Westbindung
Die Westintegration der Bundesrepublik Deutschland war eine Vorbedingung ihrer Existenz. Dass sie aber deswegen noch lange nicht unumstritten war, zeigen beispielsweise die hitzigen Bundestagsdebatten über den Deutschlandvertrag – in denen auch deutlich wird, wie sehr sich Konrad Adenauer der historischen Bedeutung der von ihm vorangetriebenen Politik bewusst war: „Es handelt sich bei der Entscheidung, die der Bundestag zu treffen hat, nicht um eine Entscheidung wie über irgendein anderes Gesetz, sondern – ich wiederhole nochmals – die deutsche Geschichte steht an einer Wende.“
Deutschland sollte sich abwenden von dem Pfad, der es in die dunkelsten Jahre seiner Geschichte geführt hatte. Das Streben nach Dominanz in Europa sollte einer Einbettung in ein neuartiges europäisches Konzert weichen. Dabei gab es angesichts der sich rasch etablierenden geopolitischen Zweiteilung der Welt in einen demokratischen und einen kommunistischen Block für ein freiheitliches Deutschland nur einen Weg – nach Westen.
Im Rückblick wird oft übersehen, dass diese politische Neuorientierung Deutschlands sowohl auf einer Gemeinschaft der Werte als auch auf einer Überschneidung der Interessen gründet. Erst beides zusammen macht den Erfolg und die Tragfähigkeit der Westbindung aus. Die demokratischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien der Bundesrepublik begründen die Affinität zu den anderen westlichen Staaten, aber gerade in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg sind es das existenzielle Schutz- und Sicherheitsbedürfnis sowie die ökonomische Lage, welche die Hinwendung zum Westen, insbesondere den USA, klug und notwendig machen. weiter...
Publikationen
Adenauers Westbindung und die Anfänge der europäischen Einigung
Die vorliegende Publikation thematisiert die Einbindung der noch jungen Bundesrepublik in den Europäischen Integrationsprozess als Grundpfeiler einer stabilen politischen Ordnung Europas und spannt den Bogen von den Anfängen der europäischen Einigungsbewegung nach 1945 bis hin zu den Römischen Verträgen, auf deren erfolgreichen Abschluss die zweite Regierung unter Konrad Adenauer zum Ende ihrer Amtszeit zurückblicken konnte. Heiner Timmermann, 9. Juni 2009 mehr...
„Schädliche Vier-Augen-Kultur!“
Prof. Dr. Arnulf Baring in Osnabrück und Oldenburg
„Es lebe die Republik! Es lebe Deutschland!“, schloss Prof. Dr. Arnulf Baring seine beiden Vorträge in Osnabrück und Oldenburg, zu denen die Konrad-Adenauer-Stiftung aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland geladen hatte. Baring würdigte insbesondere die ersten beiden Dekaden der jungen Demokratie. Westbindung, sozialer Friede durch innerbetriebliche Mitbestimmung und die Integration der Vertriebenen hob er als große Leistung insbesondere der Adenauer-Ära hervor. 60 Jahre Frieden und Freiheit seien jedoch alles andere als selbstverständlich. Stefan Hofmann, Veranstaltungsbeiträge, 18. Mai 2009 mehr...
Deutschlandbilder - My Germany
Eine Bilanz des Wiesbadener Gesprächs 9. Februar 2009
35 „Deutschlandbilder“ präsentierte Jo Ellen Powell, Generalkonsulin der Vereinigten Staaten von Amerika, 170 Teilnehmern des Wiesbadener Gespräches der Konrad-Adenauer-Stiftung. Diese Fotografien erinnern an persönliche Begegnungen der Diplomatin, die seit 2006 an der Spitze des Frankfurter Generalkonsulates steht, mit „Deutschen aller gesellschaftlicher Hintergründe“, lenken aber außerdem Aufmerksamkeit auf zeitgeschichtliche Ereignisse wie weltbekannte Landschaften und Denkmäler. Thomas Ehlen, Veranstaltungsbeiträge, 10. Feb. 2009 mehr...
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Ausschnitt aus dem Film "40 Jahre CDU" zum Thema Westbindung









