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Cover: Das Vermögen der mittleren Einkommensschicht in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Das Vermögen der mittleren Einkommensschicht in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Was wissen wir über die Mittelschicht in Deutschland?

Von Christian Arndt


Berlin, 14. Dez. 2015

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Vor drei Jahren widmete sich die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer zusammenfassenden Metastudie der Frage nach der Stabilität der Mittelschicht in Deutschland. Die Studie kam zum Ergebnis, dass von einer Schrumpfung oder gar Erosion der Mittelschicht, anders als bei anderen Studien oder Autoren, nicht die Rede sein konnte.

 

Die vielfältigen Reaktionen auf unsere Studie, genauso wie die Überzeugung, dass für die öffentliche Akzeptanz unserer Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft die Frage der Verteilung des Wohlstands von genauso grundlegender Bedeutung ist wie die Frage seiner Entstehung, sie haben uns ermutigt, eine weitere Studie zu diesem Thema zu veröffentlichen. Dabei belassen wir den Fokus weiterhin auf der Situation der Mittelschicht in Deutschland, nehmen aber nicht die Einkommen, sondern die Vermögen der Mittelschicht in den Blick. Unser Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild aufzuzeigen, um eine fundierte Grundlage für die politische Debatte um die Stabilität der Mittelschicht zu schaffen. Und da bei Vermögen anders als bei Einkommen deutlich weniger Daten und Materialien vorliegen, enthält diese Studie neue weiterführende Erkenntnisse. Anders als verschiedene Kommentierungen auf Thomas Pikettys Das Kapital im 21. Jahrhundert zur Frage der Vermögensverteilung vermuten lassen könnten, kommt unsere Studie nicht zum Ergebnis, die Mittelschicht würde gegenüber den Reichen so ins Hintertreffen geraten, dass von einer fundamentalen Ungerechtigkeit unserer Wirtschaftsordnung zu sprechen wäre. Vielmehr gibt die Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts Anlass zur Vermutung, dass die Mittelschicht weiterhin eine stabilisierende Gruppe unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft ist. Wenn also Alarmismus nicht angebracht ist, bleibt dennoch ein legitimes Anliegen, die Frage einer gerechten, akzeptierten Vermögensverteilung im Blick zu behalten. Denn das Leitbild, das Alfred Müller-Armack über die Voraussetzungen einer Sozialen Marktwirtschaft formuliert hat, bleibt die Richtschnur unserer wirtschaftspolitischen Überzeugung, wonach „... die Marktwirtschaft notwendig als das tragende Gerüst der künftigen Wirtschaftsordnung erscheint, nur dass dies eben keine sich selbst überlassene Marktwirtschaft, sondern eine bewusst gesteuerte, und zwar sozial gesteuerte Marktwirtschaft sein soll.” Und dieses Leitbild gibt auch Orientierung bei der Frage, wie die Stabilität der Mittelschicht aufrechterhalten werden kann, gerade im Lichte aktueller Entwicklungen von Digitalisierung, Staatsschuldenkrise und sich weiter vertiefender internationaler Wirtschaftsprozesse. Vielfältige Gesichtspunkte wie die Leistungsfähigkeit und die Gerechtigkeit des Steuer- und Bildungssystems, der Ein- und Aufstiegschancen des Arbeitsmarktes aber auch der Stärkung von Gründerkultur und Unternehmertum halten Antworten darauf bereit, wie eine Vermögenspolitik aussehen kann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung wird diesen Themen an vielen Stellen gezielt nachgehen. Unsere Studie liefert dazu wichtige Grundlagen.

 

Kontakt

Cvetelina Todorova

 

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