Wiedervereinigung

25 Jahre deutsche Einheit

3. Oktober 1989 Berlin
3. Oktober 1990: Die DDR tritt dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Die Bundesrepublik verfügt von nun an über die volle Souveränität. Bundespräsident von Weizsäcker ernennt fünf ehemalige DDR-Politiker zu Ministern ohne Geschäftsbereich.

„Die deutsche Frage kann nur unter einem europäischen Dach gelöst werden. Der Satz Adenauers erweise sich als richtig“, meinte Bundeskanzler Helmut Kohl im Januar 1990. Westbindung und europäische Integration waren für christdemokratische Kanzler stets entscheidende Schritte zur Überwindung der Teilung Deutschlands und zur Bekämpfung nationalistischer Bestrebungen.

Von 1949 an zielte die Politik Konrad Adenauers darauf, Deutschlands Existenz gegen sowjetische Expansionsabsichten zu sichern, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Teilung Deutschlands geführt hatten. Zugleich wollte er die parlamentarische Demokratie stärken und die christlichen Werte des Abendlandes bewahren. Beide waren durch die kommunistische Unterdrückung und Gewaltherrschaft in Osteuropa und der DDR bedroht. Durch Integration der Bundesrepublik Deutschland in die westliche Staatengemeinschaft sollte die junge Demokratie gefestigt, Sicherheit im Inneren garantiert und das deutsche Volk davon abgehalten werden, sich in nationalistische Abenteuer zu stürzen. Das galt umso mehr für ein künftiges wiedervereinigtes Deutschland, das Mitglied der europäischen Staatengemeinschaft sein sollte – so legte es der Deutschlandvertrag von 1955 fest.

Neues Online-Angebot der Bundesregierung
    Anlässlich von "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" hat die Bundesregierung die Seite "Freiheit und Einheit" gestartet mit zahlreichen Hintergrundinformationen und aktuellen Meldungen.

Die NATO und die Europäischen Gemeinschaften bildeten Bollwerke gegen kommunistische Infiltrationen, weil sie seit jeher Wertegemeinschaften verkörpern. Freiheit und freie Wahlen waren und sind für sie Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts eines jeden Volkes. Dieses Recht allen Deutschen zu gewähren, entsprach dem westlichen Demokratieverständnis und stellte für die Union und ihre christdemokratischen Bundeskanzler Adenauer, Erhard, Kiesinger und Kohl die Grundvoraussetzung für die Erlangung der Wiedervereinigung dar.

Strikt wehrten sich CDU und CSU in den 1950er Jahren gegen Bestrebungen von SPD und Teilen der FDP, um der nationalen Einheit willen ein wiedervereintes, aber neutrales Deutschland den Freiheiten westlicher Demokratie vorzuziehen. Dem angeblich unlösbaren Widerspruch von Westintegration und Wiedervereinigung begegnete Adenauer mit der politisch richtigen, aber damals keineswegs populären Behauptung, die Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit komme nur auf dem Wege über die europäische Integration zustande. Bis zur Wiederherstellung der deutschen Einheit 1990 befolgten alle Christdemokraten das Prinzip: ohne Freiheit keine Einheit in Freiheit.

Wiederaufbau, Sicherheit, Freiheit, Souveränität und Gleichberechtigung ließen sich mit der Westintegration erreichen. Das Ziel der Wiedervereinigung musste auch deshalb zurückstehen, weil sie ohne Einwilligung der Sowjetunion nicht zu realisieren war. Freiheit und Westintegration rangierten daher für Adenauer vor der Wiedervereinigung, ja sie waren letztlich der Weg dorthin, was sich 1989/90 bewahrheitete. weiter... (Adenauers Geduld und Weitsicht)

Publikationen

"Ich hätte es besser gemacht"

Kurt Biedenkopf veröffentlicht seine Tagebücher 1989 bis 1994
Horst Möller, Die Politische Meinung, 17. Juni 2016 mehr...

Deutsch-Ungarische Beziehungen im Kontext der deutschen Einheit

Plenum Kompakt der gleichnamigen Konferenz erschienen
Das Auslandsbüro Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung publizierte vor kurzem ein Plenum Kompakt zur Konferenz "Deutsch-Ungarische Beziehungen im Kontext der deutschen Einheit", die am 29.-30. September 2015 in Budapest stattfand. Katrin Holtz, Frank Spengler, Bence Bauer, LL.M, 3. Nov. 2015 mehr...

"Nord- und Südkorea sind wie Wasser und Öl"

Interview mit einem Flüchtling aus Nordkorea über eine mögliche Wiedervereinigung
Über die Menschenrechtssituation in Nordkorea, was den Norden vom Süden trennt und was die Voraussetzungen für eine Wiedervereinigung sind, sprach Ji-hyun Park mit KAS.de. Sie glaubt schon an Tag "X", den Tag der Wiedervereinigung, doch dafür müssten vor allem die Menschen in Korea miteinander reden. Doch die Gesellschaften sind noch zu weit voneinander entfernt, schließlich haben sich die Kulturen der beiden Länder seit 70 Jahren auseinanderentwickelt. So hat Park am eigenen Leib erfahren müssen, wie Nordkoreas Regime Menschenrechte mit Füßen tritt. 9. Okt. 2015 mehr...

"...da waren noch Menschen"

Ansichten junger Südkoreaner zur Wiedervereinigung Koreas
Bilinguale Publikation in deutsch und koreanisch 3. Okt. 2015 mehr...

Alle Publikationen zum Thema (133)
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Ausschnitt aus dem Film "50 Jahre CDU" zum Mauerfall und der Wiedervereinigung

25 Jahre Deutsche Einheit