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"Ich bin und bleibe ein großer Anhänger der Volkspartei"

Peter Radunski im Interview mit KAS.de


Berlin, 13. März 2014

 
 

Nur wenige beherrschen das Geschäft der politischen Kommunikation wie er. Peter Radunski managte alle Bundes- und Europawahlkämpfe der CDU zwischen 1976 und 1990, beriet zahlreiche Landesverbände und führte die Kampagne im Hauptstadtstreit zugunsten Berlins. Heute wird er 75 Jahre alt. Über politische Kommunikation im Zeitalter des Internets und die Zukunft der Volksparteien sprach er im Interview mit KAS.de.

 

Oft wurde der Abgesang auf die klassische Volkspartei angestimmt und Wahlergebnisse deutlich unter 40 Prozent schienen den Kritikern Recht zu geben. Für Peter Radunski ein verfrühter Nachruf, nicht nur wegen der beinahe erreichten absoluten Mehrheit der CDU unter Angela Merkel im vergangenen Herbst. „Man muss immer sehen, von welchem Begriff wir ausgehen. Die einen sagen, man muss über 50 Prozent bekommen, um eine Volkspartei zu sein oder über eine Million Mitglieder haben. Man kann die Volkspartei auf diese Weise definieren, um dann festzustellen, dass sie untergeht, weil diese Kriterien nicht mehr erfüllt werden.“ Für ihn sei jedoch die entscheidende Frage, ob eine Partei in der Lage ist, überall bei Kommunalwahlen Kandidaten aufzustellen und Wähler und Mitglieder aller Schichten zu gewinnen. „Das ist Volkspartei. Und das gelingt der CDU im Moment besser als der SPD.“

Weiter zunehmende Pesonalisierung der Politik

Grundsätzlich bekomme eine Volkspartei eher eine Chance, wenn sie moderner auftritt. Insgesamt gebe es jedoch eine riesige Konkurrenz bei den vielen Gruppen einer Zivilgesellschaft, die selbst mit hohen Ansprüchen aufträten, aber nur selten bereit seien, diese zu legitimieren. „Deswegen bin und bleibe ich ein großer Anhänger der Volkspartei.“

Bemerkenswert sei die auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnende personelle Komponente eines Wahlkampfes. „Etwa 40 Prozent der CDU-Wähler sagen, sie haben die CDU wegen Merkel gewählt. Das zeigt, welche riesige Bedeutung die Spitzenfigur, hier die Person der Kanzlerin, in diesem Wahlkampf gehabt hat“, so Radunski. Und es bedeute, die Modernität einer Partei werde nicht nur an Themen festgemacht, sondern vielmehr werde es darauf ankommen, Politikerinnen und Politiker vorzustellen, die den Wähler besonders anziehen. Seine Prognose: "Am Ende werden die Parteien wohl an ihren Politikern erkannt und nicht mehr umgekehrt, wie es in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war."

Sympathien für Merkel im Internet

Ob Google-Hangout mit der Kanzlerin, Merkel-App oder sprechende Wahlplakate - Radunski sieht die CDU beim Thema moderner Wahlkampf auf einem guten Kurs. Besonders anregend sei das übergroße Plakat der "Merkel-Raute" am Berliner Hauptbahnhof gewesen, das im Netz einen regelrechten "Charme-Storm" ausgelöst habe, indem alle möglichen Comic-Figuren und andere Charaktere mit eben dieser Raute gezeigt wurden. "Das war ein großer Erfolg, der gezeigt hat, wie Merkel im Grunde genommen unterschwellig die Sympathien auch im Internet gewonnen hatte." Wichtig sei es jedoch, dass Parteien es schaffen, auch zwischen den Wahlkämpfen in diesem Maße im Internet präsent zu sein.

Das komplette Interview mit Peter Radunski finden Sie als Audio-Mitschnitt in der rechten Spalte.

 

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