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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Im Forum 2 diskutierten John Monohan, Executive Director of Mosaic Institut aus Toronto und Bert De Wilde, von der niederländischen Botschaft. Die Moderation oblag Thomas Kufen, MdL NRW.

In seinem Eingangsstatement schilderte Herr De Wilde die politische und soziale Situation seines Landes hinsichtlich der Integration. Neben Herausforderungen in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt bestünden ebenfalls Defizite bei der Akzeptanz gesellschaftlicher Werte. Man bemühe sich, durch größere Einbeziehung ins Ehrenamt Kontakte zwischen Migranten und Einheimischen im Bereich der Zivilgesellschaft zu fördern. Weiterhin fehle oft die nötige Akzeptanz von Homosexualität und gesellschaftlicher Vielfalt. Unterschiedlich ausgeprägte Homophobie sei bei verschiedenen Migrantengruppen zu beobachten. Die Niederlande haben ca. 3,5 Mio. Migranten. Viele haben einen historisch bedingten Migrationshintergrund (ehem. Kolonien).

Migranten zeigten sehr unterschiedliche Grade der Mediennutzung und oft geringeres Interesse an aktueller Politik. Das Medieninteresse aber lasse wiederum Rückschlüsse auf die Bildungsnähe zu. Es gebe aber auch sichtbare Fortschritte bei der politischen Teilhabe, so habe Rotterdamm einen muslimischen Bürgermeister. Der Anteil der Parlamentsmitglieder mit Migrationshintergrund ist von 15% auf 7,3% gesunken.

Kanada gilt als weithin als Vorbild, was die Integration angeht. Thomas Kufen erwähnte, dass es dort eine scharfe Auswahl gibt, um als Einwanderer in Kanada willkommen zu sein. John Monahan aus Toronto berichtete daraufhin, dass 26% der Bevölkerung nicht im Land gebürtige Vorfahren hätten. Aktuell seien 46% Einwanderer. Diese finden sich in 200 ethnischen Gruppen von welchen 13 Gruppen mehr als eine Million zählen. Das sei eine Herausforderung!

In der kanadischen Öffentlichkeit wird Zuwanderung positiv und als politisch wichtig erachtet. Dabei seien die besonders patriotischen Kanadier die größten Befürworter. Es werde viel Geld in Integration investiert und Integration sei Querschnittsaufgabe aller politischen Bereiche.

Die Staatsbürgerschaft bekommen Migranten bereits nach 3 Jahren, „multiculturalism“ sei in der Verfassung verankert. Die Ergebnisse seien gemischt: die Politik fördere Integration, es entstünden viele Mischehen. Unterschiede gebe es jedoch beim Grad der Beschäftigung und beim Zugang zur Bildung sowie bei der politischen Teilhabe (nur 15% der Migranten beteiligen sich an Wahlen). Die Mehrzahl der Zuwanderer fühle sich jedoch zur politischen Teilhabe in der Lage. Die Parteien bemühen sich um die Stimmen der Migranten.

Im Verlauf der Diskussion mit dem Publikum wurden Fragen nach der Beschäftigung von Migranten mit der Politik des Herkunftslandes an Stelle der Politik des Aufnahmelandes diskutiert, z.B. türkische Vereine an Stelle von Parteien, und der Einfluss auf Türken in Deutschland durch türkische Politiker.

Kontakt

AbbildungBenedict Göbel ›
Koordinator für Integrationspolitik
Tel. +49 30 26 996 3457
benedict.goebel(akas.de


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