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Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir alle zwei Wochen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Diese Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse zwischen dem 01. und dem 15. November 2013 zusammen.

Gruppe fundamentalistischer Katholiken stürmt Andacht der Novemberpogrome

Eine Gruppe antisemitischer Katholiken störte die jährlich stattfindende Zeremonie zum Gedenken an die Pogromnacht 1938. Die Demonstrantengruppe, die der Piusbruderschaft angehört, stürmte den ökomenischen Gedenkgottesdienst und protestierte gegen die Anwesenheit von Juden in dem Gotteshaus. Die überwiegend jungen Leute wiederholten durchgehend den Rosenkranz und das Vater Unser und verteilten Flugblätter, die die Aufschrift „Jünger falscher Götter müssen aus dem geheiligten Tempel ferngehalten werden“ trugen. Die Polizei führte die Aufständigen anschließend ab. Für Papst Franziskus war während seiner Amtszeit als Erzbischof von Buenos Aires dieser Gottesdienst einer der wichtigsten Veranstaltungen im Kirchenjahr gewesen. Durch den gemeinsamen Gottesdienst soll das Verständnis zwischen den Religionen erweitert und gefördert werden. Auch für seinen Nachfolger, Mario Poli, hat die Messe einen großen Stellenwert. Zusammen mit dem Rabbi Abraham Skorka hielt er die diesjährige Andacht. Der Erzbischof beruhigte die Gläubigen mit den Worten „Lasst uns friedlich sein. Schalom.“ Und entschuldigte sich bei den anwesenden Juden für die Intoleranz der Demonstranten. Argentinien beherbergt die größte jüdische Diaspora in Lateinamerika - allein 30.000 Flüchtlinge jüdischer Abstammung fanden während und nach der NS-Zeit hier Zuflucht.

Fahrpreiserhöhung für U-Bahn

U-Bahn fahren wird teurer. Seit dem 12. November müssen Porteños, die Einwohner von Buenos Aires, anstatt 2,50 Pesos von nun an 3,50 Pesos (0,43€) für eine Fahrt mit der Subte bezahlen. Die Erhöhung liegt bei 40 Prozent. Für Arbeitslose und Einkommensschwache soll es einen „tarifa social“ geben: Eine Fahrt soll für sie weiterhin 2,50 Pesos kosten. Schon 2012 gab es eine Fahrpreiserhöhung von 150 Prozent. Der Ursprungsfahrpreis lag bei einem Peso. Die Einwohner der Stadt demonstrierten gegen die Erhöhung und forderten bessere Transportbedingungen.

Geheimdokumente der Militärdiktatur Argentiniens gefunden

Wichtige historische Dokumente aus Zeiten der Militärdiktatur in Argentinien (1976-83) wurden bei Aufräumarbeiten in einem verlassenen Gebäude der Luftwaffe entdeckt. Verteidigungsminister Augustín Rossi bestätigte den Fund. Die sechs Mappen enthalten 280 Originalakten der Militär-Junta. In ihnen werden politisch verfolgte Regimegegner in vier Gefährlichkeitsklassen (fórmula 1 bis fórmula 4) kategorisiert. Unter anderem wurden der Schriftsteller Julio Cortázar, die Schauspielerin Norma Aleandro und der Sänger Víctor Heredia aufgelistet. Die erste Liste, die aus dem Jahr 1979 stammt, enthält 285 Namen von Künstlern, Schriftstellern, Kunstkritikern und Theaterregisseuren. Die zweite Liste ist aus dem Jahr 1980, hier sind weitere 331 Persönlichkeiten Argentiniens aufgeführt sind. Nach dem Falklandkrieg 1982 wurde die dritte Liste mit 46 Personen verfasst. Neben den als gefährlich eingestuften Intellektuellen und Künstlern enthalten die Dokumente auch Pläne für die Zukunft der Militärdiktatur bis zum Jahre 2000. Ferner befinden sich in dem historischen Fund Anleitungen für das Ministerium, wie mit dem Verschwinden von Regimegegnern umzugehen sei und wie diese vor der internationalen Öffentlichkeit zu rechtfertigen seien. Das Verteidigungsministerium will nun die Akten innerhalb der nächsten sechs Monate ordnen und klären, inwiefern die Dokumente zur Aufklärung gegen Menschenrechtsverbrechen beitragen können. Im Anschluss sollen die Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden


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