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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Seit nunmehr zehn Jahren wird der INTERDISZIPLINÄRE SALON in Berlin zu Themen der interdisziplinären Reflexion von Gesellschaft ausgerichtet. Meinungsführern und Entscheidern aus Wissenschaft, Kultur und Medien, Wirtschaft und Politik bietet der Salon eine einzigartige Plattform des Austauschs über Herausforderungen und Chancen unserer Gegenwart und Zukunft. Bereits bei mehreren Salons war die Konrad-Adenauer-Stiftung ein starker Partner und motivierter Gastgeber.

Am 23. März fand nun auch der XXXI. Salon zum Thema „Spirituelle Aufklärung“ in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. Als Themenpartner waren zudem das philosophische Wirtschaftsmagazin agora42 und das Institut für Wirtschaftsgestaltung beteiligt.

Im bewährten Salonformat, bei dem sowohl die Experten im Innenkreis als auch die Gäste im Außenkreis miteinander in den Dialog treten, wurde über das Verhältnis von Spiritualität und Religion genauso diskutiert wie über die aktuelle globale Spiritualitätskrise und Spiritualität als Produkt eines Marktes. Den Ausgangspunkt der Diskussion setzte Wolfram Bernhardt, Herausgeber der agora42 und Moderator des Abends: Nach der umstrittenen These des Philosophen Thomas Metzinger sei Religion das Gegenteil von Spiritualität. Ausgehend von dieser These, die das Spannungsfeld zwischen Religion und Spiritualität aufzeigt, charakterisierte der Philosoph und Ökonom Prof. Dr. Birger P. Priddat Religion im aktuellen Welt- und Marktgeschehen als von vielen mißverstandenes Instantprodukt. Es werde erwartet, dass eine Hinwendung zur Religion sofortiges Wohlbefinden beschere, und dass Spiritualität somit käuflich sei. Dies bestätigte auch Prof. Dr. Anabel Ternès, Geschäftsführerin des Instituts für Nachhaltiges Management (IISM) an der srh Hochschule Berlin. Da auf Religion und Spiritualität meist nur in Momenten der Verunsicherung und der Umbrüche im Leben zurückgegriffen werde, würden sie als Mittel der schnellen Lebensverbesserung angesehen. Diese marktgeführten Erwartungen könnten allerdings nicht erfüllt werden, so Nicholas Wenzel, Gründer und Geschäftsführer von InternsGoPro. Denn die Erlangung von Spiritualität sei ein Prozess, bei dem jeder an sich selbst arbeiten müsse.

Die Diskussion fasste Dr. Wolf Dieter Enkelmann, Direktor des Instituts für Wirtschaftsgestaltung, in seinem Schlusskommentar zusammen. Es sei gezeigt worden, dass eine globale Spiritualitätskrise vorliegt, die sich durch eine religiöse Beliebigkeit auszeichnet. Für viele Menschen sei es irrelevant, auf welchem Weg sie zu Spiritualität fänden, solange es schnell und ohne großen Aufwand vonstattenginge. Diese neuen Erwartungen werden auch an die großen Religionsgemeinschaften gestellt und tragen im Falle der Nichterfüllung zur abnehmenden Mitgliederzahl bei, wobei sich allerdings auch die Chance bietet, diese Herausforderung als Quelle der Selbsterneuerung zu nutzen.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Herausgeber
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.


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