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Veranstaltungsbeiträge

E-Government tut sich schwer in Deutschland

Wo kein Angebot, da keine Nachfrage – wo keine Nachfrage, da kein Angebot


Berlin, 12. Feb. 2016

 
 

Der Alltag ist heutzutage fast durchdigitalisiert: lernen, unterhalten, informieren, einkaufen, alles findet online statt. Nur wenn man es mit einer Behörde zu tun hat, wird man sehr schnell gezwungenermaßen wieder analog. Das sogenannte E-Government, also IT-gestützte Prozessen zur Information, Kommunikation und Transaktion innerhalb und zwischen behördlichen Institutionen sowie zwischen diesen Institutionen und den Bürgern, kommt in Deutschland nicht so recht in Fahrt. Das verwundert, wäre die Kostenersparnis bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung signifikant.

 
  • Panel

    Neuauflage des forum digital. Thema dieses Mal: "E-Government".

  • Lena-Sophie Müller

    Lena-Sophie Müller: "Der Bürger wünscht sich eine komplette Online-Bearbeitung, aber die mangelhafte Durchgängigkeit schafft Unzufriedenheit."

  • Dr. Matthias Flügge

    Dr. Matthias Flügge: "Der Mehrwert von E-Government-Angeboten ist für die breite Masse bis dato gering."

  • Dr. Kay Ruge

    Dr. Kay Ruge: "Die Landkreise sind Treiber des E-Government. Wir leben heute nicht in einer völligen Diaspora."

  • Beate Lohmann

    Beate Lohmann: "Das Bild beim E-Government ist nicht so düster. Wir sind an verschiedenen Baustellen dran. Vielleicht liegt im Asylverfahren eine Chance, Dinge zu beschleunigen."

  • Tobias Wangermann

    Moderierte: Tobias Wangermann von der Hauptabteilung Politik und Beratung in der Konrad-Adenauer-Stiftung und dort Leiter des Projektteams Digitalisierung.

An Papier und Stift führt auch 2016 kein Weg dran vorbei

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Erst 2015 haben zwei Studien, eine von der Initiative D21, die andere vom Nationalen Normenkontrollrat gravierende Defizite identifiziert. Nicht nur sind E-Government-Angebote demnach viel zu wenig bekannt und kaum auffindbar. Insbesondere fehle aber der Mehrwert, wenn man zum Beispiel einen Vorgang zwar digital auslösen kann, spätestens wenn es ans Unterschreiben geht, dann aber doch zu Papier und Stift greifen muss. Der Wunsch der Bürger nach einer kompletten Online-Bearbeitung bleibt durch die mangelnde Durchgängigkeit unerfüllt. Der Medienbruch schreckt viele ab. E-Government im Jahr 2016: ein Teufelskreis. Wo keine Nutzer, da keine Anbieter und wo keine Anbieter, da keine Nutzer.

Paneldiskussion zum Nachhören (hier die .mp3 laden) oder hier via Voicerepublic



Nur gemeinsam geht´s

Bund, Ländern und Kommunen könnten diesen Teufelskreis durchbrechen, wenn sie zusammenarbeiten und Egoismen überwinden. Dazu müssten sie sich auf einheitliche Standards einigen, Sprache und Prozesse angleichen, Normen abbauen. Trotzdem dürfte es dann immer noch, um benutzerfreundliche und attraktive Angebote in der Breite zu schaffen, teuer und aufwendig werden. Erst recht, wenn die sehr hohen Sicherheitsstandards erfüllt werden sollen. Und auch das darf nicht vergessen werden: Solange „Oma Erna“ sich der Digitalisierung verweigert, ist und bleibt E-Government für die Anbieter ein Ad-On.

Es wird also wohl noch eine Weile dauern, bis E-Government in Deutschlands Alltag ankommt.

 

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