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"2015 wird ein gutes Jahr"

Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan

20. Jan. 2015


Auch verfügbar in English

Welche Auswirkungen hat die weiter voranschreitende Globalisierung für kleine und mittlere Unternehmen in Asien und Europa? Dieser Frage widmeten sich deutsche und japanische Experten in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung und diskutierten Vorteile und Herausforderungen eines Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union.

Mehr als 1500 japanische Unternehmen hätten bereits heute tausende von Jobs in Deutschland geschaffen und große deutsche Unternehmen wie Rheinmetall kooperierten eng mit japanischen Unternehmen, sagte Tadayuki Nagashima in seiner Rede. „Auf dem globalisierten Weltmarkt führt dies zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten“, so der Executive Vice President von JETRO, der japanischen Außenwirtschaftsorganisation. Prof. Dr. Yasoyuki Todo sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Internationalisierung aus, denn dies schaffe Produktionswachstum durch Technologietransfer und Wettbewerb. „Viele kleine und mittlere Unternehmen in Japan mit Potential sind noch nicht sehr international aufgestellt, daher nenne ich sie ‚sleeping dragons‘, so der Wirtschaftswissenschaftler von der Waseda Universität in Tokio. Hier gebe es noch große Entwicklungsmöglichkeiten.

Blicke man auf die öffentliche Diskussion zum Freihandel in Deutschland, so sei sie dieser Tage vor allem mit Fokus auf das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP sehr von Skepsis geprägt, kritisierte Mark Hauptmann MdB. „Doch neben TTIP tritt das Freihandelsabkommen mit Japan in den Hintergrund“, so der Experte für regionale Wirtschaftspolitik. Dabei betrage das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Japan heute bereits zirka 148 Milliarden Euro. Dr. Volker Treier stimmte zu, dass die Rolle Japans häufig zu Unrecht unterschätzt werde. „Denn Deutschland und Japan haben viel gemeinsam“, so der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer DIHK-International, „etwa bei Mobilität, Energieeffizienz und anderen Bereichen hochentwickelter Industrienationen“.

Auf Regierungsebene werde das Abkommen in diesem Jahr mit großen Anstrengungen vorangetrieben, berichtete S.E. Takeshi Nakane. Premierminister Shinzō Abe und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten sich bei ihrem letzten Treffen im April darauf verständigt, ihre wirtschaftliche Partnerschaft zu stärken und die Kanzlerin sagte ‚2015 wird ein gutes Jahr‘, so der Botschafter Japans.

Neben den Bestrebungen eines Abkommens mit der EU, arbeite Japan an weiteren Freihandelsabkommen mit anderen Weltregionen, sagte Nagshima. „Von dieser sich weiterentwickelnden Vernetzung Japans würden auch deutsche und europäische Unternehmen profitieren.“ Sein Land sei schließlich nicht nur die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, sondern auch der Innovationsknotenpunkt Asiens.

In seiner Begrüßungsrede betonte Dr. Gerhard Wahlers einerseits die Bedeutung einer engen wirtschaftlichen Verknüpfung. Immerhin würden Europa und Japan zusammen 45 Prozent des Welthandels ausmachen. Andererseits verbinde beide Seiten mehr als die reine wirtschaftliche Vernunft, „denn wir teilen gemeinsame Werte wie Demokratie, Frieden und Rechtstaatlichkeit“, so der stellvertretende Generalsekretär der Adenauer-Stiftung. In einer globalisierten Welt sei das ein wichtiges Fundament, weil selbst mächtige Volkswirtschaften wie Europa, Japan oder die USA heute den Herausforderungen nicht mehr alleine begegnen könnten.

Über diese Reihe

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.


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