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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

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Im März machte sich eine Delegation des Cnetz ein Bild von der Start-Up Nation Israel und vernetzte sich im Zuge dessen mit israelischen Entscheidern und aus Wirtschaft und Ministerien. Dabei galt es, Synergieeffekte zu entdecken und von dem beispielhaften Aufstieg Israels vom Orangenexporteur zum Silicon Valley am Mittelmeer zu lernen.

Als Einstieg in das umfangreiche 2-Tages-Porgramm bot Gregor Schlosser (AHK Israel/BETATEC) am ersten Tag einen einführenden Überblick über die Start-Up- und Innovationstechnologie-Szene in Israel. Dabei stellte er die kulturellen und sozialen Faktoren in Israel vor, welche den Aufstieg vom Agrarland zur High-Tec-Nation („From Jaffa to Java“) innerhalb weniger Jahrzehnte ermöglichten. Dabei nannte er neben der Einwanderung vor allem vieler gut gebildeter Russen in den Neunzigerjahren, darunter viele Ingenieure, das überdurchschnittlich hohe Bildungsniveau sowie die Rolle des Militärs als Kaderschmiede sowie Vermittler von technischem Knowhow. Auch kulturelle Eigenheiten, wie Spontaneität, „Chutzpe“ und Risikofreudigkeit trugen zu einer hohen Gründungsquote von Kleinunternehmen bei. Auf wirtschaftlicher Seite unterstützten in Israel ansässige multinationale Konzerne sowie eine große Venture Capital-Szene ihr übriges zu diesem Entwicklungsschub bei.

Nach dieser aufschlussreichen Einführung stellte sich das erfolgreiche israelische Unternehmen Mobileye der Gruppe vor, welches Systeme zur Kollisionsvermeidung im Straßenverkehr und zum autonomen Fahren von Automobilen entwickelt. 1999 gegründet, gehörte Mobileye zur ersten Generation der High Tec-Start-Ups in Israel. Seit 2014 ist das Unternehmen an der New Yorker Börse gelistet und hat einen Marktwert von rund 8 Mrd. Euro. Mit dem für Europa zuständigen Regionalleiter diskutierten die Teilnehmer unter anderem über möglichen Nutzen der Mobileye-Technologie für den öffentlichen Transport in Deutschland.

Beim darauffolgenden Termin im israelischen Außenministerium hatte die Delegation Gelegenheit zum Austausch mit dem Cyber Security Coordinator des Ministeriums, Iddo Moed. Dieser informierte die Gruppe über bestehende Konzepte und Institutionen der Cybersicherheit in Israel. Investments in Cyber Security seien dort, aufgrund der hohen Zahl von Angriffen, besonders hoch, so Moed: Mehr als israelische 300 Unternehmen fokussieren sich in ihrer Arbeit auf das Thema Internetsicherheit.

Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens diskutierte die Gruppe mit Itay Beck, welcher im Büro des Chief Scientist das Technical Incubators Programm des israelischen Wirtschaftsministeriums leitet. Beck informierte die Gruppe über die Rolle und Aktivitäten des Programms, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, die israelische Wirtschaft durch die Unterstützung von Innovationsprojekten zu fördern. Unter anderem gewährt das Ministerium durch das Incubators Programm staatliche Beihilfen an Unternehmer mit viel-versprechenden Konzepten - bislang wurden mehr als 800 neue Projekte so teilfinanziert. Daneben erhalten die Geförderten zudem professionelle Beratung und Orientierungshilfen.

Den dritten Programmtag begann die Gruppe mit einem Besuch der Google-Büros in Israel, welche zu den größten und eindrucksvollsten weltweit gehören. Neben einer Führung durch die großzügigen Räumlichkeiten empfing Doron Avni, Leiter der Policy & Government Relations von Google Israel, die Gruppe zu einem Austausch über ordnungspolitische Rahmenbedingungen für Unternehmen wie Google in Israel und Deutschland. Im Anschluss daran bekam die Delegation Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit Waze-Mitgründer Amir Shinar. Waze ist der weltweit erfolgreichsten Navigations-App, welche auf dem Prinzip einer sozialen Community basiert. 2008 gegründet, wurde das Unternehmen 2013 von Google für rund 1,1 Mrd. US-Dollar übernommen.

Auf die ebenso interessante wie amüsante Begegnung folgten politische Briefings durch den Leiter des KAS Israel-Büros Dr. Michael Borchard, sowie durch den Botschafter der Bundesrepublik in Tel Aviv, Dr. Clemens von Götze. Ersterer ging vor allem auf die Ergebnisse der unlängst veröffentlichten KAS-Umfrage zum Verhältnis der Israelis zu den Hauptpartnern USA und Deutschland ein. Deutschland erfahre derzeit einen fast schon unerklärlich hohen Zuspruch von Seiten der Israelis, so Borchard. Dennoch sei ein steter Austausch, vor allem innerhalb der jüngeren Generation, unerlässlich. Studien zeigten, dass sich gerade die jüngeren Menschen diesseits und jenseits des Mittelmeeres ideologisch auseinanderbewegten.

Als Abschlusstermin wurde die Delegation von Create TLV-Leiterin Monika Rozalska im Shalom Tower empfangen. Das Accelerator-Programm wurde von der Stadt Tel Aviv, in Kooperation mit etablierten privatwirtschaftlichen Unternehmen und einem Venture-Partner gegründet und richtet sich an junge Unternehmer mit Förderbedarf. Neben finanziellen Mitteln und Expertise stellt das Programm zudem einen eigenen Co-Working Space („The Library“) zur Verfügung.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Herausgeber
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.


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