DDR - Mythos und Wirklichkeit

Aufklären darüber, was die DDR ausmachte

Im Jahr 2014 jährte sich zum fünfundzwanzigsten Mal die friedliche Revolution in der DDR von 1989, die eine fast 40 jährige Phase der politischen Unterdrückung, Entmündigung und Unfreiheit beendete und ein Jahr später in die Wiedervereinigung Deutschlands mündete. Der politische Umbruch, der in diesen beiden Jahren kulminierte, führte nicht nur zum Untergang der DDR, sondern auch zum Ende des Kalten Krieges, der seit 1945 die Weltpolitik bestimmte. Wesentlich für die friedliche Revolution in der DDR war, dass sie aus der breiten Masse der Bevölkerung heraus getragen wurde und gewaltfrei ablief. Dass, was im Herbst 1989 geschah, hatte es bis dato in der deutschen Geschichte noch nicht gegeben.

So groß die Freude über den Sturz der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung in Ost- und Westdeutschland auch war – im Laufe der Jahre verblassten die Erinnerungen an das, was die DDR ausgemacht hat, zunehmend. Vor allem aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation in den neuen Ländern sind große Teile der Bevölkerung unzufrieden. Eine Folge dieser Unzufriedenheit ist, dass die DDR von vielen Menschen wieder positiv gesehen wird. Daraus kann zwar nicht abgeleitet werden, dass eine Mehrheit dieses Personenkreises die DDR zurückhaben möchte. „Ostalgie“ bezeichnet vielmehr eine Art Sehnsucht nach einer DDR, wie sie hätte gewesen sein können, wenn sie nicht die DDR gewesen wäre. Allerdings helfen bei der Lösung der aktuellen Probleme in den neuen Ländern „ostalgisch“ verklärte Rückblicke auf ein System, das die Lebenschancen vieler Menschen beeinträchtigt oder gar zerstört hat, nicht weiter. Vielmehr ist eine realistische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und dem Alltag in der DDR erforderlich.

Vor allem junge Menschen, die die DDR nicht mehr bewusst erlebten bzw. im wiedervereinigten Deutschland geboren wurden, müssen stärker als bisher über das, was die DDR ausgemacht hat, aufgeklärt werden.

Publikationen

Was war die Stasi? (5., überarb. Auflage 2014)

Einblicke in das Ministerium für Staatssicherheit der DDR
Allzeit bereit als „Schild und Schwert der SED” (so das Selbstverständnis der Stasi) jeden Winkel der DDR zu durchdringen und zu kontrollieren, gelang es ihr mit Hilfe ihrer geheimpolizeilichen Techniken, ihrer Inoffiziellen und Hauptamtlichen Mitarbeiter Zugang zu fast allen Lebensbereichen in der DDR zu finden, Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu überwachen und Lebenswege nachhaltig zu beeinflussen oder zu zerstören. Die hier versammelten Texte geben in knapper Form und in leicht aktualisierter Form Einblicke in die Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Karsten Dümmel, Melanie Piepenschneider, Thomas Auerbach, Siegmar Faust, Jens Giseke, Freya Klier, Hubertus Knabe, Vera Lengsfeld, Jörn Mothes, Helmut Müller-Enbergs, Siegfried Reiprich, Udo Scheer, Wolfgang Templin, Clemens Vollnhals, Joachim Walther, 5. Jan. 2015 mehr...

Das Maß war voll - Ein ausgebürgerter Liedermacher im späten deutsch-deutschen Deutschland

>> als Leseprobe online verfügbar!
"Ich bin aus Offenherzigkeit in den Widerstand geraten. Der Sänger soll sein Herz auf der Zunge tragen. Es ist ein wunderbares Gefühl, von etwas zu singen, das sich andere noch nicht mal zu sagen trauen. In Diktaturen ist der Sänger wie eine Oase in der Wüste." Stephan Krawczyk, Die Politische Meinung, 2. Okt. 2014 mehr...

Die Mauer

Porträtskizze eines einst verhassten Bauwerkes
1961 baute die DDR die Mauer, um die eigene Bevölkerung an der Flucht in den Westen zu hindern. Sie blieb eine permanente Baustelle mit immer perfideren Sicherungsanlagen – bis zu ihrem Abbau und der Rettung der letzten Mauerreste als Freiheitsdenkmal. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar! Ulrike Hospes, Die Politische Meinung, 2. Okt. 2014 mehr...

Suizidäre Strukturen

Eine Annäherung an die Frage der Selbsttötungen in der DDR
Die DDR registrierte die höchste Selbstmordrate in Europa. Gewiss sind Suizide Folge komplexer Störungen und haben auch gesundheitliche und kulturelle Ursachen. In der DDR war jedoch ein erheblicher Anteil der Suizide durch bestimmte politische Konstellationen verursacht oder zumindest von ihnen begünstigt. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar! Ehrhart Neubert, Die Politische Meinung, 2. Okt. 2014 mehr...

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