"Religion ist ein politischer Faktor geworden"

Ägypten nach den schweren Ausschreitungen zwischen Kopten und Muslimen

Berlin, 18. Okt. 2011
Herausgeber: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Dr. Michael Lange, Leiter der Abteilung Politikdialog und Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung, sieht angesichts der schweren Ausschreitungen in Kairo die Religion als neuen politischen Faktor in Ägypten (s. Video Minute 14:54).


Am Sonntagabend hatten mehrere tausend koptische Christen zunächst friedlich gegen einen Brandanschlag auf eine Kirche in der Region Assuan demonstriert. Plötzlich kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Kopten, Muslimen und den Sicherheitskräften. Mindestens 25 Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt.

In der Sendung der Deutschen Welle „Quadriga – Der internationale Talk“ äußerte Lange die Befürchtung, dass es im Vorfeld der Parlaments und Shura-Wahlen zu neuen Konflikten zwischen Kopten und Muslimen insbesondere außerhalb von Kairo kommen könnte (14:50). Als Grund nannte Lange auch die Verunsicherung innerhalb der Polizei (14:00). Laut Lange ist sie deswegen derzeit nicht in der Lage, zu einer Beruhigung der Situation beizutragen. Es obliege dem Militär, die Sicherheit zu schaffen, die notwendig ist, um Wahlen organisatorisch durchführen zu können. Lange: „Bei aller Kritik, der Militärrat sorgt für ein Minimum an Stabilität. Ich würde mir kein Ägypten wünschen, in dem es diesen Militärrat nicht gebe“. (11:00)

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