Beteiligung und Bürgerengagement

Politisches mit institutionellem Engagement verbinden

Zahlreiche Proteste und zum Teil spektakuläre Aktionen gegen verschiedene Großprojekte haben in den letzten Jahren beträchtliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So entstand der Eindruck, die Bürger seien unzureichend in die politischen und verwaltungsmäßigen Entscheidungsprozesse eingebunden und hätten keine echten Beteiligungsmöglichkeiten. „Mehr Beteiligung“, „mehr Transparenz“ und „mehr Dialog“ mit den Bürgern sind seitdem häufig verwendete Schlagworte.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung sucht nach Wegen, wie das politische Engagement in der Gesellschaft mit dem institutionellen Engagement – vor allem in Parteien – besser verbunden werden kann. Dabei gehen wir der Frage nach, wie politisch engagierte Akteure der Bürgergesellschaft einen modernen Zugang in die Parteiarbeit finden und wie die Parteien die verschiedenen Formen des Bürgerengagements erreichen können.

Die Distanz zu den etablierten politischen Institutionen bei Jugendlichen besonders weit verbreitet. Die Konrad-Adenauer-Stiftung diskutiert Möglichkeiten der Partizipation von Jugendlichen in politischen Parteien. Wir wollen deutlich machen, wie lohnenswert langfristiges und stetiges politisches Engagement gegenüber punktueller Teilhabe ist.

Zunehmend geraten auch die verschiedenen Beteiligungsformen, die das Internet ermöglicht, in die Diskussion. Digitale Partizipation birgt das Potenzial zur Integration gesellschaftlicher Gruppen, die von der etablierten Politik nicht angesprochen werden. Die Konrad-Adenauer-Stiftung untersucht den Einfluss der digitalen Willensbildungsprozesse auf politische Entscheidungsprozesse.

Publikationen

Berlin gehört keiner Partei

Bürgerbeteiligung benötigt einen veritablen Richtungswechsel
Volker Hassemer, Die Politische Meinung, 17. Juni 2016 mehr...

Jugendliche wollen keine Absenkung des Wahlalters

Auch erstmaliges Wählen ab 16 in Thüringen ohne Resonanz
In Thüringen waren am 5. Juni 2016 Minderjährige erstmals bei Kommunalwahlen wahlberechtigt. Das Wahlrecht ab 16 wurde im Jahr zuvor in diesem Bundesland auch mit der Begründung eingeführt, so lasse sich die Wahlbeteiligung steigern. Jugendliche seien an der Teilnahme an Wahlen besonders interessiert. Stephan Eisel, 6. Juni 2016 mehr...

Partizipation oder doch nur Privilegien – wofür steht die Jugend am Golf ein?

Wie Politik für junge Menschen im 21. Jahrhundert aussieht – Golf-Staaten
Jahrelang gab es für die Jugend am Golf keinen bedeutenden Grund, den Anspruch zu erheben, das politische System mitgestalten zu wollen, garantierte der herrschende "contrat social" doch ein Leben mit jeglichen (materiellen) Annehmlichkeiten im Gegenzug für politische Abstinenz. Dieses Herrschaftsmodell kommt im 21. Jahrhundert nun jedoch ins Wanken. Gidon Windecker, Länderberichte, 5. Feb. 2016 mehr...

Direktwahlen mit Legitimationsschatten

Geringe Beteiligung belegt klare Bürgerdistanz zu plebiszitären Verfahren
Die Demokratie des Grundgesetzes entfaltet sich als repräsentative Demokratie und hat sich so bewährt. Dennoch werden in den letzten Jahren plebiszitäre Verfahren ausgeweitet und sind inzwischen in allen Bundesländern etabliert. Aber die Beteiligung sowohl an plebiszitären Sachabstimmungen als auch an Direktwahlen liegt so niedrig, dass sich ernsthafte Legitimationsfragen stellen. Stephan Eisel, 28. Jan. 2016 mehr...

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