Dialog mit Juden und Muslimen

Zukunftsaufgabe Dialogbereitschaft zwischen den Weltreligionen

Dialogbereitschaft zwischen den Weltreligionen und ihren Kulturwelten ist dringliche Zukunftsaufgabe einer immer enger zusammenwachsenden Welt. Ziel ist es, in wissenschaftlichen Vorträgen, in Autorenlesungen und Podien Zeichen der kulturellen und literarischen Verständigung zwischen den Weltreligionen zu setzen.

Dialog mit Juden

Der Dialog mit Juden entspringt nicht der aus der Globalisierung stammenden Forderung nach Begegnung der Religionen, sondern ist vor allem im Zusammenhang mit der Shoah zu sehen und dem christlichen Antijudaismus, der Christen lähmte, dem nationalsozialistischen Antisemitismus energisch entgegenzutreten. Seit die Konrad-Adenauer-Stiftung im Jahr 1955 ihre Arbeit aufnahm, fühlt sie sich dem Dialog mit Juden verpflichtet. Dabei spielen Verständigung und Versöhnung zwischen Juden und Deutschen nach dem Holocaust eine zentrale Rolle.

Zusammenarbeit mit dem Internationalen Rat Christen und Juden (ICCJ)

Neue Weichen im Verhältnis zwischen Christen und Juden stellten Repräsentanten des Internationalen Rats Christen und Juden mit der Unterzeichnung des Aufrufs „Zeit zur Neu-Verpflichtung“ während einer gemeinsamen Konferenz im Juli 2009. Die „Zwölf Berliner Thesen“ rufen zur gegenseitigen Achtung und Akzeptanz der Unterschiede auf. 70 Jahre nach Kriegsbeginn aktualisieren sie die „Zehn Seelisberger Thesen“, die 1947 unter dem unmittelbaren Eindruck vom Grauen der Holocausts den Antisemitismus als Sünde gegen Gott und die Menschheit verurteilten und den Antijudaismus in seiner Absurdität entlarvten. Sie richten sich erstmals nicht nur an Christen, sondern auch an Juden und weiten den Blick über das christlich-jüdische Gespräch hinaus auf den Dialog mit den Muslimen. Jenseits der theologischen Fragen rufen sie angesichts der Herausforderungen für die gesamte Menschheit zur Zusammenarbeit aller aus dem Glauben lebenden Menschen auf. Sie wollen soziale Gerechtigkeit in der globalen Gesellschaft und die interkulturelle und interreligiöse Bildung fördern, Verantwortung für die Umwelt übernehmen sowie den Dialog mit politischen und wirtschaftlichen Institutionen intensivieren.

Im Gespräch mit den muslimischen Gemeinschaften

Die Diskussion um Moscheebauten, Kopftücher und islamischen Religionsunterricht sowie die muslimische Positionen zu Integration, Gewalt und Gleichberechtigung bestimmen die Auseinandersetzung mit dem Islam. Seit Abschluss der Islamkonferenz im Sommer 2009 ist bekannt, dass rund vier Millionen Muslime unterschiedlicher Glaubensrichtungen in Deutschland leben. Sie wollen ihre religiösen Identitäten wahren und fordern das Recht auf religiöse Entfaltung ein.

Das Gespräch mit Muslimen hat zwei Aspekte: Zum einen geht es um den Austausch über religiöse Fragen, darum was Religion zum Zusammenleben der Menschen beitragen kann, zum anderen geht es um die Integration von Menschen muslimischen Glaubens in die deutsche Gesellschaft. In Deutschland ist der Anteil der Muslime türkischer Herkunft am größten. Deshalb bildet Zusammenarbeit mit türkischen Verbänden und Vereinen einen Schwerpunkt der Projektstelle Integration.

Über die Aktivitäten in Deutschland hinaus steht die Konrad-Adenauer-Stiftung in der Internationalen Zusammenarbeit im Dialog mit dem Islam weltweit. Da die Meinungsvielfalt und Pluralität politischer und weltanschaulicher Überzeugungen unter Muslimen groß ist, richten sich die Projekte nicht primär an „den“ Islam, sondern an konkrete Muslime, die bestimmte Inhalte, Ziele und Interessen repräsentieren und die eine Zusammenarbeit fruchtbar erscheinen lassen.

Publikationen

Imame und Frauen in Moscheen im Integrationsprozess

Gemeindepädagogische Perspektiven
Erfahrungen mit dem Islam enden in Deutschland meist spätestens an der Moscheetür, entsprechend viele Fragen zum Islam gibt es. Die Vielfalt islamischer Gemeindearbeit sichtbar und verständlich zu machen, ist das Ziel dieses Bandes. Unter verschiedenen Fragestellungen und Blickwinkeln werden das vorherrschende Imambild und das Bild von muslimischen Frauen in Deutschland neu sichtbar gemacht. Dabei berücksichtigen die Autoren geschichtliche sowie aktuelle Entwicklungen. Sie werfen einen Blick in andere europäische Länder und auf Bedürfnisse und Forderungen für die Zukunft. Michael Borchard, Rauf Ceylan, 23. Jan. 2012 mehr...

GESELLSCHAFT BRAUCHT ORIENTIERUNG: Zwanzig Thesen von Dr. Kues in Dakar

Interreligiöser Dialog und Kommunikation im Vorfeld der Wahlen in Senegal
Drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Senegal führte der Besuch des parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Kues MdB ihn in mehrere Seminare und Begegnungen zum interreligiösen Dialog, die er durch seine Beiträge maßgeblich bereicherte. Das in 20 Thesen zusammen gefasste Referenzwerk "Gesellschaft braucht Orientierung" wurden von den Teilnehmern aller Seminare mit höchstem Interesse aufgenommen und diskutiert. Das Thesenpapier ist hier als pdf Datei einzusehen. Ute Gierczynski-Bocandé, Veranstaltungsbeiträge, 10. Dez. 2011 mehr...

Ich war der Hitlerjunge Salomon!

Sally Perel in Emmendingen
Sally Perel, der "Hitlerjunge Salomon", erzählte auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung Freiburg vor Schülern der Hauswirtschaftlich-Sozial-Pflegerischen Schulen Emmendingen seine Lebensgeschichte. Thomas Wolf, Veranstaltungsbeiträge, 24. Nov. 2011 mehr...

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Interreligiöser Dialog

© Ammar Abd Rabbo

Kontakt

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Tel. +49 30 269 96 3541
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Dr. Karlies Abmeier
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Koordinator für Religion und Werteorientierung
Pfarrer Matthias Riemenschneider
Tel. +49 30 26996-3372
Fax +49 30 26996-3551
Matthias.Riemenschneider[at]kas . de