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Eltern unter Druck

Selbstverständnisse, Befindlichkeiten und Bedürfnisse von Eltern in verschiedenen Lebenswelten

von Michael Borchard, Christine Henry-Huthmacher, Tanja Merkle M.A., Carsten Wippermann, Elisabeth Hoffmann


Berlin, 27. Feb. 2008
ISBN: 978-3-8282-0424-9
Lucius & Lucius

 

Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung von Sinus-Sociovision im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Preis: 29,80 €

 
Warum eine Studie über Eltern wichtig ist?
Zusammenfassung von Christine Henry-Huthmacher

Die spektakulären Fälle von Kindesvernachlässigung in der letzten Zeit, aber auch die Diskussion um Schulabbrecher, Medienverwahrlosung, Fehlernährung und die zunehmenden Sprachdefizite bei Kindern und Jugendlichen haben die Frage nach dem Selbstverständnis von Eltern und ihrem Erziehungsverhalten aufgeworfen. Nicht selten fühlen sich Eltern vom Alltag mit Kindern, den Erziehungsaufgaben und den wachsenden Anforderungen an die Elternrolle überfordert. Den Eltern wird heute ein Maß an Verantwortung und Mitsprache für ihre Kinder zugewiesen, das es in früheren Elterngenerationen so nicht gab. Über die Lebenssituation von Eltern wissen wir jedoch wenig. Zwar prägen sie maßgeblich das Lebensumfeld und die Entwicklung ihrer Kinder, doch spielen sie in der familienpolitischen Diskussion nur eine marginale Rolle. Da das Hauptaugenmerk der Familienpolitik auf dem Kindeswohl liegt, geraten Eltern leicht aus dem Blickfeld.
Dabei ist es nicht minder notwendig, zu wissen, wie es den Eltern geht, da sie der Schlüssel aller Erziehungsprozesse sind. Doch Elternschaft ist auch in der familienwissenschaftlichen Forschung ein wenig beachtetes Themenfeld. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat deshalb die Lebenssituation der Eltern in den Mittelpunkt einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung gestellt. Im Vordergrund stehen die Fragen: Wie geht es Eltern? Was brauchen Eltern? Auf der Grundlage der Sinus-Milieus® (entwickelt von Sinus Sociovision) geht die Eltern-Studie differenziert auf die unterschiedlichen Lebenssituationen von Eltern ein.

Inhalt
Eltern unter Druck
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Christine Henry-Huthmacher
  1
 
Eltern unter Druck – Die Studie
Tanja Merkle / Carsten Wippermann
  25
1. Hintergrund   27
2. Zentrale Befunde   30
  2.1. Dringlichkeit der Studie   30
  2.2. Basisbefunde   31
    Elternschaft ist (nur noch) eine Option   31
    Elternschaft ist komplex   32
    Eltern sind unter Druck   32
    Pluralität von Leitbildern   36
  2.3. Milieuspezifische Rollenbilder einer "guten Mutter"   37
  2.4. Konturen neuer Väterbilder   45
  2.5. Pluralität der "Bedeutung" des Kindes   49
  2.6. Aus Sorge ums Kind: Soziale Distinktion und Abschottung   50
  2.7. Frühförderung: Circulus vitiosus   54
  2.8. Eltern mit Migrationshintergrund   55
    Migranten-Milieu   57
    Partnerschaft, Familie und Elternschaft in Migranten-Milieus   60
      Religiös-verwurzeltes Milieu   61
      Traditionelles Gastarbeitermilieu   62
      Entwurzeltes Flüchtlingsmilieu   64
      Statusorientiertes Milieu   66
      Adaptives Integrationsmilieu   68
      Intellektuell-kosmoplitisches Milieu   70
      Multikulturelles Performermilieu   72
      Hedonistisch-subkulturelles Milieu   73
  Entfremdung und Verlust der eigenen Kinder   75
3. Perspektiven der verschiedenen Lebenswelten
(Sinus-Milieus)®
  76
  Gesellschaftliche Leitmilieus   76
  3.1. SINUS B1:"Etablierte"   76
    Kurzportrait   76
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   79
      Selbstbewusstes Establishment, ausgeprägte Exklusivitätsansprüche   79
      Organisiertes Familienleben in regelmäßigen Bahnen.   81
      Beruflicher Erfolg durch hoes Engagement   82
      Traditionelle Rollenteilung, Ich - Vertrauen in die eigene Leistung   83
      Ambitionierte Erziehungsarbeit   84
      Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Keine adäquate Anerkennung der Träger der zukünftigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung: "Deutschland - quo vadis?"   90
      Individuelle Betreuungsarrangements: gezielte Föderung des Kindes, persönliche Felxibilität   91
      Bildung als Schlüssel zum Erfolg   92
  3.2. SINUS B12: "Postmaterielle"   94
    Kurzportrait   94
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   97
      Intellektuelle und kulturelle Avantgarde, Wunsch nch Balance   97
      Gemeinsam ud bewusst erlebter Familienalltag   99
      Berufung statt Beruf   102
      Partnerschaftlichkeit in Ehe und Familie   104
      Selbstkritische Erziehungsarbeit   106
      Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Manifestation der mangelnden Anerkennung u.a. in wenig familienfreindlicher Arbeitskultur   112
      Krippe, Kindergarten und Hort als Orte des sozialen Miteinanders   116
      Bildung als humanistische Tugend   118
  3.3. SINUS C12: "Moderne Performer"   121
    Kurzportrait   121
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   124
      Dynamische Leistungselite mit Ehrgeiz: Chancen nutzen   124
      Professionelles Familienmanagement   126
      Zielstrebige Karriereplanung, Orientierung an Erfolg und Status   128
      Retraditionalisierung der Partnerschaft durch Elternschaft   129
      "Projekt" Erziehungsarbeit   132
      Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Internationales Benchmarking offenbart Defizite - Forderung nach umsetzungsorientierten Lösungen   137
      Private Betreuungsarrangements: Basis für hohes berufliches Engagement   138
      Bildung als Medium zur Elitenförderung   139
      Mainstream-Milieus   140
  3.4. SINUS B2: "Bürgerliche Mitte"   140
    Kurzportrait   140
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   143
      Statusorientierter Mainstream, familiäre Geborgenheit und gesicherte, harmonische Verhältnisse   143
      Sicherung des Status quo statt intensiever beruflicher Aufstiegsambitionen   147
      Traditionelle Rollenteilung im "Team": Natürliche Konsequenz und vernünftige Logik des Arbeitsmarktes   150
      Aufopfernde Erziehungsarbeit   151
      Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Mangelnde Anerkennung und Unterstützung bei gleichzeitig demonstrativ selbstbewusster Außendarstellung   156
      Eigenbetreuung bis zum Alter von drei Jahren: Selbstverständliches "Normalmodell"   157
      Bildung als Vehikel zur Distinktion   159
  3.5. SINUS B3: "Konsum-Materialisten"   161
    Kurzportrait   161
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   164
      Haben-Materialismus, Wunsch nach Zugehörigkeit   164
      Familienleben im Spannungsfeld zwischen Alltagsmühle und mentaler Flucht   166
      Geringe berufliche Ambitionen - Fokus: Geldverdienen   168
      Traditionelle Rollenteilung qua Natur, Pragmatismus in der Partnerschaft   169
      Außenorientierte Erziehungsarbeit   171
      Gesellschaftpolitscher Stellenwert von Kindern: Erlebte Diskriminierung von Mehrkindfamilien, mangelnde finanzielle Unterstützung   177
      Eigenbetreuung: Persönliche Legitimation, auch: sich nicht "in die Karten schauen lassen"   178
      Bildung als Basis für einen Arbeitsplatz   179
  Hedonistisches Milieu   182
  3.6. SINUS C2: "Experimentalisten"   182
    Kurzportrait   182
    Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   185
      Lifestyle-Avantgarde auf der Suche nach dem "inneren Kern"   185
      Abwechslungsreicher, aktiver Familienalltag   187
      Wunsch nach kreativen Jobs als Medium zur Selbstvewirklichung   188
      Modernes Partnerschaftsverständnis und flexibles Rollenverhalten   189
      "Unvergrübelte" Erziehungsarbeit   191
      Gesellschaftspolitscher Stellenwert von Kondern: Geringe soziale Sicherheit, keine Vereinbarkeit mit persönlicher Vorstellung von Erziehungsarbeit   197
      Außerhäusliche Betreuung bei adäquaten Betreuungsangeboten: Willkommene Abwechslung für das Kind   199
      Bildung als Medium zur persönlichen Entfaltung   200
  3.7. SINUS BC3: "Hedonisten"   202
    Kurzportrait   202
     Lebenswelt: Wie geht es Eltern?   205
      Abkehr vom Mainstream, Leben im Hier und Jetzt   205
      Überforderung im Familienalltag   208
      Problematische Jobverhältnisse   209
      Partnerschaft - zwischen Emanzipation und Sicherheit   210
      Anstrengende Erziehungsarbeit   213
      Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Düstere Prognosen für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung   219
      Außerhäusliche Betreuung: Erhalt der persönlichen Unabhängigkeit   220
      Bildung als notwendige Voraussetzung: Minimalansprüche   221
4. Was brauchen Eltern?   224
  4.1. Grundsätzlich: Keine Spaltung von Eltern   224
  4.2. Milieuübergreifende Forderungen, Wünsche und Bedürfnisse   225
    Soziale WErtschätzung von Elternschaft   225
    Kinderfreundliches Klima und Akzeptanz auch kinderreicher Familien   225
      Soziale Akzeptanz und Kinderfreundlichkeit im persönlichen Umfeld   226
    Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, u.a. durch adäquate gesetzliche Rahmenbedingungen   226
    Verbesserung der Betreuungssituation und Reformierung des Bildungssystems   229
    Finanzielle Wertschätzung von Elternschaft   232
    Berücksichtigung von Anrechnungszeiten im Renten- und Sozialversicherungssystem   235
    Kontinuierliche pädagogische Unterstützung   235
  4.3. Milieuspezifische Bedürfnisse und Optimierungswünsche   237
    Freizeitangebote   237
 
5. Methodensteckbrief   240
  5.1. Methodisches Vorgehen   240
  5.2. Stichprobe   241
 
Autorinnen und Autoren   242
 

Kontakt

AbbildungChristine Henry-Huthmacher ›
Koordinatorin für Bildungs-, Familien- und Frauenpolitik
Tel. +49 2241 246-2293
Christine.Henry-Huthmacher(akas.de

 

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