zur Vernichtung: Islamistische Feindbilder und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen

  • Aladdin Sarhan und Dominic Musa Schmitz, Autor und Salafismus-Aussteiger

Dekonstruktion von islamistischen Feindbildern und Schaffung einer islamisch begründeten Kultur wechselseitiger Anerkennung

  • Dr. Marwan Abou Taam

10.30 Uhr Diskussion im Plenum (mit Dr. Abou Taam, Herrn Sarhan und Herrn Schmitz)

11.15 Uhr Pause mit Kaffee und Kuchen

11.30 Uhr Panel IV: So kann es gelingen!

  • Moderation: Ahmad Mansour

Reform des religiösen Diskurses

  • Dr. Assem Hefny (zugesagt), Islamwissenschaftler an der Philipps-Universität Marburg

Wege zur Versöhnung zwischen Religion und Zivilgesellschaft

  • Jörgen Klußmann

13.00 Uhr Abschlussdiskussion im Plenum (mit Dr. Hefny und Herrn Klußmann)

13.45 Uhr Dank, Tagungskritik und Abschluss

14.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen und Ende der Tagung

Teilnahmebedingungen: Zur Teilnahme an diesem Symposium laden wir besonders herzlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie muslimische und nicht-muslimische Akteure und Multiplikatoren aus der Zivilgesellschaft ein. Darüberhinaus sind selbstverständlich am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Wir erbitten Ihre schriftliche Anmeldung - mit Vor- und Nachnamen, Postanschrift, E-Mail und Telefonnummer - per E-Mail an karolina.voege@kas.de. Der Teilnehmerbeitrag beläuft sich auf insgesamt 65 Euro pro Person, worin die Tagungsteilnahme inkl. -materialien, die im Programm ausgewiesene Verköstigung und eine Hotelunterbringung mit Frühstück enthalten sind. Wenn Sie die Hotelübernachtung nicht in Anspruch nehmen möchten, reduziert sich der Teilnehmerbeitrag auf 30 Euro. Der Teilnehmerbeitrag kann vor Ort beglichen werden. Schließlich ist zu berücksichtigen, dass Reisekosten von den Tagungsteilnehmern selbst zu tragen sind. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und sehen diesem Symposium mit Freude entgegen.

Anfahrt

Größere Kartenansicht

MFD Logo

Ansprechpartner

Dr. Karolina Vöge

Landesbeauftragte für Hamburg und Leiterin des Politischen Bildungsforums Hamburg

Dr. Karolina Vöge
Tel. +49 40 2198508-1
Fax +49 40 2198508-9