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Veranstaltungsberichte

Kein Platz für Antisemitismus

Katholisch-jüdische Konferenz für junge Führungskräfte eröffnet


Berlin, 1. Juli 2014

 
 

In Berlin ist die dritte katholisch-jüdische Konferenz für junge Führungskräfte eröffnet worden. Rund 50 Teilnehmer aus Deutschland und der ganzen Welt, vor allem aus den USA, diskutieren drei Tage lang, welche Rolle der Glaube in einer säkularen Welt hat.

 
  • Katholisch-Jüdischer Dialog

    Bereits zum dritten Mal trafen sich katholische und jüdische Führungskräfte, um sich kennenzulernen und besser zu verstehen.

  • Maria Flachsbarth

    Maria Flachsbarth bemängelte eine zunehmende Religionsfeindlichkeit in Deutschland.

  • Tzion Evrony

    Tzion Evrony sieht im Pontifikat Franziskus den Beginn einer neuen Ära in den katholisch-jüdischen Beziehungen.

  • Betty Ehrenberg

    In Grußbotschaften äußerten sich zudem Betty Ehrenberg vom "Jewish Committee in Interreligious Consultations". Sie sagte, der Glaube könne viel dazu beitragen soziale Gerechtigkeit herzustellen.

  • Dr. Rudolf Teuwsen

    Dr. Rudolf Teuwsen, Leiter des Referats für die Verbindung zu Kirchen und Religionsgemeinschaften im Bundeskanzleramt, zeigte sich glücklich darüber, dass heute nach dem dunkelsten Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte, vor allem in Berlin wieder viele Menschen jüdischen Glaubens leben.

  • Norbert Hofmann

    Pater Norbert Hofmann: "Juden und Katholiken sind wahre Freunde". Es sei an der Jugend, den begonnenen Dialog fortzusetzen.

In einem Grußwort beklagte die parlamentarische Staatssekretärin, Maria Flachsbarth, einen um sich greifenden Laizismus in Deutschland. Christliche Feiertage wie zum Beispiel der Karfreitag würden bewusst verunglimpft, Gläubige mit zeitgleich angesetzten Partys provoziert. Mittlerweile vernehme sie eine aggressive Stimmung gegen alles Religiöse. Studien wie die von der EU-Agentur für Grundrechte belegten zudem eine latent antisemitische Grundhaltung in der Gesellschaft. Hieraus erwachse dringender politischer Handlungsbedarf. „Wir wissen ob der besonderen Verantwortung gegenüber der jüdischen Gemeinde und nehmen diese sehr ernst. Für Antisemitismus ist in dieser Gesellschaft daher kein Platz“, so Flachsbarth.

Vor Flachsbarth hatte Tzion Evrony, Israels Botschafter am Heiligen Stuhl, die Teilnehmer zum Dialog ermuntert. Mit dem Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land im Frühjahr 2014 habe ein neues Kapitel in den katholisch-jüdischen Beziehungen begonnen. Er erinnerte daran, dass Franziskus nach Benedikt XVI., Johannes Paul II. und Paul VI. erst das vierte Oberhaupt der katholischen Kirche war, das Israel besucht hat. Dabei sei Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem die christliche Glaubensgemeinschaft wachse, pro Jahr um 2.000. Bereits heute leben in Israel etwa 150.000 Christen, die Hälfte von ihnen sind Katholiken. Franziskus sei ein „Freund der Juden“, so Evrony weiter, der die erst 1993 aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem Judenstaat bereits jetzt in seinem zweiten Amtsjahr „revolutioniert“ habe.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer abschließend der drei nahe Hebron ermordeten israelischen Jugendlichen. Die Nachricht war kurz zuvor bekannt geworden und hatte unter den Teilnehmern Entsetzen ausgelöst.

 

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