G20

Wichtigstes globales Steuerungsgremium der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

Mit der globalen Krise an den Finanzmärkten und der nachfolgenden weltweiten Rezession ist die Gruppierung der G20 auf ein neues Bedeutungsniveau gehoben worden.

Ein weiterer G20-Gipfel im Zeichen des Krisenmanagements

Der sechste G20-Gipfel vom 3.-4. November 2011 in Cannes stand ganz im Zeichen der Staatsschuldenkrise in der Eurozone. Die Beschlüsse des Europäischen Rates vom 26. Oktober 2011 haben zwar maßgebliche Schritte zur Entlastung Griechenlands, zur Stärkung des EFSF sowie zur Stabilisierung des europäischen Bankensystems in die Wege geleitet. Dennoch besteht – nicht zuletzt aus anhaltender Sorge vor einer Übertragung der Krise in der Eurozone auf andere Länder und Regionen – inzwischen ein hoher internationaler Druck auf den EU-Mitgliedstaaten. Es geht um die effektive Umsetzung der Beschlüsse des Europäischen Rates. Dabei war auch die Einbeziehung insbesondere der Schwellenländer in die Lösungsstrategien zur europäischen Schuldenkrise ein Thema.

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Darüber hinaus zeichneten sich innerhalb der G20 Unterschiede im Verständnis der Rolle des IWF in der Eurozonenkrise ab. Deutliche Differenzen zeigten sich zudem im Hinblick auf die übergeordnete wirtschaftspolitische Strategien, um zu globalem Wachstum zurück zu kehren: Die Gegensätze sind am deutlichsten zwischen den USA, die mit weiteren Stimulusprogrammen und quantitativen geldpolitischen Maßnahmen der erlahmenden Konjunktur im Land einen Anschub geben wollen, und Deutschland, das mit Spar- und Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen einen stabilitätsorientierten Weg in seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik verfolgt.

Die Gipfel-Agenda der französischen G20-Präsidentschaft war ambitioniert. Kernthemen in Cannes waren – neben der europäischen Staatsschuldenkrise: Die Reform des internationalen Währungssystems, der Ausbau der Finanzmarktregulierung, die Begrenzung der Volatilität von Rohstoffpreisen, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Stärkung der sozialen Dimension der Globalisierung, Korruptionsbekämpfung und die Förderung weltweiter Entwicklung.

Neben den Staats- und Regierungschef der 19 Mitgliedstaaten der G20 sowie den Vertretern der Europäischen Union hatte die französische Präsidentschaft Spanien als Land mit permanentem Gast-Status, die Vorsitzländer von NEPAD (Äthiopien), der Afrikanischen Union (Äquatorial-Guinea), des Golf-Kooperationsrates (Vereinigte Arabische Emirate) sowie Singapur als Mitgliedstaat der Global Governance Group eingeladen.

Die G20 können in ihrem bisherigen Krisenmanagement seit 2008 durchaus auf Erfolge der koordinierten Zusammenarbeit verweisen: Insbesondere protektionistische Maßnahmen als Reaktion auf die globale Rezession konnten weitgehend vermieden werden. Zudem wurde der IWF durch Beschlüsse der G20 institutionell und in seinen Ressourcen gestärkt. Lesen Sie weiter, warum sich das Gipfelformat bewährt hat >>

Publikationen

Deutschlands Präsidentschaft in der G20 (III)

Globale Gesundheit als Voraussetzung für Sicherheit und Stabilität
Im Dezember 2016 wird Deutschland die Präsidentschaft in der G20 übernehmen. In drei zusammenhängenden Papieren erläutert der Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, welche Initiativen Deutschland in diesem Gremium anstoßen sollte und wie sie zum Erfolg geführt werden können. Dieses dritte Papier befasst sich mit der Verbindung von globaler Gesundheit, Sicherheit und Stabilität. Es bietet damit nicht nur Anregungen für das deutsche Regierungshandeln, sondern stellt auch einen Beitrag zur Förderung der (fach-)politischen Debatte in Deutschland dar. Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, Analysen und Argumente, 5. Okt. 2016 mehr...

Deutschlands Präsidentschaft in der G20 (II)

Nachhaltiger Wachstumspakt zur Steigerung von Produktivität und Krisenresilienz
Im Dezember 2016 wird Deutschland die Präsidentschaft in der G20 übernehmen. In drei zusammenhängenden Papieren erläutert der Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, welche Initiativen Deutschland in diesem Gremium anstoßen sollte und wie sie zum Erfolg geführt werden können. Dieses zweite Papier befasst sich mit wirtschaftlichen Fragen einer nachhaltigen Wachstumspolitik. Es bietet damit nicht nur Anregungen für das deutsche Regierungshandeln, sondern stellt auch einen Beitrag zur Förderung der (fach-)politischen Debatte in Deutschland dar. Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, Analysen und Argumente, 26. Sept. 2016 mehr...

Deutschlands Präsidentschaft in der G20 (I)

Initiativen in der Entwicklungszusammenarbeit
Im Dezember 2016 wird Deutschland die Präsidentschaft in der G20 übernehmen. In drei zusammenhängenden Papieren erläutert der Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, welche Initiativen Deutschland in diesem Gremium anstoßen sollte und wie sie zum Erfolg geführt werden können. Dieses erste Papier befasst sich mit Kernfragen nachhaltiger Entwicklung. Es bietet damit nicht nur Anregungen für das deutsche Regierungshandeln, sondern stellt auch einen Beitrag zur Förderung der (fach-)politischen Debatte in Deutschland dar. Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, Analysen und Argumente, 20. Sept. 2016 mehr...

Buenos Aires Briefing August 2016

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir monatlich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Diese Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse des Monats August 2016 zusammen. Olaf Jacob, 1. Sept. 2016 mehr...

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Leiter Regionalprogramm Soziale Ordnungspolitik in Lateinamerika (SOPLA)
David Gregosz
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