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Cover: Der Brief aus Weimar

Der Brief aus Weimar

Zur Selbstbefreiung der CDU im Herbst 1989

Von Ehrhart Neubert


Berlin, 11. Juli 2014

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Gehört der „Brief aus Weimar”, den vier Mitglieder der Ost-CDU am 10. September 1989 herausgaben, zu den Schlüsseldokumenten der friedlichen Revolution oder ist seine oft betonte politische Bedeutung eine nachträglich konstruierte Legende? Die Debatte ist neuerlich wieder aufgeflammt. Offensichtlich stehen hinter diesen Beiträgen tagespolitische Interessen, zumal sie sich etwa an der Person der thüringischen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht festhalten.

Der Frage kann nur sachgemäß nachgegangen werden, wenn der Brief aus Weimar im Kontext der Parteigeschichte der (Ost-)CDU und besonders im engeren Zeithorizont der revolutionären Vorgänge des Herbstes 1989 betrachtet wird. Beachtet werden muss auch, dass Organisationen bzw. Institutionen wie Parteien nicht allein Zweckverbände handelnder politischer Gruppen mit Machtinteressen sind. Parteien haben ein komplexes geschichtliches Fundament und in ihnen lagern sich Werte und Wertungen sowie Handlungsmuster und emotionale Motive ab, die ihnen auch unabhängig von temporär in Erscheinung tretenden Personen und historischen Situationen Dauer und Stabilität verleihen sowie das Bedürfnis wachhalten, zu den ursprünglichen Ansätzen zurückzukehren. Diese Stabilität kann sich auch symbolisch ausdrücken, wie dies allein schon der Parteiname vermittelt. In der aktuellen Debatte ist dies vernachlässigt worden.

 

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