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Veranstaltungsberichte

Kein Einstieg ist der beste Ausstieg

Bericht aus dem Workshop I beim KAS-Schülerpolitiktag

26. Jan. 2010


„Mit aggressiver Provokation in der Öffentlichkeit sollte man umgehen wie ein Torero mit dem Stier: Man sollte sich nicht auf sie einlassen, sondern sie einfach vorbeirennen lassen“, sagt Rolf-Dieter Baer von dem hessischen Gewaltpräventionsprojekt „Cool sein, cool bleiben“. Der ehemalige Jugendkoordinator des Polizeipräsidiums in Frankfurt a.M. versucht in seinem Workshop beim KAS-Schülerpolitiktag, einige hilfreiche Regeln an die Hand zu geben, wie man sich vor Konflikten schützen oder anderen aus solchen heraushelfen kann.

Das Nichtreagieren auf Provokationen wie in der Torero-Metapher ist dabei eine wichtige Lektion. Denn wenn der Angreifende erst einmal die Fährte der Gewalt aufgenommen habe, dann bleibe er auch auf der Suche danach und nehme kleinste Reaktionen des Gegenüber zum Anlass für aggressive Handlungen.

„Um herauszufinden, wo deeskalierendes, helfendes Verhalten ansetzen kann, müsst ihr wissen, wie Konflikte ablaufen“, erklärt Baer der 20-köpfigen Gruppe. Dazu spielen die Schüler verschiedene Alltagsszenen nach: die Rempelei auf einem vollen Bahnhof oder die Belästigung einer jungen Frau in der S-Bahn. Schnell wird klar: Reden bringt nicht viel, weggehen schon. Baers Merksatz für solche Situationen: Kein Einsteig ist der beste Ausstieg. „Indem ihr ruhig bleibt, schnell reagiert und Abstand haltet - sowohl räumlich als auch sprachlich durch Siezen – und schließlich schnell aus dem Blickfeld geht, könnt ihr vieles vermeiden“, fasst Baer die konkreten Handlungsstrategien zusammen.

Auch als die Schüler couragiertes Verhalten in der S-Bahn-Szene nachspielen, ist schnell ersichtlich: Mit den Tätern zu sprechen macht keinen Sinn. Unter Anwendung der frisch erlernten Strategien ist es hilfreich, nur das Opfer anzusprechen und ihm eine Brücke zu bauen, indem man ihm die Hand reicht.

„Dennoch“, klärt Baer auf, „sind diese Handlungsmöglichkeiten kein Garant dafür, dass ihr heil aus einer Situation herauskommt. Vielmehr sollen sie euch eine weitere Option bieten, wie ihr in handgreiflichen oder provokanten Situationen sinnvoll agieren könnt.“

Kontakt

AbbildungChristoph Korneli
Referent
Tel. +49 30 26996-3329
Christoph.Korneli(akas.de


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