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Veranstaltungsbeiträge

„Das Internet ist kein Platz, um Geheimnisse aufzubewahren“

Jarvis wirbt für eine neue Form der Öffentlichkeit im Internet


Berlin, 30. Nov. 2011

 
 

Jeff Jarvis, gemeinhin als „Internetvisionär“ vorgestellt, hat sich beim 3. Demokratie-Kongress der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin für eine neue Form der Öffentlichkeit im Netz stark gemacht. Jarvis sagte: „Das Internet ist kein Platz, um Geheimnisse aufzubewahren. Es ist dafür da, Wissen zu teilen und Informationen nutzbar zu machen.“

 
  • Jeff Jarvis

    Jarvis: „Offenheit ist die Ethik des Teilens. Privatheit die Ethik des Wissens.“

  • Jeff Jarvis

    Angelehnt an das Recht auf Versammlungsfreiheit forderte Jarvis ein Recht auf Internet.

Laut Jarvis stehen wir ganz am Anfang des digitalen Zeitalters. So wie die Folgen durch die Erfindung des Buchdrucks sich erst Jahre später gezeigt hätten, würden wir heute die allerersten Auswirkungen einer Kulturrevolution erleben. Noch gebe es zu viele Befürchtungen und Ängste. Zum einen vor Veränderung, zum anderen davor, für die ins Netz gestellten Informationen ausgegrenzt und diskriminiert zu werden. Notwendig seien aber Aufgeschlossenheit und ein Loslassen alt bekannter Denkmuster und Strukturen. „Es wäre ein Fehler, die Zukunft so wie die Vergangenheit zu definieren“, so Jarvis. Wenn es allerdings gelinge, unsere Vorstellungen von Gesellschaft, so wie wir sie heute kennen, zu überwinden, dann könnten „die Früchte der Information geerntet werden“, zeigte sich Jarvis überzeugt.


Zweifler an diesem gerade für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftigen neuen Umgang mit privaten Daten und Informationen versuchte Jarvis zu beruhigen. So gebe es in der realen wie in der digitalen Welt gleichermaßen „Idioten“. Wenn aber immer nur über den „worst case“ gesprochen werde, könne der „best case“ niemals erreicht werden. Jarvis stellte aber auch klar: Niemand wird zum Mitmachen gezwungen. „Diejenigen, die noch nicht twittern oder Facebook nutzen, wissen aber gar nicht, was sie verpassen.“

Gefahr sieht Jarvis für die von ihm herbeigesehnte Kulturrevolution, wenn versucht werden würde – etwa durch Unternehmen oder Regierungen - den freien Informationsfluss zu behindern. Jeder Akt der Zensur, Intransparenz oder Zentralisierung, müsse bekämpft werden. „Wir, das Volk, sind in der Pflicht, das Internet zu schützen“, so Jarvis.

 

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