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Journalisten in Südosteuropa können nicht behaupten, dass sie es einfach haben. Sie sind rechtlich gesehen frei und können unabhängig berichten, doch ihre Arbeit wird erschwert durch intransparente Medienbesitzverhältnisse, Monopolisierung des Vertriebs, externen Druck von politischen und wirtschaftlichen Akteuren sowie Selbstzensur.

Kritische Berichterstattung ist oft auf ein Minimum reduziert. Um dem entgegenzuwirken und kritischen Journalismus zu sichern, haben sich etliche unabhängige Journalistenbüros, Recherchekollektive, Netzwerke und Medien-NGOs gegründet. Diese Zusammenschlüsse sind häufig im Bereich des investigativen Journalismus angesiedelt.

Solche journalistischen Zusammenschlüsse können sich in ihrer Organisationsform und ihrem Tätigkeitsfeld unterscheiden. Manche Vereinigungen arbeiten nur in einem Land, andere haben ihr Tätigkeitsgebiet auf die Region ausgeweitet. Wiederum andere sind über Südosteuropa hinaus tätig, etwa in Osteuropa oder Zentralasien. Allerdings unterscheiden sich die Rechercheverbünde auch in ihrem Angebot. Manche bieten vor allem eine Plattform, Reportagen und Berichte abseits der traditionellen Medien zu veröffentlichen. Andere fördern über ihr Netzwerk auch den fachlichen Austausch unter Journalisten. Vereinzelt unterstützen sie Journalisten in Form von Rechtshilfe oder Fortbildungen. Zudem werden in bestimmten Fällen Datenbanken für Recherchen angeboten. Auf diese Weise zeigt sich die journalistische NGO-Szene sehr vielseitig.

Da sich Journalisten in diesen Organisationen oft außerhalb des Mainstreams bewegen, ist die Finanzierung eine Herausforderung. Ein neuer Trend ist die Finanzierung über Crowdfunding. So wird die Suche nach Einzelinvestoren und Spenden über das Internet bezeichnet. Dabei werden meist im Vorfeld eine Summe und ein Datum, bis zu dem die Suche nach Unterstützern beendet sein muss, festgelegt. Im angelsächsischen Raum, aber auch in Deutschland wird diese Form der Finanzierung zunehmend beliebter. In Südosteuropa hingegen gab es bisher nur wenige erfolgreiche Crowdfunding-Projekte; gerade bei Medienprojekten ist diese Finanzierungsform bisher kaum erfolgreich angewandt worden. Stattdessen wird meist auf internationale Geldgeber, vor allem aus den USA und Europa, zurückgegriffen. Unter anderem fördert die Europäische Union unabhängige Medienprojekte in Südosteuropa.

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