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Veranstaltungsberichte

"Kontinuierlich Kommunizieren"

Ob analog oder digital, Wahlkämpfer müssen dauerhaft mit ihren Zielgruppen in Kontakt sein - Tag 2 der #IKPK16


Berlin, 10. Okt. 2016


Am zweiten Tag der 14. Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation diskutierten die Fachleute über den Einsatz von Technologie und klassischen Mitteln in Wahlkampagnen. Läuft Wahlkampf in den nächsten Jahren nur noch über das Internet und können Infobriefe abgeschafft werden?

  • Prof. Daniel Kreiss, PhD, University of North Carolina – Chapel Hill.

    Prof. Daniel Kreiss, PhD, University of North Carolina – Chapel Hill.

  • Prof. Daniel Kreiss, PhD, University of North Carolina – Chapel Hill.

    Prof. Daniel Kreiss, PhD, University of North Carolina – Chapel Hill.

  • Dr. Andreas Jungherr, Juniorprofessur für „Social Science Data Collection and Analysis” an der Universität Konstanz.

    Dr. Andreas Jungherr, Juniorprofessur für „Social Science Data Collection and Analysis” an der Universität Konstanz.

  • Kendall Tucker, Gründerin von Polis – einer App zu Unterstützung von Tür-zu-Tür-Wahlkampf, Washington.

    Kendall Tucker, Gründerin von Polis – einer App zu Unterstützung von Tür-zu-Tür-Wahlkampf, Washington.

  • Sofia Zacharaki, Nea Dimokratia, Griechenland

    Sofia Zacharaki, Nea Dimokratia, Griechenland.

  • Joe Pounder, Founder and President – America Rising and Definers, Public Affairs, former senior advisor for Sen. Marco Rubio’s presidential campaign, Washington

    Joe Pounder, Founder and President – America Rising and Definers, Public Affairs, former senior advisor for Sen. Marco Rubio’s presidential campaign, Washington.

  • Stefan Hentschel, Industry Leader Tech-Industrial, google, Hamburg

    Stefan Hentschel, Industry Leader Tech-Industrial, google, Hamburg.

  • Vernetzt, digital, online - die Jugend ist analog schwer zu erreichen.

    Vernetzt, digital, online - die Jugend ist analog schwer zu erreichen.

  • Auch Lachen ist Kommunikation...

    Auch Humor ist ein wirksames Mittel in der politischen Kommunikation.

  • Teilnehmer der 14. Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation

    Teilnehmer der 14. Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation. (Fotos: KAS / Stefan Stahlberg)

Politische Kommunikation kommt nicht ohne Feedback aus. Ist meine Arbeit erfolgreich? Überzeuge ich meine Zielgruppen, meine Wähler? Auch, wenn Professor Daniel Kreiss von der University of California und Professor Andreas Jungherr von der Universität Konstanz einerseits über Online-, andererseits über Offline-Wahlkampf sprachen: Sie waren sich einig, dass Wahlkämpfer nicht ohne Umfragen und Feld-Experimente auskommen und ihre „Werkzeuge“ ständig aktualisieren und überprüfen müssen – egal ob analog oder digital.

In US-Wahlkämpfen kommt immer mehr Technologie zum Einsatz…

Für Kreiss liegt die Zukunft im Digitalen: „In den 1980ern konnte man 80 Prozent der Wähler über einen TV-Spot erreichen. Heute muss man dafür hunderte Online-Plattformen nutzen.“ Gerade bei jungen Wählern sei das Internet für die Ansprache nicht mehr wegzudenken: So hätten die Wahlkampfteams teilweise nur von 50 Prozent der 18- bis 24-Jährigen eine Telefonnummer, der Rest müsse zwangsläufig über Facebook und Snapchat angesprochen werden. „Snapchat hat mehr Nutzer als Twitter, das nutzen alle in dieser Altersgruppe“, so Kreiss.

Kreiss hat untersucht, wie „digital“ die Wahlkampfteams von US-Präsidentschaftskandidaten seit 2004 arbeiten. Und das Ergebnis erstaunt: Der Demokrat John Kerry hatte vor zwölf Jahren noch 34 Mitarbeiter, die sich um Digitales kümmerten. Barack Obamas Mannschaft hingegen konnte 2012 bereits mit 342 „Onlinern“ aufwarten. Kreiss und seinem Team fiel zudem auf, dass die Republikaner teilweise gewaltig hinterherhinken, wie in 2016 deutlich werde: Allein während der Vorwahlen arbeiteten mehr Digital-Experten für die Demokraten Bernie Sanders (43) und Hillary Clinton (70) als bei den Republikaner-Kandidaten Donald Trump, Jeb Bush, Ted Cruz und Marco Rubio (15) zusammen.

Der Vorteil von so vielen Online-Kapazitäten liege auf der Hand: Diese Online-Wahlkämpfer verschmelzen riesige Daten-Sammlungen über die potenziellen Wähler, analysieren sie, kreieren innovative Formate und „rich content“ – und bringen diese dann strategisch an die richtige Zielgruppe. „Damit ersetzen sie die traditionelle Journalismus-Kampagne“, so Kreiss.

... doch analoge Kampagnen-Mittel wirken nach wie vor.

Zumindest für Deutschland haben Jungherr und seine Mitarbeiter in einer umfassenden Studie nun belegt, dass auch althergebrachte Methoden nach wie vor erfolgreich sein können – wenn sie richtig eingesetzt werden. Der klassische Informationsbrief sei in der Lage, einen Menschen nicht nur von einzelnen Argumenten zu überzeugen, sondern ihn auch insgesamt von einem Thema überzeugter sein zu lassen, als er es vor dem Anschreiben war. Allerdings zeigte sich in der Untersuchung auch, dass dieser Effekt nach einiger Zeit wieder nach ließ. Jungherr daher schloss aus der Studie: Die Kampagnen-Teams müssten dauerhaft mit den Menschen kommunizieren, die sie erreichen wollen. Und zwar nicht nur mit überzeugenden Inhalten, sondern auch, um Feedback zu erhalten und damit den Erfolg ihrer Arbeit zu messen, empfahl Jungherr.

Die Berichterstattung zu Workshop und Auftakt-Konferenz der #IKPK16 finden Sie hier. Audio-Mitschnitte - auch als Podcast - finden Sie in unserem Kanal bei Voicerepublic.

 

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungswerke, Bildungszentren und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Herausgeber
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

 

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