"Ein Leben dazwischen"

Als die Juden nach Deutschland flohen - Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte

April17Dienstag

Datum/Uhrzeit

17. April 2018, 19 Uhr

Ort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus, Wilsdrufferstr. 2, Dresden, Deutschland. Zur Website ›

mit

Hans-Peter Föhrding und Dr. Heinz Verfürth sowie Ruwen "Robbi" Waks

Typ

Lesung

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Gründung des Staates Israel

Veranstaltungsnr.

B01-170418-1

Ein besonderes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte beleuchten die Journalisten Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth: Nach dem Ende des 2. Weltkrieges flammte in Osteuropa der Antisemitismus bald erneut auf. 1946/47 flohen schätzungsweise 300.000 Juden ausgerechnet nach Deutschland. Ihre Hoffnung war mittels des Schutzes der westlichen Siegermächte weiter nach Palästina zu gelangen. Als Staatenlose, sogenannte DISPLACED PERSONS, lebten sie in Lagern. Sie mussten erfahren, dass sich der Weg nach Palästina oder Kanada und die USA nur langsam oder teils gar nicht ebnete. Am Beispiel des Schicksals der geflüchteten Polin Lea Waks und ihrer Familie zeichnen die Autoren nach, wie sich dieses Leben gestaltete. Im Lager war man unter sich und verlies es aus Angst kaum. In den DP-Lagern erwächst schließlich ein neues jüdischen Leben. Die US-Historikein Atina Grossmann bezeichnete dies einmal als „die Rückgewinnung der Zukunft“. Förding und Verfürth lassen Hintergründe zu den gesellschaftlich-politischen Verhältnissen in Polen, die zum Antisemitismus führten, aber auch zu den politischen Hintergründen der Staatsgründung Israels 1948 einfließen. Lea Waks blieb letztlich bis zu ihrem Tod 2015 in Deutschland. Ihr Sohn Robbi lebt heute aber in Tel Aviv.


Zu der Buchvorstellung und Diskussion begrüßen wir die Autoren Hans-Peter Föhrding und Dr. Heinz Verfürth sowie den Zeitzeugen und Historiker Ruwen "Robbi" Waks.

Hans-Peter Föhrding studierte Pädagogik, Psychologie und Soziologie und war mehrere Jahre in der Erwachsenenbildung tätig. Außerdem als Journalist in leitender Stellung u.a. bei der Leipziger Volkszeitung und der Mitteldeutschen Zeitung, Redaktionsleiter der Jüdischen Allgemeinen. Als freier Journalist widmet Föhrding sich gesellschaftlichen Themen.

Dr. Heinz Verfürth studierte politische Wissenschaft, Neuere Geschichte und Soziologie. Er war Redakteur u.a. beim Spiegel und dem Handelsblatt. 1972 Chefreporter beim Kölner Stadt-Anzeiger, später dort Leiter des Politikressorts. 1993–1999 Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung. 1973 Theodor-Wolff-Preis. Jetzt freier Journalist und Autor in Berlin.

Ruwen „Robbi“ Waks wurde 1947 im Displaced Persons-Lager Ziegenhain in Hessen geboren. Er ist in Deutschland aufgewachsen. Ende der 60er Jahre ging er nach Israel und war dort als Hochschuldozent tätig. Heute lebt der Historiker und Politologe in Tel Aviv.



Hans-Peter Föhrding, Heinz Verfürth: Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, Verlag Kiepenheuer&Witsch 2017, ISBN: 978-3-462-04866-7, 352 S., 24,00 Euro. Mehr zum Buch

Die evangelische Buchhandlung C.L. Ungelenk Nachf. Dresden bietet vor Ort zur Veranstaltung einen Büchertisch an. Sie können also bei der Veranstaltung das Buch von Föhrding/Verfürth erwerben und signieren lassen. Evangelische Buchhandlung C.L. Ungelenk


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Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Die Teilnehmenden erklären mit der Anmeldung ihr Einverständnis, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während oder nach der Veranstaltung entstandene Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel des Freistaats Sachsen. Grundlage ist der von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossene Haushalt.

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Robbi Waks mit Vater und Mutter

Quelle: Privatarchiv Ruwen Waks

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Landesbeauftragter für Sachsen und Leiter des Politischen Bildungsforums Sachsen

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