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Hiermit möchte ich mich gerne als neue Forschungsassistentin im Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Johannesburg vorstellen. Derzeit studiere ich Internationale Studien: Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Während meiner Zeit in Südafrika und bei der KAS möchte ich mich insbesondere mit der südafrikanischen Flüchtlingspolitik auseinandersetzen.

Seit Sommer 2014 engagiere ich mich für Flüchtlinge in Deutschland. Dabei begleite ich insbesondere eine Familie aus Syrien und versuche die sechsköpfige Familie bei jeglichen Fragen zu unterstützen. Durch den persönlichen Kontakt zu dieser Familie sind mit die Themen Flucht und Migration und die Implikationen für das Aufnahmeland zu einer Herzensangelegenheit geworden. Südafrika bietet genau wie Deutschland für viele Flüchtlinge einen Zufluchtsort. Viele Menschen, insbesondere aus anderen afrikanischen Ländern suchen in Südafrika Schutz. Dabei spielen unterschiedliche pull-Faktoren eine wichtige Rolle. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten gilt Südafrika immer noch als wirtschaftlich starkes Land und darüber hinaus gewährt Südafrika Flüchtlingen verhältnismäßig viele Rechte. Noch bevor das Asylverfahren beispielsweise abgeschlossen ist, dürfen Fluchtlinge schon arbeiten und sich frei im Land bewegen. Auf der anderen Seite aber kommt es in Südafrika immer wieder zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen, die sich auch gegen Flüchtlinge richten. Diese Spannung zwischen einer scheinbar sehr Willkommen heißende Flüchtlingspolitik und der öffentlichen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge möchte ich während meines Forschungsaufenthaltes in Südafrika näher untersuchen. Aktuell befindet sich Südafrika in einer wichtigen Phase; die junge Demokratie muss sich bewähren. Große Teile der Bevölkerung sind unzufrieden. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 37 Prozent, die Kriminalität ist seit einigen Jahren wieder gestiegen, Korruption ein verbreitetes Problem und viele Südafrikaner sind mit der Regierungsführung des ANC zunehmend unzufrieden. In dieser aufgeheizten Atmosphäre ist es besonders kritisch, wenn Politiker Ausländer als Kriminelle bezeichnen. Auf diese Weise werden Personen nicht nur stigmatisiert, sondern gleichzeitig Menschengruppen als Ursache eines größeren Problems dargestellt. Dies resultiert dann in gelegentlichen Gewaltäußerungen gegenüber Ausländern auf gesellschaftlicher Ebene. Des Weiteren zeigt sich auch, dass die südafrikanische Regierung immer weniger Menschen das Recht auf Asyl gewährt. Im Jahr 2015 wurden nur 4 Prozent der gestellten Asylanträge genehmigt. Diese niedrige Zahl wird aber nicht nur darauf zurückgeführt, dass die Asylsteller keinen Anspruch auf Asyl haben, sondern auch darauf, dass die südafrikanischen Behörden aufgrund unzureichender Kapazitäten nicht jeden Antrag gründlich prüfen können. Abgelehnte Asylbewerber müssen das Land verlassen oder werden im Zweifel in ihr Heimatland deportiert. Südafrika deportiert weltweit am meisten Menschen – zwischen 1988 und 2010 mehr als zweieinhalb Millionen. Durch diese sehr restriktive Politik wird der Regierung folglich vorgeworfen, ihren internationalen Verpflichtungen, wie die des Flüchtlingsschutzes, nicht nachzukommen. Da ich mich bereits während meines Bachelorstudiums in Global Governance and Public Policy mit Radikalisierungsprozessen beschäftigt habe und jetzt im Master meinen thematischen Schwerpunkt auf Migration und Flüchtlinge setze, stellt die praktische Arbeit in Südafrika eine gute Möglichkeit dar, mein theoretisches Wissen bei der KAS einzubringen. Ich freue mich auf eine spannende Zeit in Johannesburg.


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