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"Wir sind nicht mit Papier verheiratet, sondern mit gutem Journalismus"

Uwe Vetterick im Interview mit KAS.de

25. Sept. 2014


Für ihren "Familienkompass" erhält die Sächsische Zeitung den diesjährigen Deutschen Lokaljournalistenpreis der Adenauer-Stiftung, weil sie als "Anwalt der Familien" die Basis für eine öffentliche Debatte schaffe. Im Interview mit KAS.de spricht ihr Chefredakteur Uwe Vetterick über die Familientauglichkeit Sachsens, Synergien von Print und Online und über die Besonderheit dieses Preises.

Grundgedanke des "Familienkompasses" sei es gewesen, einmal umfassend und in qualifizierter Form festzustellen, wie wohl sich Familien in den verschiedenen Städten und den kleineren Gemeinden Sachsens wirklich fühlen, erklärt Uwe Vetterick. In Kooperation mit der Evangelischen Hochschule in Dresden wurde ein Fragebogen ausgearbeitet, der in alle Bereiche des Familienlebens hineinreicht, die eine öffentliche Relevanz haben, von der Qualität des Schulessens bis zur Zahl der Kitaplätze. "Den haben wir dann über die Zeitung und unser Online-Portal verteilt, aber auch direkt in Kitas und Jugendclubs ausgelegt, um möglichst viele Familien abzuholen und ihre Meinung einzuholen." Über 10.000 Familien nahmen am Ende teil und gemeinsam mit den Wissenschaftlern habe seine Zeitung die Ergebnisse publiziert.

"Insgesamt fühlen sich Familien nicht unwohl in Sachsen, die vergebenen Noten reichten von 2,3 bis 3. Aber es gibt sicher Luft nach oben." Positiv sei, dass sich nach Veröffentlichung des Familienkompasses viele Gemeinden hingesetzt und anhand der erarbeiteten Daten überlegt hätten, was sie in ihrer Gemeinde für Familien tun könnten, von zusätzlichen Krippenplätzen, verbesserten Schulwegen, bis zum Schulessen. "Ganz konkrete Dinge, die Familien bemängelt haben, wurden konkret behoben."

Wie die meisten deutschen Zeitungen, kämpft auch die Sächsische Zeitung mit sinkenden Abonnentenzahlen, doch für Vetterick ist die mediale Konkurrenz des Internets kein Grund, schwarz zu sehen. "Ohne unser Online-Portal hätten wir wahrscheinlich nicht so viele Fragebögen in die Familien bekommen und hätten sie auch nicht so schnell und komfortabel ausfüllen können." Redaktionen sollten mit Freude und Enthusiasmus an neue Medien herangehen und neue Dinge ausprobieren, auch wenn die gedruckte Zeitung das Verlagsgeschäft sicher noch die nächsten fünf bis sieben Jahre dominieren werde.

Der Deutsche Lokaljournalistenpreis sei für ihn eine besondere Auszeichnung, "weil damit wirklich etwas ausgezeichnet wurde, was im klassischen Sinne lokaler Journalismus ist", denn insgsamt hätten 150 Redakteure in 20 Außenstellen an diesem Projekt mitgearbeitet. "Somit ist es ein Preis, den sich die gesamte Redaktion erarbeitet und erdacht hat."

Das komplette Interview mit Uwe Vetterick finden Sie als Audio-Mitschnitt in der rechten Spalte.


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