Konrad Adenauer und David Ben Gurion im Waldorf Astoria

Christopher Beckmann, Veranstaltungsbeiträge, Sankt Augustin, 15. März 2010
Hrsg.: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Konrad Adenauer und David Ben Gurion im Waldorf Astoria
Von links: Dr. Lars Hänsel, Leiter des KAS-Auslandsbüros in Jerusalem; Moderator Dr. Helmut Herles; Prof. Hanns Jürgen Küsters; Prof. Dr. Yariv Ben Eliezer; Konrad Adenauer (Fotos: H. Odehnal)

Die Resonanz war enorm: Über 160 Interessierte folgten am 12. März 2010 der Einladung des ACDP und seiner Kooperationspartner zu einer Gesprächsveranstaltung aus Anlass des 50. Jahrestages der ersten Begegnung der beiden Staatsmänner im New Yorker Hotel Waldorf.

Nach der Begrüßung durch Bundesministerin a. D. Dr. Dorothee Wilms zeichnete der Leiter der Hauptabteilung Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Hanns Jürgen Küsters, die Bedeutung Adenauers und Ben Gurions für die Aufnahme und Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen nach, einer Aufgabe, die angesichts der Vergangenheit unlösbar erschien: Vom Abschluss des unter erheblicher Einflussnahme durch Konrad Adenauer zustande gekommenen Luxemburger Abkommens 1952 über die erste persönliche Begegnung in New York vor nunmehr 50 Jahren, den vielbeachteten Besuch des Altkanzlers beim israelischen Staatsgründer in dessen Alterssitz im Kibbuz Sde Boker in der Wüste Negev 1966 bis hin zur Teilnahme des greisen David Ben Gurion an den Trauerfeierlichkeiten für Konrad Adenauer im April 1967.

Entschlossen, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, setzten beide die Aufnahme und Vertiefung der deutsch-israelischen Beziehungen gegen mannigfache Widerstände und Bedenken durch. Während Adenauer die moralische Verpflichtung erkannte, „das Unrecht, das den Juden angetan worden ist von den Nationalsozialisten soweit gut machen, wie das irgend möglich war“ und hierin zugleich die Voraussetzung für die Wiederaufnahme Deutschlands in den Kreis der anderen Völker sah, vertrat Ben Gurion die Auffassung, der junge Staat Israel brauche jede Art der Hilfe, auch aus Deutschland sei diese Hilfe willkommen. Kritikern im eigenen Land hielt er entgegen, „das deutsche Volk von heute ist keine Nation von Mördern und seine Jugend von heute ist keine Hitler-Jugend“.

Im Anschluss erinnerten sich die Enkel, Prof. Dr. Yariv Ben Eliezer und Notar Konrad Adenauer, im Gespräch an ihre Großväter und ließen dabei besonders die private und persönliche Seite der beiden Staatsmänner lebendig werden.

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